Aktionsbeitrag zum Werk „Töte Dich!“ : Interview mit André Wegmann

Hallo ihr Lieben, anlässlich der aktuellen Veröffentlichung seines neusten Werks „Töte Dich !“ durfte ich André Wegmann einige Fragen stellen. Einiges hat mich selbst überrascht !! Aber schaut selbst rein …

In „Töte Dich!“ erwartet Privatermittler Michael Jesko und sein Team ein besonders brisanter Fall. Eine junge Frau, die unter psychischen Problemen litt, hat sich in ihrer Wohnung erhängt. Allerdings wurde sie dazu von einem Mann angestiftet, den sie im Internet kennengelernt hatte. Die völlig am Boden zerstörte Mutter der Frau bittet Jesko, diesen Mann ausfindig zu machen. Von den Behörden fühlt sie sich im Stich gelassen, denn weil Suizid in Deutschland nicht strafbar ist, gilt das auch für die Anstiftung dazu und daher finden gar keine offiziellen Ermittlungen statt. Michael Jesko, der aufgrund privater Differenzen mit seiner Kollegin Kimi gerade selbst angeschlagen ist, muss nun den Perversen stoppen, der, so wird schnell klar, gerade erst mit seinem schändlichen Treiben angefangen hat. Es beginnt eine rasante Jagd, die von Bochum quer durch Ostfriesland führt. Jesko muss dabei überlegen, was er eigentlich mit dem Perversen anstellen will, sollte er ihn finden. Denn rein rechtlich hat der sich, zumindest bei der Tochter von Jeskos Auftraggeberin, gar keines Verbrechens schuldig gemacht.

„Töte Dich!“ beschäftigt sich ja mit dem doch sehr heiklen Thema Selbstmord. Was hat dich
dazu inspiriert, dieses Thema in den Mittelpunkt zu stellen?

Die Ausgangslage des Romans basiert auf einer wahren Begebenheit. Im letzten Jahr wurde eine junge Frau aus Bremen, die sich nach einer Lebenskrise schon wieder auf dem Weg der Besserung befand, von einer Internetbekanntschaft systematisch dazu überredet, sich das Leben zu nehmen, was sie dann auch letztlich tat. Dass so ein Vorgehen rein rechtlich gar nicht strafbar ist, hat mich schon empört und auf die Idee zu diesem Thriller gebracht. Der Fall ist außerdem ideal für meinen Privatermittler, der immer dann ins Spiel kommt, wenn die Polizei nicht weiter weiß, nicht hinzugezogen werden soll oder, wie hier, nicht tätig wird.

Andererseits sprichst du auch Depressionen, die ja bekanntermaßen eine Erkrankung sind, unter der viele Menschen leiden, an? Wie kann man sich denn die Recherchearbeit zu beiden Themen vorstellen?

Die beiden Themen hängen ja zusammen, da Depressionen mit Sicherheit die häufigste Ursache sind, die zu Selbstmord führen. Es gibt im Internet viele Seiten, die sich um das Thema Depressionen drehen und auf denen Betroffene Einblicke in ihre Gedanken- und Gefühlswelt geben. Wenn bei diesen Menschen noch andere Probleme hinzukommen, kann man sich leicht vorstellen, dass sie schnell keine Hoffnung mehr sehen. Lernen sie dann jemanden kennen, der ihnen vermeintlich helfen will, klammern sie sich an so einen Kontakt. Führt dieser jemand, der denBetroffenen vielleicht auch noch intellektuell überlegen ist, jedoch nichts Gutes im Schilde, kann er ihnen leicht den Rest geben. Deswegen ist dieses „Verbrechen“ irgendwie besonders schändlich und es kann eigentlich nicht sein, dass es nicht als Straftat gewertet wird.

Michael Jesko ist beruflich als Privatermittler sehr engagiert. Gibt es einen Menschen, der dir hier als Vorbild für den Charakter diente? Aus welchem Grund arbeitet er als Privatermittler und ist kein Kommissar etc.? Liegt es womöglich daran, dass ein Privatermittler „freier“ arbeiten kann, weniger Strukturen einhalten muss?

Einen Menschen, der mir als Vorbild für den Charakter Michael Jesko diente, gibt es eigentlich nicht. Jesko ist ein Gerechtigkeitsfanatiker, der Rätsel liebt. Diese beiden Faktoren sind schon die wichtigsten Gründe für seine Berufswahl. Und ja, er kann als Privatermittler freier arbeiten, muss keinen „Dienstweg“ einhalten und kann hier und da nach seinem Ermessen auch mal die „Regeln“ etwas dehnen, wenn es im Endeffekt der Sache dient. Sein Fall in „Töte Dich!“ ist ein gutes Beispiel, warum er nicht bei der Polizei arbeitet. Dort dürfte er gar keine Ermittlungen aufnehmen, obwohl der gesunde Menschenverstand danach schreit.

Wie würdest du den Protagonisten Michael Jesko beschreiben?

Jesko ist ein ruhiger, besonnener und intelligenter Typ, der viel Mitgefühl mit anderen Menschen hat und Ungerechtigkeiten nicht ausstehen kann. Er hat eine härtere Seite, die sich unter anderem durch seine Leidenschaft für den Boxsport und seine Vorliebe für harte Rockmusik zeigt, aber auch eine sensible Seite. Er neigt zu Grübeleien und kann sehr empfindsam sein. Probleme, sowohl private als auch berufliche, geht er gerne mit logischem Denken an, er hat aber in letzter Zeit auch gelernt, immer häufiger seinem Bauchgefühl zu vertrauen. Er ist willensstark, eher introvertiert und oft auch stur. Die letztgenannte Eigenschaft hat er von seinem Vater. Zu seinen Schwächen kann man den Alkohol und die Frauen zählen.

Dürfen die Leser weitere Titel mit den bekannten Darstellern erwarten? Kannst du uns einen kleinen Ausblick geben?

Ich arbeite gerade an einem dritten Teil. Die Pensionswirtin Gerda feiert bald ihren 75.ten Geburtstag, da lädt sie natürlich auch Michael Jesko ein, den sie ja mittlerweile fest in ihr Herz geschlossen hat. Peter mag sie ebenfalls, also stehen die Chancen gut, die bekannten Darsteller bei dem Anlass bald wieder zu erleben. 😉

 

Vielen lieben Dank lieber André für die spannenden Antworten und deine Zeit 🙂 !!

Von | 2017-07-14T09:29:32+00:00 Juli 14, 2017|Kategorien: Bücher und mehr, Gastblogger|Tags: , , , |0 Kommentare

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