„Sommernachtstod“ verbreitet eine wahnsinnig bedrückende, düstere Atmosphäre !!

Anders de la Motte, der 1971 geboren wurde, arbeitete einige Jahre als Polizist, bevor er Schriftsteller wurde. Im Jahr 2010 gewann er mit seinem Debütroman „Game“ den Preis der Schwedischen Akademie der Krimiautoren für den besten Erstling. Bisher hat er sechs Kriminalromane veröffentlicht, sein aktuelles Werk heißt „Sommernachtstod“.

Klappentext:

„Ein Schatten scheint über einem Dorf in Südschweden zu liegen, seit dort vor 20 Jahren der kleine Billy Lindh spurlos verschwand. Die Mutter des Jungen nahm sich daraufhin das Leben, ein Verdächtiger, dem aber nichts nachgewiesen werden konnte, tauchte unter und ließ Frau und Kinder im Stich. Nun kehrt Billys Schwester, die Therapeutin Vera Lindh, in ihren Heimatort zurück: Ihr neuer Patient Isak hat ihr eine alarmierende Geschichte über einen verschwundenen Jungen erzählt, und Vera will endlich wissen, was damals wirklich geschehen ist. Längst nicht jedem im Dorf gefallen ihre hartnäckigen Fragen. Und wie vertrauenswürdig ist eigentlich Isak?“

Wichtige Informationen zum Buch:

Sommernachtstod

Autor: Anders de la Motte
Erscheinungsdatum: 02. Mai 2018
ISBN: 978-3426306246
Verlag: Droemer

Cover:
Das Cover zeigt ein Bauernhaus, wobei man nur das obere Fenster und den Dachgiebel erkennen kann. Daneben steht ein Baum, der jedoch durch die schwarz gestalteten Blätter und die schwarzen Raben, eher bedrohlich auf mich wirkt. Er scheint immer mehr im Nebel zu versinken.

Inhalt:
„Sommernachtstod“ ist das erste Werk, welches ich vom Autor Anders de la Motte gelesen habe. Der Klappentext hat mich wirklich sehr gereizt und da er in Schweden ein sehr erfolgreicher Schriftsteller ist, habe ich zu diesem Werk gegriffen. Spannend finde ich es auch, wobei dies erst im Nachhinein geschah, den Hintergrund zu erhalten, dass Anders selbst als Polizist gearbeitet hat. Im „Sommernachtstod“ geht es um die Stimmung, die in einem kleinen Dorf herrschen kann. Die Art und Weise, wie dort gegen „unerwünschte“ Menschen gehetzt wird, hat mich doch stark an eigene Erfahrungen erinnert. Haben sich erst einmal ein paar Leute gegen jemanden zusammen gerottet, aus welchen Gründen auch immer, wird es für denjenigen stets schwer sein, sich dagegen zu wehren. Er wird immer einen schwierigen Stand haben, für mich ist das Mobbing der übelsten Art. Nur weil ein Mensch andere Ansichten oder Prioritäten im Leben hat. Schrecklich, diese Mentalität, ganz besonders, wenn es zu einem solchen Ausmaß führt. Dabei gibt es quasi jedes Mal einen der die Truppe anführt und viele Mitläufer, die einfach nur kuschen ohne nachzudenken :-(. Als ob man seinen eigenen Verstand nicht mehr nutzen könnte. Einfach nur erschreckend und leider so authentisch, wie es nur geht. Der zuständige Ermittler in dem Fall des kleinen Billy Lindh gibt sein Bestes. Aber er hat selbst dadurch, dass er aus einem anderen Ort kommt, auch keinen so leichten Stand im Dorf. Man spürt jedoch auf Anhieb, wie sehr ihn das Schicksal der Familie Lindh beschäftigt und wie wichtig ihm Gerechtigkeit ist. Die Tatsache, dass er selbst auch Kinder hat, spielt dabei sicher eine große Rolle. Ich mochte Krister Månsson auf Anhieb. Ein weiterer wichtige Charakter ist Vera Lindh, die ältere Schwester des jungen Billy. Sie hat das Verschwinden ihres Bruders nie verwunden. Dazu kommen noch weitere Schicksalsschläge innerhalb kürzester Zeit. Wie es der Zufall so will, arbeitet Vera als Therapeutin. Ihr Leben ist alles andere als einfach und verläuft in sehr unregelmäßigen Bahnen. Ihr fällt es schwer Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen, sie geraten schnell in eine ungesunde Richtung. Sie kam mir zwischenzeitig unglaublich verloren vor, es ist traurig, dass sie kaum Halt in der Familie findet und keine Freunde hat. Vera ist ein sehr unglücklicher Mensch, der mir immer wie als werde sie von etwas getrieben, erschien. Die Gestaltung der Charaktere habe ich als facettenreich empfunden.

Aufbau, Struktur & Stil:
Die Handlung in „Sommernachtstod“ wird uns aus Sicht beider Protagonisten, Krister und Vera, geschildert. Der Autor hat sich für die Erzählperspektive in der dritten Person entschieden, was ich angesichts des schwierigen Themas, auch als angenehm und angemessen empfunden habe. Die Ereignisse spielen auf zwei Zeitebenen, im Jahr 1983 bekommen wir aus Sicht des Polizeichefs Krister Månsson einen Einblick in die damaligen Ermittlungsarbeiten und Lebensumstände. Der andere Handlungsstrang spielt in der heutigen Zeit und wir begleiten Vera Lindh durch ihren Alltag. Man spürt in den authentisch wirkenden und düsteren Schilderungen des Polizisten, dass der Autor selbst Erfahrungen mit dieser Arbeit gesammelt hat. Beim Lesen habe ich die Atmosphäre in dem Dorf als wahnsinnig bedrückend empfunden. Das habe ich so bisher selten erlebt. Weiterhin trägt der bildliche Schreibstil dazu bei, dass ich mir die Landschaft aber auch die Situationen wahnsinnig gut vor Augen halten konnte. Fast so intensiv, als wäre ich selbst dabei gewesen. Genau diese Stimmung hat mich an das Buch gefesselt, obwohl sich die Ereignisse selbst zwischenzeitig für meinen Geschmack ein wenig ziehen.

Fazit:
„Sommernachtstod“ ist ein Werk, welches mich durch seine bedrückende, düstere und authentische Atmosphäre gefesselt hat. Leider habe ich es so empfunden, das sich die Ereignisse zwischenzeitig ein wenig ziehen.

Ich gebe vier von fünf Funkelchen.

Von |2018-07-27T17:35:48+00:00Juli 27, 2018|Kategorien: Bücher und mehr, Gastblogger|Tags: , , , , |0 Kommentare

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