Dörte Jensen ist an der Küste aufgewachsen, die unendliche Weite Ostfrieslands, der raue Charm der Küste und die direkte, offene Art der Norddeutschen gefallen ihr besonders. Das ist ein Grund, weshalb sich die Autorin am liebsten durch die Begegnungen mit Menschen zu ihren Ideen inspirieren lässt. Sie hat bisher unter anderem folgende Werke veröffentlicht: „Todeslüge“, „Scherbenpfad“ und „Dünengeist“.

Klappentext:

„Der Geist der Vergangenheit liegt bedrohlich über dem ostfriesischen Anwesen Grafensand, als ausgerechnet Frauke Grafen unter einen schrecklichen Verdacht gerät. Denn alle Beweise sprechen dafür, dass die junge Bankerbin Kommissar Gunnar Hendriks in seiner Wohnung kaltblütig erstochen hat. Der ostfriesische Kommissar war besessen davon, den Tod seines Freundes Renke Grafen aufzuklären. Ist er bei seinen Nachforschungen an brisante Dokumente gelangt, die Geldwäsche im großen Stil nachweisen? Hat Frauke die Nerven verloren im verzweifelten Versuch, ihre Familie und die Grafen Bank zu schützen? Oder zieht jemand im Hintergrund die Strippen und versucht, ihr den Mord in die Schuhe schieben? Fraukes Freunde sind von ihrer Unschuld überzeugt und setzen alles daran, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Doch zunächst müssen sie Frauke finden, denn die ist seit der Tat wie vom Erdboden verschluckt …“

Wichtige Informationen zum Buch:

Dünengeist

Autorin: Dörte Jensen
Erscheinungsdatum: 11.11.2020
Verlag: Klarant

Cover:
Man sieht eine schöne, einsame Dünenlandschaft. Im Hintergrund ist das Meer zu sehen und die Sonne geht langsam unter. Für mich ist es ein sehr idyllisches Bild, was trügerischen Frieden darstellt, wenn man sich den Inhalt des Werks anschaut.

Inhalt:
Mit ihrem neusten Titel „Dünengeist“ wird der dritte Band der „Grafensand“-Reihe und zeitgleich auch der Abschluss der Trilogie veröffentlicht. Die Reihe setzt sich aus den folgenden Titeln zusammen: „Dünenflammen“,“Dünenjagd“ und „Dünengeist“. Die Werke bauen inhaltlich aufeinander auf, dass man sie in der Reihenfolge, in der sie erschienen sind, lesen sollte. Neben allerlei zwischenmenschlichen Beziehungen jeglicher Art, stehen insbesondere die Gefühle, die aus diesen Beziehungen entstehen können, deutlich im Mittelpunkt der Handlung. Es ist unglaublich erschreckend, was Neid, Gier und das ewige Streben nach Macht oder Geld mit bzw. aus einem Menschen machen. Wie wichtig kann einem denn Geld bitte sein, dass man jegliche moralische Überzeugungen über Bord wirft? Für mich ist eine solche skrupellose Einstellung absolut nicht begreiflich. Gefreut habe ich aber die bekannten Charaktere wieder begleiten zu können. Wir begleiten die junge Frauke Grafensand durch ihr Leben, welches alles andere als einfach ist. Sie hatte in der letzten Zeit Verluste zu betrauern, wobei sie eigentlich nie die Ruhe bekommen hat, um sich mit den traumatischen Erlebnissen intensiv auseinander zu setzen. Im Gegenteil sie versucht lediglich die Scherben, die dadurch hinterlassen wurden, wieder zusammen zu setzen. Dabei ist ihr Louis, ihr Lebenspartner, der ihr zur Seite, eine große Hilfe. Genauso wichtig sind aber ihre beiden engen Freundinnen Jenny und Wiebke, die ich beide sehr sympathisch finde.

Aufbau, Struktur & Stil:
Die Handlung in „Dünengeist“ wird dem Leser aus Sicht der einzelnen Charaktere, in der dritten Person, geschildert. So erhält man einen umfassenden Einblick in die Geschehnisse, was mir sehr gefallen hat. Die Ereignisse werden von allen Seiten beleuchtet und man hat so die Möglichkeit sich selbst in die Geschichte hineinzuversetzen. Man befindet sich schon nach wenigen Seiten mitten im Geschehen, was wunderbar Spannung aufkommen lässt. Diese wird zu Beginn der Ereignisse durch zahlreiche Wendungen, mit denen ich so nicht gerechnet hatte, noch erhöht. Dennoch wird die Spannungskurve ab einem gewissen Zeitpunkt leider durch die Tatsache, dass die Entwicklung vorhersehbar ist, negativ beeinflusst. Der Schreibstil von Dörte Jensen ist angenehm flüssig und konnte mich von Beginn an fesseln.

Fazit:
„Dünengeist“ konnte mich absolut fesseln und ist ein gelungener Reihenabschluss, auch wenn ich sagen muss, dass ich Interesse daran hätte Frauke weiter zu begleiten. Im Gegensatz zum vorherigen Band wurde hier jedoch ein wenig Tempo rausgenommen, die Entwicklung war ab einem gewissen Zeitpunkt vorhersehbar für mich.

Ich gebe vier von fünf Funkelchen.