10 Kita-Regeln: Konstruktive Lösungen mit Beispielen (2) – Pädagogensicht

Konstruktive Regeln für den entspannten Alltag

Da steht man so nichts ahnend in der Küchen und ,,Schwupp“ klingelt das Handy. Eine Nachricht von meiner lieben Freundin der Rabenmutti. Sie schickt mir zwei Fotos. Zwei Seiten Papier. Mit 10 Regeln. Essensregeln. Für das Rabenküken. Nur für das Rabenküken…. Ich merke wie ich sauer werde. Ich musste mich ja schon oft über die KiTa wundern welche das Rabenküken besucht. Aber jetzt wird es einfach total Banane. Hier erst mal die Top 10!

  1. Richtig hinsetzen -> Beine unter den Tisch, nach vorne
  2. Ellenbogen vom Tisch
  3. Während dem Essen kleine Portionen nehmen
  4. Während dem Essen nicht mit vollem Mund
    durch die Gegend laufen , man könnte sich verschlucken
  5. Während des Essens die anderen Kinder nicht ärgern
  6. Flüsterlautstärke
  7. Während dem Essen nicht singen
  8. Abräumen, neu eindecken während dem Frühstüc
  9. Hände vor dem Essen waschen -> Riechprobe
  10. Haargummi während dem Essen

Konsequenz= Nach der dritten Ermahnung wird das essen abgeräumt

Warum greifen Pädagogen zu solchen Maßnahmen?

Uff. Das ist harte Kost. Besonders das drohen mit dem Essensentzug. Nun, warum stellen Pädagogen solche Regeln eigentlich auf? Oberflächlich kann man sagen um eine Art von Esskultur zu etablieren. Ich würde sagen, dass sind Regeln, um sich das Arbeitsleben einfacher zu machen und die Kinder flächenddeckend zu ,, erziehen“. Wenn man das so liest fällt sofort auf: hier geht niemand auf das einzelne Kind ein bzw… hier wird auf einem einzelnen Kinder herumgehackt.

Des öfteren habe ich mitbekommen das solche Methoden in div. KiTas an der Tagesordnung sind. Weil sie vermeintlich helfen alles besser unter Kontrolle zu haben. Diese Regeln sollen Zeit sparen. Tun sie aber nicht, denn durch Drohungen lernen Kinder nicht gut. Ich denke mit ein wenig Mühe und etwas Zeit kann man eine Esskultur schaffen bei der die Kinder gerne mitmachen und Lust haben gemeinsam zu essen. Darum habe ich mal hier meine Top 10 für´s Essen in der KiTa. Nebenbei bemerkt kann man diese Top 10 auch für Frühstück und Mittagessen/Snack verwenden !

Konstruktive Tipps für den Kita-Alltag

1) Ein festes Ritual vor dem Essen!
Damit sich die Kids einstimmen können auf das Essen, sollte man dieses mit einem Ritual beginnen. So haben die Kinder die Möglichkeit runter zu fahren und sich auch auf die gemeinsame Mahlzeit zu freuen. Es muss nichts großes sein. Ein Lied, Tischspruch oder Fingerspiel. Auch ein gemeinsames ,, Guten Appetit!“ ist wunderbar. Wenn eine KiTa ein Kinderrestaurant hat kann man auch hier mit einem gut platzierten ,, Lass es dir schmecken!“ oder ,, Guten Appetit“ einzelne Kinder ansprechen.

2) Am Tisch sitzen
Viele Kinder haben einen von Natur aus sehr ausgeprägten Bewebungsdrang. Das ist total normal. Das man nicht eine Turnstunde beim Essen abhalten soll ist klar. Aber muss man immer wieder Kinder ermahnen, weil sie mit den Füßen zappeln oder etwas hin und her rutschen? Solang die Kiddies sich nicht selbst oder andere weh tun können, sollte man als Erzieher/in auch mal 5 grade sein lassen. Je mehr man es thematisiert desto interessanter wird es für die restlichen Kinder im Raum. Was kann man also konkret machen? Z.B. 10-15 Minuten vor der Essenszeit eine kleine Zappeleinheit machen. Macht Musik an und lasst die Kinder hüpfen, tanzen und springen. Gebt ihnen den Raum um etwas Energie abzubauen.

3) Die Größe der Portion
Jeder kennt das: die Augen waren mal wieder größer als der Magen. Wenn Ihr den Kindern helfen möchtet eine angemessene Portion aufzutun, dann macht Beispielteller. Stellt einen Teller mit einer kindgerechten Portion neben das Essen. So können die Kinder sehen wie viel man auf den Teller packen sollte. Und sagt auch , dass man noch eine zweite Portion nachholen kann wenn sie noch nicht satt sind. Geht auch mit gutem beispielt vorran und nehtm selbst nur eine Kinderportion. Als Pädagoge kann und sollte man als gutes Beispiel vorran gehen 😉

4) Beim Essen wird nicht rumgelaufen
Nun, ich persönlich bin auch der Meinung, dass die Kinder erst wieder eine neue Portion holen, wenn der Teller leer ist. Es ist auch nicht so appetitlich wenn jemand kauend und gut sichtbar herumläuft. Aber Kinder kümmern sich darum nicht. Ja, sie können sich verschlucken. Aber Hand auf´s Herz. Auch wir Erwachsene machen das. Es muss schon ziemlich lecker sein, wenn man sich gleich nachholen möchte. Hier würde ich einfach freundlich aber nachdrücklich den Leckermäulchen klar machen, dass genug Essen da ist, sie nicht losrennen müssen und keine Angst haben müssen nichts mehr zu bekommen. Sie können in Ruhe aufessen und dann eine neue Portion holen.

5) Schöne Atmosphäre beim Essen
Das Auge ist mit. Das weiß jeder. Und wenn es acuh noch gut riecht und eine angenheme Geräuschkulisse vorhanden ist, dann fühlen wir uns wohl. Versucht doch einfach mal das Frühstück/Mittagessen/Snacktime einen Restauranttouch zu geben. Deckt die Tische schön ein, vielleicht mit Blumen oder schönen selbstgebastelten Dingen. Lasst leise Musik im Hintergrund laufen. Farbige Tischdecken oder Platzsets runden das Design ab. Das fühlt sich gleich ganz anders an und gibt dem Thema Essen eine neue Bedeutung. Essen ist Genuss und Sinnlichkeit. Haben Kinder das einmal Begriffen wird das Ärgern am Tisch auch weniger werden. Natürlich wird es immer Ausnahmen geben, dann sollte die betreuende Fachkraft an den Tisch des Kindes gehen und ruhig absprechen, was man tun kann das es die anderen und sich selbst nicht mehr ärgern muss.

6) Flüsterlautstärke? Flüstern Erwachsene beim Essen?
Flüstert Ihr zuhause am Essenstisch? Sicherlich nicht. Hier sind die Fachkräfte gefragt. Redet in angemessener Lautstärke. Weißt die Kinder auf die schöne Musik hin. Oder macht ein Hörspiel an. Das wird die Lautstärke im Raum um einiges senken. Ihr könnt auch etwas vorlesen. Macht es einfach angenehm im Raum.

7) Freude am Essen zeigt sich auf unterschiedliche Weise!
,, Das schmeckt so lecker!“ ,, Jammi, Jammi!“ Wenn es schmeckt, dann schmeckt es. Und jeder Mensch zeigt das anders. Die einen brummen zufrieden, andere Schmatzen. Oder singen. Versucht doch einfach diese Lust aufzufangen. Merkt ihr das ein Kind singt? Holt Euch die Aufmerksamkeit der Gruppe und singt gemeinsam! Bedürfnisorientiertes Arbeiten geht auch beim Essen. Nach dem Lied kann man ruhig erklären, dass jetzt alle weiter das leckere Essen genießen können. Kommt soetwas, zu oft“ vor? Dann auch hier ruhig, liebevoll und bestimmt bleiben.

,, Ich sehe und höre das du sehr viel Spaß am und beim Essen hast. Andere möchten jetzt aber auch Spaß am Essen haben. Nach dem Essen kannst Du/Ihr weiter singen.“

8) Achtsamkeit und Wertschätzung
Abräumen, saubermachen, eindecken. Das nächste Kind kann kommen. Zelebriert dieses Ritual. Zeigt wie schön es ist, dass alle Kinder an einem sauberen, hübschen und angenehmen Ort essen können. Signalisiert, dass das nächste Kind sich bestimmt freuen wird an einem schönen Tisch zu sitzen und mit Genuss essen kann. Die Gruppe ist fast so etwas wie eine Familie. Man möchte das es der Familie gut geht. Man passt auf sich auf und tut sich gegenseitig wohl.

9) Händewaschen kann doch jedes Kind!
Ihr möchtet saubere Kinderhände am Essenstisch? Dann geht zusammen Hände waschen. Hier sind alle Fachkräfte gefragt. Dafür gibt es einen zum Beispiel eine feste Zeit zum Hände waschen. Geht gemeinsam mit der Gruppe zum Bad. Wascht Euch selbst die Hände. Sobald sich dieses Ritual gefestigt habt können 1-2 Kinder die Rolle der Fachkräfte übernehmen. Sie sind die ,, Ober-Hände-Wasch-Meister“ und passen auf das alle Seife benutzen. 😉 Kinder lieben es solche Aufgaben zu übernehmen. Klar flutscht mal 1 Racker durch ohne saubere Hände.

Aber bitte macht nicht vor allen anderen die ,, Riechprobe“. Das ist peinlich und stellt das Kind bloß. Geht lieber zusammen Hände waschen.

10) Die berüchtigten 2: Ärmel hoch und Haare zusammen
Am Ende eines Kitatages können die Eltern anhand der Kleidung ihrer Kinder sehen was es zu essen gab. Ich denke Ihr wisst wovon ich spreche 😉 Deshalb ist es wichtig den Kinder zu zeigen, wie man sein Essen genießen kann, ohne die Hälfte mit den Ärmel aufzuwischen. Helft den kleinen Kindern beim hochrempeln. Singt vor dem Essen ein Quatschlied welches das Ärmel hochziehen thematisiert: macht es vor. Bietet den Kindern mit langen Haaren an, ihnen zu helfen einen Zopf zu machen oder die Haare hinter die Ohren zu stecken.

Und bitte, bitte bitte, schimpft nicht, wenn es doch im Haar landet. Kind und Klamotten können sauber gemacht werden.

Mein Fazit

Man braucht Zeit um eine angenehme und entspannte Atmosphäre beim Essen zu schaffen. Aber einer muss damit anfangen. Ich kann allen Kollegen/Kolleginnen nur empfehlen eine gemeinsame Weiterbildung zum Thema ,, Essen mit Kindern“ zu besuchen. Manchmal ist man einfach ,,Betriebsblind“ und findet einfach keine Alternativen zu strengen Regeln und Konsequenzen. Essen wegnehmen, Kinder vor der Gruppe bloß stellen oder mit Hunger aus der Gruppe schicken ist ein No go. Ihr müsst Euch die Zeit nehmen und Eure Einstellung überdenken. Solche Rituale kann man auch mit wenig Personal etablieren und pflegen. So kann man auch mit Unterbesetzung Kinder ein genussvolles essenserlebniss bieten.

Wie sieht es bei Euch so aus? Was macht Ihr zuhause um das gemeinsame Essen zu genießen?
Schreibt einfach ein Kommentar.

Eure Tante Vanja

 

PS: Wir behalten es uns vor Kommentare, die von Trollen geschrieben werden nicht zu veröffentlichen. Trolle = Menschen, die destruktive Kritik üben und sich hinter Fake-E-Mail-Adressen verstecken. Wer schon sinnlos meckert, sollte wenigstens dazu stehen können 😉

Von | 2018-01-19T23:09:51+00:00 Januar 16, 2018|Kategorien: Dies & Das, Muttergefühle|Tags: , , , |6 Kommentare

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6 Kommentare auf "10 Kita-Regeln: Konstruktive Lösungen mit Beispielen (2) – Pädagogensicht"

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Snowqueen
Gast

Boah, Vanja, das ist mal echt ein soooo toller Artikel und eine wirklich gute Aufschlüsselung, wie es besser (und vor allem freundlicher!) laufen könnte. Hut ab vor so viel Kompetenz! Ich hoffe, Claires Erzieherinnen nehmen sich ein Beispiel.
Liebe Grüße, Snowqueen

Die Rabenmutti
Webmaster

Nicht umsonst ist sie Claires Tante <3

Jane
Gast
Jane

Tut mir Leid, es ist Off-Topic. Aber ich finde, sowas muss auch mal gesagt werden: Auch beim Bloggen sollte man Rechtschreibung und Grammatik nicht dermaßen vernachlässigen. Entweder man sollte das selbst üben oder jemanden finden, der Korrektur liest. Erst recht, wenn die Hauptbetreiberin Online-Redakteurin ist. Ich will keinen Stunk machen, aber das stört mich schon lange und dieser Beitrag ist wieder ein Beispiel, wo es echt schwer wird, das Ganze zu ignorieren.

Die Rabenmutti
Webmaster
Hallo Jane, wenn du möchtest, darfst du dich gern als freie Lektorin anbieten und Vanjas Texte korrigieren 🙂 Auf der Webseite findest du unsere Mailadresse. Sie ist ursprünglich Amerikanerin und dafür schreibt sie doch sehr schön und ich finde auch verständlich. Wenn du Probleme mit ihrer Rechtschreibung hast, kannst du gern die Fehler konstruktiv beheben, oder aber ich empfehle, die Texte nicht weiter zu lesen, wenn sie dich dermaßen verärgern. Damit ist niemandem geholfen und es führt zu unnötig Stunk. Das mag doch keiner 🙂 Was genau hat es mit meinem Job zu tun, dass der Text Fehler enthält? Ich… Read more »

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