Einschulung: Angst vor dem roten Brief

Einschulung 2019 - Ängste und Sorgen[Werbung durch Markennennung]

Da ist er. Der rote Brief, vor dem ich mich fürchtet habe. Der Anfang vom Ende. Das Hinweisschreiben der Stadt Bonn auf die Schulpflicht meiner großen Tochter Claire. In vielen Mama-Herzen breitet sich da vielleicht schlagartig Stolz aus. Bei mir war es die Angst.

Im August 2019 wird Claire eingeschult. Sie wird Anfang August 6 Jahre alt und ist damit ein „Muss-Kind“. Der Beginn der Schulzeit ist der Beginn einer neuen Ära. So viel ist sicher. Was nicht sicher ist, ist der Verlauf. Wird das Kind gut in der Schule ankommen? Wird es Spaß am Lernen haben? Oder wird es sich durch den Schulalltag quälen und die schlimmste Zeit seines Lebens verbringen? (so habe ich die Schulzeit erlebt).

Ist anders ein Problem?

Ich habe wirklich Angst davor, dass meine Tochter, die so wundervoll in ihrer Art ist die Dinge und die Welt zu sehen, nicht angenommen wird. Dass sie durch ihr „Anderssein“ als Problemkind dargestellt wird. Sie hinterfragt Regeln, sie lässt sich nicht einfach alles sagen. Sie nutzt ihren Kopf, statt blindem Gehorsam. Das ist gut so. Aber in der Schule (oder Gesellschaft) nicht gern gesehen.

All die Selbstständigkeit Lösungswege zu finden wird ihr in der Schule genommen. Stattdessen gibt es Musterwege, wer diesen nicht geht, bekommt eben Punktabzug. Erst kürzlich klagte mir eine Mutter ihr Leid, dass ihr Kind in Mathe alles ohne Zwischenschritte lösen kann und sie nicht notiert. Das ist aber nicht der erlernte Weg und das Kind kassiert die schlechtere Note. Dafür, dass es sehr viel mehr Leistung als andere Kinder erbringt, immerhin scheint er ein helles Köpfchen zu sein und macht es im Kopf. Grotesk. Und trauriger Alltag.

All die Neugierde und Kreativität, die wir in den ersten Lebensjahren befürwortet haben, wird den Kindern genommen – sie müssen sich strikt an den Lehrplan halten und können nicht frei und ungestüm die Welt entdecken. Wir sagen unseren Kindern, sie sind gut so, wie sie sind. Und dann werden sie anhand Zensuren bewertet und oft auch entwertet. Mir macht die Schulzeit wirklich Angst, da die oft inflexiblen Schulsysteme nichts mit Querdenkern anfangen können. Freigeister ecken zu oft an, fallen durch das Raster und müssen für jeden Erfolg kämpfen, um anerkannt zu werden.

Wird mein Kampf zu ihrem?

Ich selbst habe in der Schulzeit oft hart gekämpft – mit den Lehrern, mit den Mitschülern, mit mir selbst. Ich habe mich nicht verstanden und falsch gefühlt. Leider stand ich alleine mit meinen Sorgen und Nöten da. So wird es meinen Mädchen aber nicht ergehen. Ich werde ihnen Rückhalt und Sicherheit geben. Die Defekte und Lücken unseres Bildungssysteme werde ich nicht zu ihren Problemen werden lassen. Ich werde mich für sie einsetzen und keine unfairen Stempel vergeben lassen. Aber es wird ein harter Kampf werden. Imerhin wird man ja auch von der Gesellschaft gern direkt als Helikopermutter abgestempelt, wenn man die Kinder nicht ins kalte Messer laufen lassen will. Das kostet Kraft.

Wenn schon in einer Kita auf Bedürfnisse von Kindern kaum Rücksicht genommen wird, kann ich da erwarten, dass es in der Schule besser wird? Ich denke nicht. Ich fürchte, ich werde sehr viel Geduld und Kraft brauchen, um meine Kinder durch die ersten Schuljahre zu begleiten, bis sie selbst stark genug sind ihre Flügel auszubreiten und den Unzulänglichkeiten des Schulsystems zu trotzen.

Aber ich habe Angst. Angst, dass meine Kraft nicht reichen wird. Angst, dass ich versage und meinen Kindern nicht die Sicherheit mitgeben kann, die sie brauchen.

Ich möchte starke, selbstbewusste Frauen – keine hörigen Wesen

Ich möchte keine gebrochenen Menschen großziehen, die es „irgendwie“ durch die Schulzeit geschafft haben – ehe sie zu großen gebrochenen Menschen werden, die ihr Leben lang therapiert werden müssen, weil sie hart auf das Leben geprallt sind. Nach außen hin mögen diese Menschen funktionieren – keiner geht damit hausieren, dass er eine angeknackste Psyche hat – innerlich sind sie zerrissen.

Hätte ich den Blog nicht und würde meine Gefühle nicht offenbaren, würde mich jeder für eine ganz normale Mama halten. Einen Menschen „aus dem was geworden ist“. Ja. Aus mir ist was geworden. Mit harten Kämpfen und vielen Narben in der Seele. Depressionen. Schmerzen. Selbstzweifeln. Für meine Mädchen möchte ich ein anderes Schicksal.

Und ich hoffe so sehr, dass ich Mittel und Wege finden werde, dass sie in ihrer ganzen inneren Schönheit erblühen können, ohne dafür vom System abgestraft zu werden.

Ich möchte, dass sie sich nicht verstecken müssen, dass sie sie selbst sein dürfen, sich entfalten können und der Welt zeigen können, wie wundervoll sie sind. Ohne die Schubladen und Stempel der Welt. Ich glaube das ist möglich, so lange ich an sie glaube und ihnen helfe, sich selbst zu helfen. Wenn es mir gelingt sie zu selbstständigen Frauen großzuziehen, die ihren Weg gehen, werden sie allen Widrigkeiten trotzdem.

Einhorn Tasche mit Namen von WohnzwergWas die Zukunft bringen wird

Wie ihr merkt, bin ich dem Schulsystem relativ negativ eingestellt. Da ich schon so viele häßliche Kita-Erfahrungen machen musste, habe ich nicht viel Hoffnung für die Schule. Leider bin ich generell eher pessimistisch eingestellt, was nicht gerade hilfreich ist. Daher versuche ich mich auf die positiven Seiten zu fokussieren: Sie wird selbstständiger werden, sie wird viel nützliches Wissen erhalten und sicherlich auch einige persönliche Entwicklungen durchmachen.

Das ganze Leben wird auf den Kopf gestellt und sie erreicht ein neues Level des „sie“ seins. Ich bin sehr gespannt in welche Richtung sie sich entwickeln wird. Was für ein Mensch wird sie werden? Hilfsbereit? Empathisch? (wie ich)  Einzelgängerin? Egoistin? (wie mein Mann). Ich hoffe so sehr, dass sie durch ihre Einzigartigkeit nicht gemobbt wird. Was Mobbing aus einem Menschen macht, weiß ich selbst leider nur zu gut. Ach ja und wieder rutsche ich in die negative Gedankenwelt ab… Poah. Ich hatte beim öffnen des Briefs Tränen in den Augen. Diese ganzen ollen Ängste…

Ich weiß, dass ich sie abschütteln muss. Viele Ängste kommen aus meiner eigenen grausamen Schulzeit. Ich muss Claire den Weg ebnen und mich nicht hineinstellen. Aber so leicht ist das nicht. Ich hoffe, dass ich meine Gedanken mit meinem Mama Coaching und auch der Therapie in der Mutter-Kind-Kur sortieren und auf positive Wege leiten kann.

Shoppen gegen schlechte Laune

Dabei hilft mir ja – da muss ich ehrlich sein – shopping ja auch ganz gut. Also… um die Laune zu heben. Vor allem Shoppen für die Mädels! Klamotten, Bastelkrams, Accessoires… Und da die Schulzeit näher rückt, kann ich mich auf ganz neue Dinge stürzen (das ist meine Art der Schmerztherapie 😉). Darum hatte ich für Claire und Marie auch richtig schöne Taschen besorgt (neben einem Berg an Babauba Klamotten Orrr!). Da Claire im Einhornfieber ist und für die Kita einen Turnbeutel benötigt hat (sie gehen Mittwochs immer in eine Turnhalle zum Turnen, da kein Bewegungsraum vorhanden ist), habe ich ihr einen wunderschönen individuellen Beutel mit Namen anfertigen lassen.

Und damit der Ärger zwischen den Schwestern ausbleibt, gab es für Marie im gleichen Zug eine Kita-Tasche mit dem gleichen Design. Sie wird ja auch mit Claires Schuleintritt ein paar Stunden in die Kinderbetreuung gehen, damit ich beruflich nicht ganz versacke.

Ein liebevoll gefertigtes Weihnachtsgeschenk

Die beiden Taschen konnte ich bei Wohnzwerg individuell nach Wunsch anfertigen lassen. Muster, Farben und auch Namen (oder andere Daten) lassen sich nach persönlichen Bedürfnissen bestellen. Voll schön, oder? Ist bei euch im nächsten Jahr auch eine Einschulung oder der Kita-Start fällig? Dann kann ich euch eine Tasche oder den Beutel wärmstens empfehlen. Die Qualität ist wirklich überragend! Die Nähte sind top, die Taschen halten einiges an Gewicht aus und das Preis-Leistungs-Verhältnis ist angemessen. Vielleicht wäre das ja eine schöne Idee für den Weihnachtsmann?

Wohnzwerg Screenshot

Screenshot: Wohnzwerg.de

Bei Wohnzwerg gibt es noch sehr viel mehr individuelle Geschenkideen. Vielleicht schiebt ihr den Großeltern, Paten oder Freunden einfach mal augenzwinkernd den Link zu? Ich mag ja individuelle und praktische Geschenke unterm Baum am Liebsten – das sagt euch die Frau, die sich WMF Töpfe gewünscht und bekommen hat 🙂 Bis zur Einschulung ist es zwar noch eine Weile hin, aber man sagte mir, um die Weihnachtszeit und Neujahr gäbe es wohl die besten Schnäppchen für die ABC-Schützen. Ab März wird alles teurer. Da bin ich ja froh, dass ich schon Maries Kitarucksack habe…

Ist es wirklich schon so weit?

Mit Blick auf Maries Kita-Tasche werde ich allerdings auch schon wehmütig. Ich kann mir noch gar nicht vorstellen  sie „herzugeben“ und wieder zu arbeiten. Die Zeit mit ihr ist wundervoll. Ich genieße sie. Und ich halte es nicht so lang aus, ohne sie zu sein. Hachz…
Diese Wehmut übermannt mich. Aktuell bin ich aber auch wirklich sehr traurig. Es ist alles ein wenig viel gerade. Manche Mamas können das bestimmt nachvollziehen. Loslassen ist wichtig und richtig. Aber es tut halt auch weh.

Wie war es bei euch Freudentränen mit der Einschulung? Stolz? Angst? Oder eine Mischung? Erzählt mir gern davon!
Wohnzwerg Taschen hinten und innen

Was ist Wohnzwerg?

Unter dem Label Wohnzwerg verkauft Diana seit über 6 Jahren liebevoll handgefertigte Schmuckstücke für eure Liebsten: (Tauf-)Kissen, Zeugnismappen, (Kindergarten-)Taschen, Rucksäcke oder T-Shirts. Ihr erhaltet bei ihr wundervolle Unikate und keine Sachen von der Stange. In ihre Arbeit fließt viel Liebe – das spürt man. Früher war Diana als Architektin tätig, doch nach der Elternzeit fand sich keine Teilzeistelle, um Familie und Beruf in Einklang zu bringen. Also hat sie sich entschieden mit ihrem Handwerk selbstständig zu werden. Ich finde es stark, den alten Lebensweg hinter sich zu lassen und neue Möglichkeiten auszuprobieren und möchte sie gern unterstützen! Schaut unbedingt auf ihrer Webseite vorbei.

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Von |2018-10-30T15:25:05+00:00Oktober 16, 2018|Kategorien: Dies & Das, Muttergefühle|Tags: , , , |9 Kommentare

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Die RabenmuttiStephiJitkaSteffischnuppismama Recent comment authors
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schnuppismama
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Da Du gefragt hast, antworte ich… auch wenn ich fürchte, dass Dir das nicht helfen wird, denn… für mich war die Einschulung schlimm… ich brauchte lange, um mit der Schule warm zu werden. Es fühlte sich an, als würde mir mein Kind weggenommen… es MUSS dorthin, für den vorgeschriebenen Zeitraum! Ich habe in der Zeit keine Entscheidungsgewalt mehr und muss mich gegenüber der Schule und Schulpflicht fügen. Das war emotional mehr als eine Herausforderung für mich! Es hat gedauert, bis ich mich gewöhnt hatte… Nun geht Schmuppi in die 2. Klasse und eigentlich läuft soweit alles gut. Sie kommt gut… Read more »

Jitka
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Ich kann dich sehr gut verstehen! Ich habe auch eine eher kritische bis negative Einstellung zum Schulsystem. Auch ein Mix aus eigener schlechter Erfahrung und meinem jetzigen Menschenbild und Verständnis für kindliche Bedürfnisse und Entwicklung bzw. Lernen und Bildung. Aber bei aller Sorge, die richtigen Weichen zu stellen, versuche ich auch immer das Loslassen, das du ansprichst, zu üben. Ich kann meinem Kind nicht alle Wege ebnen, ihm nicht alle von mir als negativ eingestuften Erlebnisse vorenthalten, kann es nicht vorm Leben selbst bewahren. Und ich kann eigentlich vor allem eins tun: Es hier in seiner geschützten Basis stark machen… Read more »

Steffi
Gast
Steffi

Liebe Yasmin! Es kann auch gut laufen! Es steht und fällt mit den Lehrer*innen. Wir haben eine ganz phantastische Lehrerin,eine großartige Klasse, guten Zusammenhalt,eine wunderbare Schule. Ich hatte vor der Einschulung meiner Großen monatelang Sorgen, wie es wohl werden wird. Sie ist sensibel und wir leben bedürfnisorientiert. Passt das zur Schule? Wird sie zurecht kommen? Wird es ihr gut gehen? Sie darf nicht mehr spielen, muss lernen/arbeiten, ist das nicht furchtbar? Wird die Lehrerin OK sein? Wird sie freundlich und zugewandt oder eher autoritär sein? Wird sie mit den anderen Kindern klarkommen? Etc. Viele Gedanken über Unwägbarkeiten. Ich bin so… Read more »

Stephi
Gast
Stephi

Als Lehrerin kann ich dir nur raten – rede mit den Lehrern deiner Tochter. Offen und ehrlich. Damit können wir umgehen – wir sind keine unmenschen!

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