Positiver Geburtsbericht von Astrid: So kam Konstantin zur Welt {Gastbeitrag}

Astrid ist Mutter, kehrt gern im Familotel Ottonenhof ein und wird demnächst fest zum Rabenmutti-Team gehören 🙂 Ihren Einstand feiert sie nun mit einem positiven Geburtsbericht ihres Sohnes Konstantin. Auch, wenn der Bericht kein Höllenszenario beschreibt, ist er nicht durchweg positiv. Astrid hat offen über die negativen Seiten geschrieben: Hat die Schmerzen nicht verharmlost. Das finde ich besonders gut daran: Ehrlich, authentisch, ungeschönt. Das passt hier super hin, finde ich.

Positiver Geburtsbericht über Astrids “Turbobaby”

Die Schwangerschaft von Yasmin hat auch bei mir wieder einige Erinnerungen wach gerufen. Konstantin ist nun schon 4 Jahre alt und trotzdem sind mir viele Dinge noch sehr präsent.  Ähnlich wie Yasmin hatte ich ziemlichen Schiss vor der Geburt. Ich hatte null Ahnung was mich erwarten würde. Also googelte ich was das Zeug hält. Bewusst habe ich auf Videos verzichtet. Stattdessen habe ich mir nur positive Geburtsberichte durchgelesen. Diese haben mir ziemlich viel Zuversicht gegeben. Daher hier nun auch mein Geburtsbericht.

Mein letzter Arztbesuch

Zwei Tage vor dem errechneten Geburtstermin hatte ich noch einen Termin beim Frauenarzt. Alles sah super aus. Auf die Frage was er denn in Sachen Geburt so vermuten würde, antwortete er schon halb hinausgehend nur trocken „Na das Kind hat jetzt schon mindestens 4 kg und in der nächsten Woche wird sich da auch nichts tun. Gehen Sie mal direkt nach dem errechneten Termin ins Krankenhaus und lassen einleiten. Sonst endet das noch im kompletten Desaster“. Dann bekam ich noch die Krankenhauseinweisung in die Hand gedrückt und tschüss. Was war ich froh, dass ich die weltbeste Hebamme an meiner Seite hatte. Sie beruhigte mich und erklärte mir, dass sie das gar nicht so sehen würde. Nun ja der errechnete Termin kam und nichts geschah. Der kleine Kerl machte es sich weiter bequem und regelmäßiges Spazierengehen half auch nichts. Ich trank fleißig Himbeerblättertee, machte Dampfsitzbäder und aß Leinsamen. Alles was ich beeinflussen konnte, wollte ich beeinflussen. Ihr merkt schon – dieses Loslassen was einem bei Geburten immer empfohlen wird, war bis dahin nicht so meins.

 

Meine Angst vor der Einleitung

Es kam das Wochenende und nichts tat sich. Da wir keine Badewanne haben, quartierte ich mich am Samstag im Haus meiner Schwiegermutter ein. Sie war passenderweise im Urlaub und hat eine seeehr bequeme Badewanne.  Mein Schatz reichte mir in mein Totes Meer-Bad noch ein Glas Sekt.  Hach Luxus pur. Aber es tat sich wieder genau….nix.
Ich hatte ziemlich viel Angst vor einer Einleitung im Krankenhaus, da mir Dr. Google darüber nicht viel Gutes berichtet hat. Zum Abendessen gab es also noch einen „Spezialtrunk“ aus Zimt, Nelken, Ingwer und Kardamon. Das schmeckte ein bisschen wie Weihnachten mitten im Herbst.

Danach ging ich mit den Worten „Morgen ist Sonntag. Da mach ich einfach mal gar nix.“ Tja Pustekuchen. Das sollte meine erste Lektion in Sachen Planen und Kinder werden….

Mein Weckruf

In der Nacht wachte ich um kurz nach Mitternacht auf, weil es plötzlich etwas feucht im Bett wurde. Mir war ziemlich schnell klar, dass das wohl die Fruchtblase war. Wehen waren aber nach wie vor nicht in Sicht. Also weckte ich mal vorsichtig meinen Mann. Wir riefen im Kreißsaal an und fragten was wir denn jetzt tun sollten.  Antwort: ruhig bleiben und sich langsam auf den Weg machen. In aller Ruhe packten wir also noch den Rest in die Krankenhaustasche: kalte Cola, ein paar Müsliriegel, Zahnbürste etc. Und wir machten dies wirklich in aller Ruhe. Fragt mich nicht woher ich aufgeregtes Huhn plötzlich diese unglaubliche Gelassenheit her nahm. Ich freute mich einfach, dass es jetzt losgehen sollte. Na ja und mein Mann ist auch eher von der ruhigen Sorte. Nach dem zweiten Umziehen gab ich es auf. Wie viel Fruchtwasser hat frau eigentlich??? Wir nahmen noch ein Handtuch für den Autositz mit und los ging die zehnminütige Fahrt ins Krankenhaus.

Meine weitere Nacht im Krankenhaus

Rund eine Stunde nach dem Blasensprung waren wir dann im Krankenhaus und das CTG zeigte genau 0 Wehen. Mein Mann wurde wieder nach Hause geschickt, da es leider kein Familienzimmer gab. Ich sollte etwas schlafen. Ha ha! Ich kam alleine auf ein Zimmer und versuchte etwas zu schlafen. Da kam Lektion Nummer zwei. Kurz bevor ich endlich eingeschlafen war, setzten die Wehen ein. Mittlerweile war es 3:20 Uhr. Schnell fühlten sich die Wehen im Liegen nicht so gut an. Ich begann also im Zimmer auf und ab zu laufen. Dabei trug ich die Wehenabstände in mein Handy ein. Nachdem die Wehen relativ regelmäßig und in kürzeren Abständen kamen, ging ich gegen 4:30 Uhr Richtung Kreißsaal. Dort erwartetet mich eine ältere und mürrische Hebamme. Ich sollte mich hinlegen und sie schloss das CTG an. Dann ging sie wieder raus und ließ mich alleine in dem kleinen Raum. Oh man waren die Wehen im Liegen fies!

Nach 10 min konnte ich es nicht mehr aushalten. Ich klingelte nach ihr und fragte ob ich mich nicht wenigstens hinsetzen könnte. Daraufhin wurde ich angepampt, dass sie dann das CTG komplett neu schreiben müssten. Na ja ich ließ mich von ihr einschüchtern. Meinen Mann hatte ich per Handy auch schon informiert, dass es langsam losgeht. Bei der Untersuchung wurde festgestellt, dass mein Muttermund immerhin schon 4 cm auf war. Ein Anfang war also gemacht. Ich ließ mir gegen 5:30 Uhr noch einen Einlauf machen. Eine meiner Ängste vor der Geburt war im Kreißsaal nicht so ganz an mich halten zu können.

Der neue Fernseher

Wir sollten ein wenig in den Gängen auf und ab laufen und ich sollte mich eine halbe Stunde lang nicht hinsetzen. Ich atmete während der Wehen wie wir es im Geburtsvorbereitungskurs gelernt hatten. Bei jeder Wehe dachte ich mir, dass sie mich meinem Sohn näher bringt. Meinem Baby! In den Wehenpausen scherzten wir herum und redeten über die Zukunft. Mein Mann verhandelte ganz clever dabei noch einen neuen Fernseher. Schließlich seien wir doch demnächst mehr daheim und unser alter Röhrenfernseher habe doch langsam ausgedient. Bevor die nächste Wehe kam, stimmte ich dem schnell zu. In der nächsten Wehenpause versuchte er heraus zu handeln, dass ein Millenium Falcon an die Kinderzimmerwand kommen sollte.  Das war dann doch etwas zu viel. Aber immerhin sollte mein Mann am gleichen Tag einen neuen Fernseher und einen Sohn bekommen.

Unser Kreißsaal

Als die halbe Stunde um war, konnte ich es vor Schmerzen kaum aushalten. PDA klang plötzlich ganz super. Also klingelten wir an der Tür vor den Kreißsälen. Endlich durften wir um 6 Uhr auch „unseren“ Kreißsaal beziehen. Ah hier sollten wir also die Geburtsmusik hören und es uns gemütlich machen. Ich machte es mir erst einmal auf der Toilette gemütlich. Die Hebamme, die uns jetzt betreute war zum Glück viel netter. Ich kannte sie schon von der geburtsvorbereitenden Akupunktur. Für die PDA sollte ich noch einen Fragebogen ausfüllen, den ich beim Anmeldegespräch bekommen hatte. Super! Das hatte ich natürlich schon längst erledigt. Dummerweise lag der Bogen zu Hause. Grandios! Also nochmal von vorn.

Mein Mann fragte mich jede Frage einzeln ab. Währenddessen übergab ich mich erstmal. Im Nachhinein lernte ich, dass das manchmal bei Wehen vorkommen kann. Puh na immerhin war jetzt wirklich alles raus. Nur mein Baby noch nicht. Also weiter. Fragebogen war ausgefüllt. Anästhesist zum PDA Legen war angefordert, Spritzen als Wehenhemmer lagen bereit. Die Hebamme wollte nur noch eben den Muttermund untersuchen. Dazu sollte ich dann auch doch mal die Hose ausziehen.

Tja und dann begann eine kurze Diskussion zwischen Hebamme und meinem Mann. Der Muttermund war schon ziemlich weit auf. Der dringende Rat der der Hebamme war also den Rest jetzt auch noch ohne PDA durchzuziehen. Der Anästhesist zog leicht beleidigt ab. Anscheinend war ihm das in dieser Nacht schon das zweite Mal passiert. Tja blöd gelaufen. Ich war nur kurz enttäuscht bevor die nächste Wehe auch schon wieder voll anrollte. Jetzt kamen wir also in diese viel gefürchtete Übergangsphase.

Mädels ihr merkt wenn ihr in dieser Phase seid. Es tat richtig weh und ich hatte das Gefühl mir würde jemand meine Innereien mit einem heißen Eisen bearbeiten.

Die ganze Zeit konnte ich übrigens nur stehen. Die Hebamme war super und ließ mich perfekt gewähren. Sie unterstützte mich einfach nur und fuhr das Bett so hoch, dass ich mich super abstützen konnte. Plötzlich merkte ich, dass mein Kleiner jetzt wirklich raus will. Die Hebamme schob mir unter ein Bein noch einen Hocker und brachte meine Beine in die perfekte Position. Vor Anstrengung beim Pressen zitterten die auch ganz schön. Nur wohin jetzt mit den Schmerzen? Zähne zusammen beißen und durch. Zum Glück (für mich) erblickte ich den Arm meines Mannes. Ich biß hinein und schon war der Schmerz (für mich jedenfalls) weniger schlimm. Geteiltes Leid eben. Es ist ganz schön fies, wenn man merkt dass wenn man jetzt weiter presst da was reißen wird, aber man es ja irgendwie muss.

Er ist da

Und dann war es soweit. Um 6:52 Uhr erblickte Konstantin das Licht der Welt. Die Hebamme fing ihn gerade noch rechtzeitig auf und bugsierte danach mich samt Baby aufs Bett. Mein Kreislauf war jetzt doch etwas im Keller. Und da war es plötzlich. Das süßeste Baby auf der Welt. Der stolze Papa schnitt die Nabelschnur durch. Entrüstet weinte mein Kleiner erst einmal etwas. Aus einem Gefühl heraus begann ich ihm das Gute-Nacht-Lied vorzusingen was ich jeden Abend in der Schwangerschaft gesungen hatte. Er wurde ganz ruhig und schaute mich mit großen Augen an. Die Ärztin untersuchte mich noch und machte noch einen Stich – natürlich auch wieder ohne Betäubung. Grrrr!

Wir durften intensiv und in aller Ruhe im Kreißsaal kuscheln und uns Kennenlernen. Die Geburt war einfach überwältigend schön. Ich bin sehr dankbar für die tollen Hebammen im Krankenhaus und meine wundervolle Hebamme daheim. Ich hatte die Sicherheit und alle medizinischen Möglichkeiten des Krankenhauses, aber gleichzeitig alle Freiheiten. Das war für mich perfekt So hatte ich den Kopf frei und musste nicht daran denken, was wäre wenn.

Der beste Tipp, den ich vorher bekommen habe, war alles auf mich zukommen zu lassen.

Jede Frau, jedes Baby, jede Geburt ist anders. Ich habe mich beispielsweise vorher nicht klar entschieden, ob ich eine PDA will oder nicht. So war ich auch nicht zu enttäuscht, als es dafür zu spät war. Man kann seine Reaktionen und seine Wünsche in so einer extremen Situation nicht vorher sagen und nicht planen. Ich habe immer nur gedacht, dass mich jede Wehe, jeder Schmerz meinem süßen Baby näher bringt. Und dafür hätte ich alles in Kauf genommen.

Geburt von Konstantin

Konstantin war übrigens als „Turbobaby“ auf der Station bekannt, weil er es so eilig hatte. Und mein Mann zeigte noch taaaaagelaaang allen die es sehen wollten (oder auch nicht) meine Zahnabdrücke in seinem Arm. Bei der nächsten Geburt war er da etwas vorsichtiger. Doch davon berichte ich euch demnächst mal.
Wie habt ihr eure Geburten erlebt? Hattet ihr vorher einen Plan gemacht?

By | 2017-03-29T20:24:56+00:00 März 29, 2017|Categories: Dies & Das, Mutterleiden|Tags: , , , , |0 Comments

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