Die Rabenmutti
Montag, 4. Februar 2019

Kurtagebuch: Aufenthalt in der Celenus Fachklinik Bromerhof

Tag 7: Endlich Anwendungen!

Die Klospülung ist kaputt! Super Begrüßung am frühen Morgen, oder? Jetzt bloß keine Panik und keine Eier legen. Denn auch die Fenster lassen sich nach wie vor nicht öffnen und ich möchte nicht ausprobieren, ob man nicht doch „erstinken“ kann. Wir haben vor dem Frühstück an der Rezeption Bescheid gegeben und danach war schon der Hausmeister da und hat es gerichtet. Anschließend habe ich Claire in die Betreuung gebracht. Michael hat weiterhin die Eingewöhnung mit Marie übernommen.

Zum Glück war Claires Gruppe direkt turnen, so hatte sie Spaß und blieb dieses Mal richtig lange! Michael dagegen wird nach kurzer Zeit aus dem Raum gebeten: Sie möchten mit den Kindern allein (also ohne Eltern) frühstücken. Da Marie das aber nicht mitgemacht hätte, muss er sie mitnehmen. Ich bin ganz schön wütend darüber. Wie soll sie sich eingewöhnen, wenn sie kaum in der Betreuung ist? Letzte Woche fiel sie dauernd aus, jetzt das? Mann ey! Eine kalte Trennung kommt nicht in Frage. Schon gar nicht nach dem Wochenende und mit neuen Erziehern. Da besteht ja Null Bindung, wie soll das klappen? Ich mache mir Sorgen über den weiteren Verlauf…

Erholung incoming!

Meine ersten Anwendungen sind allerdings ein Traum: Erst eine Moorpackung, dann noch eine schöne Massage (20 Minuten). Ich versuche die Anwendungen zu genießen, bin mit den Gedanken aber ständig bei Marie und dem weiteren Verlauf… Anschließend ist das erste Zwischen-Gespräch mit dem Arzt fällig, was mir direkt wieder einen Dämpfer gegeben hat. Marie müsse sich ja langsam mal eingewöhnen. Ich fühlte einen Druck auf mir lasten. Ich weiß ja selber, dass mein Mann bald nicht mehr da ist.

Aber ich möchte es eben nicht so machen, wie die meisten anderen Mütter: Die Babys/Kleinstkinder werden abgegeben und weinen halt 30 Minuten (so lang geht eine durchschnittliche Anwendung). Anschließend werden sie wieder abgeholt. Viele Mamas bringen da so Sprüche wie: „Da muss das Kind halt durch!“. Das kann ich nicht. Nein. Ich weiß zu viel über Bindung und Urvertrauen. Da kann ich da nicht mitziehen. Das ist für mich schon eine ziemlich heftige Einstellung.

Mama, ich brauche dich!

Mein Herz explodiert jedes Mal, wenn ich die kleinen Würmchen mit ihren roten Köpfen nach der Mama weinen sehe – und diese sie dann sogar recht genervt abholen. Als wäre es nicht ihr gutes Recht zu weinen, schreien und zu toben, wenn Mama sie einfach in fremden Hände abgibt. Eingewöhnung gibt es hier nicht. Das ist eine Farce. Die Kinder werden lediglich „aufbewahrt“, bis die Eltern sie wieder abholen. Hier stellen die Mamas ganz klar ihre Bedürfnisse über die des Kindes – wissentlich oder nicht. Auch, wenn ich schon sehr ausgebrannt bin, so groß ist meine Not nicht, um meinem Kind das auch anzutun. Ich mache deutlich mehr Fehler, bin genervter – ja. Aber niemals würde ich meinem Kind solche Ängste und so einer Trauer aussetzen. Das kann ich nicht. Nein…

Als ich das so sehe, komme ich zu dem Resumée, dass eine Kur einfach nichts für Kleinkind-Eltern ist. Zumindest nicht, wenn man das allein schaffen muss. Denn letztlich trägt man es oft auf dem Rücken des Kindes aus. Und will ich wirklich mein Kind und die Bindung zu ihm schädigen, damit es mir selbst vermeintlich besser geht?. Nope.

Marte Meo rockt

Es geht weiter mit dem Marte Meo Einführungsgespräch und zum ersten Mal sehe ich so richtig Licht am Horizont. Scheinbar scheint das Programm richtig gut zu sein. Man soll dabei seine versteckten Fähigkeiten und Energien wieder ausgraben, die im Alltagstrott verschütt gegangen sind. Ich bin sehr gespannt darauf! Die Trainerin macht einen sehr sympatischen zugewandten Eindruck, sodass ich neue Hoffnung schöpfen kann.

Die anschließende Ergometer-Einweisung war in Ordnung, aber ich denke nicht, dass ich Zeit finden werde auch noch Radeln zu gehen. Meine Präferenzen liegen ohnehin anders (Mutter-Kind Bindung und nicht Abnehmen). Abends fallen wir nach dem Abendessen wieder müde ins Bettchen…

Tagesplan:

  • 8.45 – 9.15 Uhr: Interaktion Marie (Taschen anmalen mit Michael)
  • 9.30 – 9.50 Uhr:  Moorpackung
  • 10.00 – 10.20 Uhr: Massage
  • 11.00 – 11.15 Uhr: Ärztlich. Zwischengespräch
  • 11.30 – 13 Uhr: Mittagessen
  • 12.00 – 14.00Uhr: Ruhezeit (auf dem Zimmer oder außerhalb d. Geländes)
  • 15.30 – 16.00 Uhr: Marte Meo „Aufnahme“
  • 16.30 – 17. 00 Uhr: Einweisung „Ergometer“
  • 17.00  19.00 Abendessen
Von |2019-02-04T19:13:08+00:00Februar 4, 2019|Kategorien: Dies & Das, Muttergefühle|Tags: , , |0 Kommentare

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