Die Rabenmutti
Montag, 4. Februar 2019

Kurtagebuch: Aufenthalt in der Celenus Fachklinik Bromerhof

Tag 5: Schwimmen, Schnee und Schabraken

Endlich Wochenende!! Wir konnten länger schlafen da es Frühstück bis um 10 Uhr gibt und keine Anwendungen anstehen. Gott sei Dank! Nach dem Essen sind wir direkt ins Schwimmbad marschiert. Es ist ein kleines Bad mit 2 Becken – einem Schwimmerbecken (1,42m) und einem Babybecken. Das Babybecken ist mit 33 Grad recht warm (das Bad selbst ist etwas kühl). Leider scheint der Whirlpool nicht in Betrieb zu sein und auch die Dampfsauna gibt es gar nicht. Dennoch hatten wir rund 2 Stunden Spaß – Marie ist eine totale Wasserratte und durch das Becken geschwommen, hat fröhlich gegluckst, gestrampelt und gelacht. Kurz vor 12 haben wir uns abgeduscht – zum Beginn der Ruhezeit um 12 Uhr darf auch das Schwimmbad nicht genutzt werden.

Ab in den Schnee

Marie ist auf dem Zimmer direkt in einen tiefen Schlaf gefallen und hat 2,5 Stunden geschlafen. Wir waren Mittagessen und anschließend habe ich mich zu ihr gelegt, während Claire und Michael im Abenteuersaal unterwegs waren. Nach der Mittagspause zog es uns dann raus in den Schnee – Michael und Claire haben sich für´s Schlitten fahren entschieden. Ich war mit Marie auf dem teilweise freigeschaufelten Spielplatz: Schaukeln und Rutschen geht immer.

Dort habe ich mit einer Mama gesprochen, die die Kur nicht so gut findet – keine Anwendungen, keine Spielezonen für die Kleinkinder, die Betreuung mehr schlecht als recht. Sie spielt mit dem Gedanken nach der zweiten Woche zu fahren, sofern es die Krankenkasse zulässt. Gespräche wie dieses sollte ich an dem Tag noch oft führen. Tatsächlich gehört diese Mutter zu diejenigen, die vorzeitig abbrechen.

Endlich Kontakte mit Kindern!

Später stoßen Michael und Claire dazu. Sie hat sich ein Iglu gewünscht, also fing ich an zu bauen. Den Mädels wurde aber kalt, sie gehen schon rein. Nachdem es dunkel wurde bin ich auch geflüchtet. Nach dem Abendessen haben wir die Mädchen im Foyer herumsausen lassen. Claire hat einige Kontakte geknüpft und fröhlich mit den anderen Mädchen gespielt.

Marie hat ihr nachgeeifert und wollte gern mitspielen. Aber sie kam bei den Großen einfach nicht hinterher. Es tat so weh das zu sehen. Zumal ich mich bei ihr gespiegelt sah: Mittlerweile haben sich Gruppen gebildet. Ich komme zwar immer wieder mit anderen ins Gespräch, aber wenn ihre „Clique“ da ist, war´s das dann auch. Dann bin ich allein. Das tut schon etwas weh…

Essen und Anwendungen sind wichtiger als Kinder

Eine Situation des Abends hatte mir das wieder direkt gezeigt: Wir saßen in der Sitzecke, andere Eltern hatten sich über die Kur beschwert (Essen, Anwendungen…) und auch davon gesprochen, vorzeitig abzubrechen. Es wurden sogar Tipps gegeben, wie man das vor der Krankenkasse begründen könne, ohne zahlen zu müssen. Das Gespräch war ganz lustig, ich habe versucht Verständnis zu zeigen und wenig von meinem Ärger Preis zu geben, da ich bisher auf Unverständnis traf: Mir gefällt es nicht, wie sehr die Kinder hier weinen. Eltern werden nicht informiert. Kinder werden in ihrer Traurigkeit allein gelassen… Niemand versteht mich. Dann entscheiden sie sich ins Café nebenan zu gehen, um einen Absacker zu trinken. Und ich bleibe auf der Couch. Allein. Ich habe nicht den Mut zu fragen, ob ich mit darf…

Ab 20 Uhr heißt es Zimmerarrest

Um 20.00 werden wir (es waren noch ca. 10 Erwachsene da) dann „gebeten“ unsere Kinder in die Zimmer zu schicken, es sei nun Nachtruhe und die Kinder dürfen nicht mehr im Haus herumlaufen. Um 20.03 Uhr wurden wir erneut ermahnt jetzt zu gehen (wir sitzen im Café und haben alle noch Getränke). Wir beginnen die Getränke zügiger zu trinken, und werden um 20.09 Uhr dann vollends rausgeschmissen. Also haben wir unser Bier (alkoholfreies Weizen ^^) auf Ex getrunken und sind hochmarschiert (der Aufzug darf auch nicht mehr genutzt werden).

Ich finde das sehr schade. Immerhin werden hier Kontakte geknüpft, man hat die Zeit miteinander verbracht. Es gibt nirgends eine Sitzecke oder Ähnliches, die man nutzen kann. Die Kinder müssen alle um 20 Uhr auf die Zimmer. Und wer eben kleinere Kinder hat, die sich noch nicht allein bettfertig machen, hat man Pech. Der muss eben auf´s Zimmer gehen und den Abend allein verbringen. Claire ist um 21.30 Uhr eingeschlafen. Um 22 Uhr macht das Café zu. Das hätte sich also auch nicht mehr gelohnt… Es ist schade, weil man sich ein wenig wie im Knast vorkommt – was auch ein Mädchen richtig gut formuliert hat:


Mein Fazit bisher: An sozialen Kontakten mangelt es noch, aber die Kinder haben bisher Spaß. Aktuell ähnelt die Mutter-Kind Kur damit zwar mehr einem Familienurlaub, ich hoffe aber, dass es in der kommenden Woche besser wird.

Tagesplan: Nichts

Von |2019-02-04T19:13:08+00:00Februar 4, 2019|Kategorien: Dies & Das, Muttergefühle|Tags: , , |0 Kommentare

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