Die Rabenmutti
Montag, 4. Februar 2019

Kurtagebuch: Aufenthalt in der Celenus Fachklinik Bromerhof

Tag 3: Die Eingewöhnung

Heute haben wir mal wieder verschlafen und wachen kurz vor 8 auf. Zum „Glück“ fällt meine Anwendung um 9 Uhr mit Marie aus, da das Schwimmbad noch defekt ist. Also startet der Tag erst um 9 Uhr – da soll es mit der „Eingewöhnung“ von Claire weitergehen. Wir haben den Deal ausgehandelt, dass sie die Tasche malt, die sie gestern gern basteln wollte und dann, wenn sie nicht mehr möchte, gern herauskommen kann. Ich warte auf sie und bin in der Nähe. Sie willigt erstmal ein.

Leider fand die Betreuung aber nicht statt, da Personalmangel besteht – die Hälfte der Belegschaft kam nicht durch den Schnee, die Klinik ist also nur Notbesetzt. Also werden wir weggeschickt. Ich könne das Kind nur direkt abgeben, wenn ich eine Anwendung habe. Na super. Anwendungen bekam ich – trotz Nachfrage – für die erste Woche noch nicht.

Neuer Deal, neues Glück

Damit platzt ja auch unser Deal. Ich entscheide Claire einen neuen Deal vorzuschlagen: Sie geht zeitgleich mit Marie zur Betreuung – die Kinder sind leider in unterschiedlichen Gruppen und können sich nicht sehen, da es geschlossene Räume sind – und, wenn sie nicht mehr mag, soll sie zu Maries Gruppe gehen. Der Papa ist ja auch da. Gesagt getan, so haben wir es gemacht. Ich habe Claire allerdings 15 Minuten früher abgegeben als nötig – diese Zeit nur für mich habe ich gebraucht! Am Abend zuvor hatte ich eine böse Unterstellung bekommen und musste da für mich nochmal drüber nachdenken und den Ärger ziehen lassen.

Anschließend ging´s zum Sport: Bauch-Beine-Po. Da ich mich freiwillig für den Kurs eingetragen hatte weiß ich nicht, ob er als Anwendung zählt, aber egal. Eine andere Mama war ebenfalls dabei und meinte, das sei ja auch im Rahmenprogramm und keine Freizeitgestaltung. Los geht’s!

Bauch, Beine, Au!

Der Sport tut auch verdammt gut. Ich merke, dass mir sowas im Alltag fehlt. Aber HIMMEL bin ich eingerostet. Davon abgesehen, dass es wohl ein Fortgeschrittenen-Kurs war und die Übungen einfach nach der Reihe gemacht wurden und ich nicht mitkam, war das Tempo echt übel. Die ersten 15 Minuten habe ich durchgepowert, dann fingen meine Körperteile zu zittern an. Und die Balance-Übungen kamen erst dann! Irgendwann bin ich irre lachend auf der Matte zusammengekracht. Auch eine andere Mama ist ebenfalls umgekippt und wir haben miteinander gelacht. Sowas tut echt gut!

Im Gespräch mit den anderen Mamas wurde mir aber schnell klar, dass ich nicht die einzige war, die Probleme damit hatte. Dann ging es mir auch schon wieder besser. Immerhin habe ich es durchgezogen und nicht aufgegeben!

Kinder anstarren

Nach dem Sport geht es erneut zum Mittagessen (Nudel-Auflauf mit Zucchini-Tomatensauce). Im Anschluss habe ich Marie hingelegt. Für den Nachmittag stand eine weitere Eingewöhnung auf dem Tagesplan. Die haben wir in Anspruch genommen – immerhin ist Michael eh dabei und für´s Anstarren der Kinder braucht man keine weiteren Kräfte… So lief die Eingewöhnung leider ab: Die Kinder wurden 45 Minuten angeguggt. Auf Nachfrage hieß es, damit man lernt, was die Kinder so mögen. Eine interessante Methode, die ich vorher nicht kannte.

Da ich Claire für’s Kinderturnen angemeldet habe, saß ich  auf einem Hocker und habe 45 Minuten nichts getan. Nichts! Ich habe den Schnee beobachtet, einen kurzen Powernap gehalten und wieder Schnee beobachtet. Es war herrlich. Anschließend habe ich Claire zu meinem Mann gebracht und war noch einige Minuten mit Marie in der Eingewöhnung. Claire und Michael haben sich dann einen PoPo-Rutscher geschnappt und sind nochmal Schlitten gefahren. Marie und ich haben die Zeit wieder mit spielen verbracht.

Claire futtert fröhlich drauf los

Das Abendessen war anschließend sehr überraschend. Claire, die seit Wochen nur homöopathische Mengen verzehrt hatte, schlug richtig zu! Ob es das Ergebnis des Turnens und Schlittenfahrens war? Ich war sehr froh darüber und habe Hoffnung geschöpft, dass es ihr langsam gefällt. Leider hat sie in unserem Gespräch am Abend erneut gesagt, dass sie die Betreuung doof findet… Hoffentlich versucht sie morgen dennoch etwas länger zu bleiben, sodass ich meinen Kurs machen kann und Michael nicht bei der Eingewöhnung mit Marie gestört wird… Es wäre ein Gewinn für alle wenn Claire einfach bei Marie in der Gruppe sein dürfte…

Mal sehen was der morgige Tag bringen wird. Aktuell kippt die Stimmung bei den Mamas ohne Begleitperson hier etwas: Die Angebote für die Kinder sind mager, es gibt nicht viele Beschäftigungsmöglichkeiten. Sie sind müde und möchten Erholung. Stattdessen haben sie Non-Stop ihre Kinder um sich. Zu Hause könnten sie ihre Kinder sehr viel besser beschäftigen als hier vor Ort. Einige sind echt entnervt:

„Da ist eine 40 Stunden-Woche chilliger, als 2 Tage mit den Kindern hier in der Klinik!“.

Ich hoffe, dass die Personalsituation besser wird und die Betreuung demnächst wieder vollumfänglich angeboten werden kann.. Ansonsten hat man nur noch die Wahl Geld auszugeben um die Kinder zu bespaßen. Ob das aber Sinn der Sache ist?

Ich bin jedenfalls glücklich, dass mein Mann dabei ist. Ich wüsste nicht, wie ich alles handhaben sollte, wenn er nicht dabei wäre. Keines der Kinder scheint die Betreuung gut zu finden. Ohne ihn, könnte ich keines der Angebote wahrnehmen und wäre wahrscheinlich am Randes des Nervenzusammenbruchs. Ich bin unglaublich dankbar, dass er da ist <3

Tagesplan:

  • 9.15 – 9.45 Uhr: Bewegung im Wasser – mit Marie (Ausgefallen)
  • 10.30 – 11.15 Uhr: Eingewöhnung Marie
  • 11.30 – 13 Uhr: Mittagessen
  • 12.00 – 14.00Uhr: Ruhezeit (auf dem Zimmer oder außerhalb d. Geländes)
  • 14.30 – 15.15 uhr: Eingewöhnung Marie
  • 15.45 – 16.15. Spielkreis Marie (Ausgefallen)
  • 17.00  19.00 Abendessen

Von |2019-02-04T19:13:08+00:00Februar 4, 2019|Kategorien: Dies & Das, Muttergefühle|Tags: , , |0 Kommentare

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