Lesestart: Wie kann man Kleinkinder beim Lesen lernen fördern? {Gewinnspiel}

Tieralphabet

Anlauttabelle (Posterlounge | Judith Loske Tieralphabet, Forex, 34,95€)

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Kleinkindern das Lesen beibringen? Bitte was? Die Überschrift selbst ist eigentlich schon der Stoff aus dem Shitstorms gemacht sind, daher möchte ich kurz zurückrudern. Zunächst befasse ich mich nicht mit dem „Wie“, sondern dem „Ob“. Sollte man mit Kleinkindern bereits Lesen lernen oder auf den (Vorschul-)Start warten? Die Antwort ist: Kommt drauf an.

Erste Wörter mit 4 Jahren

Claire zeigte vor knapp über einem Jahr Interesse an Buchstaben. Sie wollte wissen, aus welchen Buchstaben ihr Name zuammengesetzt ist. Wir haben ihren Namen als in Großbuchstaben zu Papier gebracht. Begeistert nahm sie den Stift zur Hand und versuchte die Buchstaben „abzumalen“.

Nachdem ihr das gelang, bat sie uns ihr weitere Wörter zu zeigen: Mama, Papa, Oma, Opa Peter, Opa Frank, Yasmin, Michael… Mit der Zeit kamen neue Wörter hinzu, beispielsweise auch Marie Kristin. Claire Sophie Neese. Das Interesse an Buchstaben – und mittlerweile auch Zahlen wuchs stetig an.

Spiegelverkehrt? Kein Problem

Aktuell kann sie ihren Namen aus dem Kopf herausschreiben. Manchmal gelingt es ihr auch mit „Mama“ oder „Michael“. Sie kann die Zahlen von 1 bis 10 schreiben – wenngleich sie es aktuell spiegelverkehrt macht. Das ist aber kein Grund zur Sorge und muss nicht aktiv berichtigt werden. Laut Experte Jean-Paul Fischer (Université de Lorraine in Nancy) gehört das zum normalen Lernprozess dazu. Einige Kinder schreiben ganze Wörter spiegelverkehrt:

„Laut Fischer kündigt spiegelverkehrtes Schreiben keineswegs eine Lese-Rechtschreibschwäche an, sondern ist eine normale Phase beim Erwerb der Schreibkompetenzen.“ (vgl. Gehirn&Geist, Dezember 2012)

Fördern ja, fordern nein

Wir haben es als Eltern schonmal nicht falsch gemacht –  lasst euch da bloß nichts erzählen. Was haben wir aber konkret gemacht? Wir haben ihr Interesse an den Buchstaben und Zahlen akzeptiert und ihr so viel Input gegeben, wie sie gewünscht hat. Nicht mehr, nicht weniger.

Wir fördern ihre Neugier und Wissbegierigkeit natürlich gern, wir fordern aber nichts.

Um ihrem Interesse für Buchstaben ausreichend entgegenzukommen, haben wir ihr beispielsweise ein Buchstaben-Spiel gekauft. Die Buchstaben werden hierbei vorgelesen – sodass sie auch direkt hört, wie sie korrekt ausgesprochen werden. Jeder Buchstaben ist einem Tier zugeordnet, das erleichtert ihr den Lernprozess, da sie die Buchstaben mit ihr bekannten Tierbildern verbinden kann (Eselsbrücken). Sie kann selbst entscheiden wie viele Buchstaben sie lernen möchte und bekommt diese ganz spielerisch vermittelt. Kein Druck, kein Zwang.

Lesen mit Anlauttabelle

Anlauttabelle für spielerisches Lesen lernen

Damit sie das Spiel nicht immer auspacken muss, haben wir ihr zudem eine sogenannte Anlauttabelle besorgt. Anlauttabellen zeichnen sich durch die Verbindung von Buchstaben und Bildern aus. Anlaute sind die ersten Laute eines Objektes, also etwa A wie Affe. Erfunden wurde die Tabelle von Pädagoge Jürgen Reichen. Durch die Anlauttabelle sollen Kinder lernen ganze Wörter zusammenzusetzen. Beispiel: UWE.  Das Kind lernt nun Dank der abgebildeten Tiere , wie das Wort zusammengesetzt und geschrieben wird:  U wie Uhu, W wie Waschbär, E wie Elefant.

„Die Kinder können mithilfe der Worttabelle alles schreiben und müssen nicht, wie beim Fibellehrgang, warten, bis sie einige Buchstaben gelernt haben.“

Prinzipien der Anlauttabelle

Die Methode der Anlauttabelle (synthetische Leselernverfahren) nennt Reichen „Lesen durch Schreiben“. Sie basiert auf zwei Prinzipien:

1.) Das Lernen durch Schreiben: Die Kinder lernen das Lesen direkt durch das Schreiben wer Wörter. Hierbei steht das Schreiben der gesprochenen Sprache im Vordergrund. Das Lesen ergibt sich dann ganz nebenbei.

2.) Selbstständiges Lernen: Es ist wichtig, dass jedes Kind aufgrund seiner individuellen Fertigkeiten lernen kann. Das Kind bestimmt das Tempo. Darin liegt der große Unterschied zum klassischen „Fibellellernen“, welches ich noch aus der Schulzeit kenne.

„Kein Kind wird wie beim Fibelunterricht in einen Lehrgang „gepresst“: „Fibelunterricht ist Frontalunterricht im Klassenverband und geprägt von Nachahmungslernen durch wiederholtes Üben, bei „Lesen durch Schreiben“ geht es dagegen um ein weitgehend individuelles Lernen durch Einsicht.“ (Zitat aus: J. Reichen (2001)“

Claire lernt Buchstaben kennen

Unser Tier-Alphabet

In unserem Fall werden die Anfangsbuchstaben verschiedener Tiere dem Alphabet zugeordnet. Die Anlaute sollen (Klein-)Kinder beim Lesen lernen unterstützen und kommen vor allem in der Grundschule zum Einsatz. In unserer vereinfachten Variante (gekauft bei Posterlounge) gibt es keine Zwielaute (Au, Eu, Ei…) in anderen Varianten allerdings schon. Der Erfolg ist zwar umstritten, dennoch schwören einige Pädagogen darauf.

Natürlich gibt es weitere Methoden, um Kindern vor Schulstart erste Schritte in der großartigen Welt der Bücher zu ermöglichen. Das Lernen durch Schreiben fasziniert mich allerdings am Meisten. Weitere Methoden sind:

  • „Analytische Methode“ (auch: Ganzwortmethode): Die Leser erkennen ganze Wörter, ohne die Buchstaben zu kennen. Das ist allerdings nur für minimalen Wortschatz praktikabel.
  • „Analytisch-synthetische Methode“: Die Wörter werden in ihre Bestandteile zerlegt (Analyse). Zusätzlich werden Buchstaben zu Wörtern zusammengezogen werden (Synthese). Diese Methode wird oft von Fibeln unterstützt.
  • „Silbenanalytischen Methode“ Kinder lernen Schritt für Schritt (Silbe für Silbe) die Strukturen von Wörtern zu erkennen.
Dekoration mit Posterlounge

Dekoration im Wohnzimmer (Posterlounge, Leinwandbild La vie en rose, 25,95€)

Welche Methode ist die Richtige?

Pädagogen versteifen sich heutzutage selten auf eine Methode, sondern wenden Mischformen an. Wenn eure Kinder sich frühzeitig für´s Lesen interessieren, könnt ihr ausprobieren, welches Prinzip am besten passt. Ich finde die Methode über die Anlauttabelle einfach am kindgerechtesten. Bitte drängt euer Kind aber nie dazu, vor dem Schulstart lesen zu lernen.

Grundsätzlich ist es Aufgabe der Schule Lesen und Rechnen zu vermitteln. Eltern müssen es nicht als ihre Aufgabe sehen dem Kind irgendwelche „Vorteile“ mit in die Schulzeit zu geben. Kinder entwickeln und lernen ohnehin sehr individuell.

Hochbegabung? Keine Panik

Ein Sonderfall besteht, wenn das Kind schon sehr früh (mit 3 oder 4 Jahren) ein gesteigertes Interesse zum Lesen entwickelt. In seltenen Fällen kann hierbei eine Hochbegabung vorliegen. Besonders in so einem Fall wäre es schade, wenn der Wissensdurst nicht befriedigt werden würde, da das Kind permanent unterfordert und unzufrieden wäre. Also keine Scheu davor dem Kind Zugang zum gewünschten Wissen zu verschaffen. Sofern es ohne Zwang passiert, ist das nicht schädlich:

„Es geht ja nicht darum, der Schule vorzugreifen, sondern dem Kind ein Werkzeug zu geben, mit dem es seinen Wissenshunger und –durst besser und selbstbestimmter befriedigen kann.“ (Hanna Vock, Juni 2011)

Ich erinnere mich noch an meine Schulzeit und das Lesen lernen mit der Lesemaus. Eine Anlauttabelle hatten wir auch, aber ich konnte nicht viel damit anfangen. Wirklich lesen gelernt habe ich tatsächlich erst in der Schule, das ging aber recht zügig, wenn ich mich richtig erinnere. Wie war das bei euch? Kennt ihr den Frontalunterricht auch noch, oder wurdet ihr individueller betreut?

Kinderzimmer mit Anlauttabelle

Wandbilder von Posterlounge

Die Posterlounge vertreibt Wandbilder fürs Kinderzimmer, Schlafzimmer, Bad, Küche, Büro und Co. Aufgrund vieler verschiedener Stile und Künstler sollte es euch nicht schwerfallen, das passende Produkt zu finden. Jedes Bild kann dabei entweder als Poster, Forex, Leinwandbild, Alu-Dibond, Holzbild oder Acrylglas bestellt werden. Unser Lernbild ist aus Forex, – einem stabilen aber sher leichten Material, sodass es perfekt ins Kinderzimmer passt. Das Material fühlt sich gut an und gibt das Bild in satten Farben wieder. Angebracht haben wir es ganz leicht mit Power Strips.

Mir gefällt die Auswahl verschiedener Bilder und Stile sehr gut. Neben den verschiedenen Buchstaben-Lernpostern für Kinder, gab es noch weitere Bilder mit Lerncharakter: Astronomie, Physik, Mathematik, Biologie sind nur einige weitere Themenfelder, die auf den Bildern aufgegriffen werden.

Gewinnt einen Shop-Gutschein (Abgelaufen)

Ihr seid nun neugierig auf das Sortiment geworden? Posterlounge hat mir einen Gutschein zum Verlosen zur Verfügung gestellt. Wenn ihr also für 25 Euro eure Wohnung aufhübschen möchtet, beantwortet einfach folgende Frage oder macht auf Facebook bei der Verlosung mit:

Wie habt ihr Lesen gelernt?

Gewinnspiel Posterlounge

Wir wünschen allen Teilnehmern viel Glück!

[Anzeige] Vielen Dank an Posterlounge für die Produkt-Samples sowie die Bereitstellung des 25 €-Gutscheins.

Teilnahmebedingungen:
* Teilnahmeschluss ist am 24. September 2018 um 22:00 Uhr.
*  Der Teilnehmer erklärt sich damit einverstanden, dass sein Name im Fall des Gewinns auf dem Blog genannt wird.
* Teilnehmen kann jeder, der über 18 Jahre alt ist und einen Wohnsitz innerhalb Deutschland hat.
* Für den Versand wird keine Haftung übernommen.
* Der Rechtsweg und die Barauszahlung des Gewinns sind ausgeschlossen.
* Alle Daten werden ausschließlich für die Durchführung des Gewinnspiels erhoben und verarbeitet. Sie werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben.
* Ihr erklärt euch damit einverstanden, als Gewinner öffentlich auf Facebook benannt zu werden.

Kleinkindern beim Lesen unterstützen

Von |2018-09-27T22:33:48+00:00September 18, 2018|Kategorien: Dies & Das, Gewinnspiele, Muttergefühle|Tags: , , , , |22 Kommentare

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Jutta Wagner
Gast
Jutta Wagner

In der Schule habe ich erst lesen gelernt danke für diesen tollen Beitrag übers lesen lernen mit Spielerisch ist immer gut habe meine Kinder nur vorgelesen alle 3 Haben erst lesen in der Schule gelernt danke für diesen tollen Bericht

Barbara
Gast
Barbara

Hallo Yasmin, da hast du einen wirklich schönen und informativen Bericht geschrieben. Vielen Dank! Gerne möchte ich an deinem Gewinnspiel teilnehmen. Ich selbst habe in der Schule das Lesen gelernt und ich habe es geliebt. Ich weiß noch, dass wir eine rote Lesefibel hatten, auf der eine Buchstabenlokomotive abgebildet war. Solch einen Buchstabenzug hat auch unsere Lehrerin an die Wand gehängt und mit jedem neuen Buchstaben wurde die Eisenbahn länger und länger. Ich fand das richtig toll! Evi, Rudi und Uli kamen auch in der Fibel vor und ein Gedicht aus der Fibel ist mir immer noch in Erinnerung. Da… Read more »

Nicole G
Gast

Leider weiß ich es nicht mehr genau. Ich glaube es war in der Schule. Vielen Dank für die tolle Verlosung.

Mary Lou
Gast
Mary Lou

Ich habe in der Schule lesen gelernt mit einer Lesefibel, die ich ganz toll fand. Die Poster sind wirklich hübsch und würden super ins Zimmer meiner Tochter passen 🙂
Liebe Grüße

Franziska
Gast

Ich habe es aus Trotz gelernt. Meine Mutter hat mich „bestochen“, wenn ich soundsoviel Meter mit dem Fahrrad ordentlich ohne zu wackeln fahre, gibts ein neues Vorlese-Kapitel. Ich habe aber radfahren gehasst. Also habe ich mich selbst vor das Buch gesetzt mit der Fibel daneben und vor mich hin buchstabiert, bis es Sinn ergab….

Tanja
Gast
Tanja

Wie schön! Ich habe klasssich mi der Fibel gelernt. Toll, dass es heute so viele Möglichkeiten gibt.

Julia
Gast
Julia

Liebe Yasmin, ich danke Dir für diesen tollen Beitrag, ich habe ihn wirklich sehr gerne gelesen, denn genau das ist gerade das Thema meiner ältesten Tochter. Ich persönlich habe erst in der Schule lesen gelernt. Da wurde jeder Buchstabe einzeln durchgenommen, jeder hat eine Art Handbewegung bekommen und es wurden zuerst „Wörter“ wie z.B. „Momo“ oder „Lala“ usw. gelernt und auch von einzelnen Schülern vorgelesen. Ich muss gestehen, dass aus mir nicht die große Leserin geworden ist. Mal sehen, wie meine Tochter damit umgeht und wie leicht es ihr fällt Lesen zu lernen! Über den Gutschein würde ich mich riesig… Read more »

Ina
Gast
Ina

Liebe Rabenmutti oder liebe Yasmin,
ich selbst habe das Lesen noch mit der roten, kleinen Fibel gelernt. Ich bin darüber dankbar, denn ich bin mir sicher, dass ich das Lesen nach Gehör nicht so gut verstanden und behalten hätte und viele Fehler toleriert hätte. Die Diskussion über dieses Thema unterstützt meine Meinung ja auch zum Großteil. Meine Neugier hat mich dazu verleitet den Onlineshop zu durchstöbern: So tolle Poster gibt es, das ist ja der Wahnsinn!
Liebste Grüße, Ina

Lene
Gast
Lene

Ich glaube es war in der Schule, bin mir aber nicht sicher 😊

annni
Gast
annni

Tatsächlich habe ich Lesen gelernt bevor ich in die Schule kam,meine Mama hat mir das Lesen anhand von Kinderbüchern
wunderbar beigebracht und mich somit
sehr gut auf die Schule vorbereitet
Es sind zwar noch ein paar Jahre Zeit aber wenn es bei uns soweit ist dass die Einschulung ansteht,werde ich das ähnlich
machen wie meine Mutter damals mit mir.

LG

nadja hrisch
Gast
nadja hrisch

durch Vorlesen

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