Erziehung war früher leichter, oder? Meine Sackgasse

Wenn ich mich an meine Erziehung zurückerinnere, scheint mir das Muster völlig einfach gewesen sein: Mama bzw. Papa ist der Chef und wir haben Folge zu leisten. Ganz nach dem Motto „Wenn der Kuchen spricht, haben die Krümel zu schweigen“ mussten wir einfach das tun, was uns aufgetragen wurde. War dem nicht so, gab es Strafen wie Schimpfe oder auch mal Prügel. Mitspracherecht gab es damals nicht, wir mussten das Leben nehmen, wie es kommt.

 Allerdings wollte ich das nicht für Claire. Sehr gern wollte ich, dass wir es schaffen, auf Augenhöhe zu kommunizieren und, dass ich ihre Wünsche einfließen lassen kann. Ich wollte eine liebevolle Beziehung zu ihr aufbauen und ihre Bedürfnisse einfach berücksichtigen – soweit ich selber kann.

Grenzen ja, aber mit Gefühl

Natürlich verstehe ich meine Mutter im Ansatz schon: Sie hat Grenzen gesetzt, die habe ich nicht eingehalten. Auch ich setze Claire Grenzen, es gibt Dinge, die darf sie einfach nicht. Dazu gehört schlagen oder treten (nach Mensch und Tier). Dann gibt es Dinge, die sie nur eingeschränkt darf: Kika schauen, Süßigkeiten essen oder Lärm machen.

Hier Bedarf es einer Absprache und klarer Festlegung. Schon das klappt oft nicht… Trotzdem möchte ich es einfach gern weiter versuchen: Unsere Bedürfnisse als Eltern, ihre Bedürfnisse und das Leben, welches ebenfalls so seine Grenzen setzt, sollten miteinander vereinbar gemacht werden. Und hier stoße ich an meine Grenzen. Ich kann es nicht. Und ich verstehe nicht, wie man es anders machen kann…

In der Erziehungs-Sackgasse

Mein De-Eskalationsplan

Grundlegend ist mein De-Eskalationsplan wie folgt: Claire möchte etwas, was sie aber zu diesem Zeitpunkt gerade nicht bekommen kann. Ich setze mich zu ihr, gehe in die Hocke oder nehme sie auf den Schoß und versuche zu erklären, dass ich das verstehe und mir auch oft XY wünsche, aber es leider manchmal nicht geht. Ich ernte erstes skeptisches Stirnrunzeln. Dann erkläre ich weiter, dass sie XY heute/im Moment/vor dem Essen nicht haben kann, weil „Dies, Das und Jenes“. Das Warum ist aber egal. Sie hat nur eines vernommen: Nein!!! Damit geht der Terror los und sie fängt an zu weinen. Manchmal kann ich sie dann damit beruhigen, dass es eine Alternative B gibt, die sie sofort haben kann, oder dass sie XY gern haben kann, wenn sie Z gemacht hat. Uff. Unglück abgewendet. Aber manchmal…da hilft alles nichts. Kein Kompromiss, kein Reden, keine Erklärung. Da führt ein „Geht nicht“ zu einem Super-Gau. Mit Toben, Kratzen, Beißen, Schreien – alles was dazugehört. Und an dieser Stelle setze ich dann aus. Denn ich weiß einfach nicht damit umzugehen.

Erst dieses Wochenende kam Claire gefühlt von einer in die andere Trotzphase hinein. So lang sie bekommt, was sie will und ihre Bedürfnisse erfüllt werden, ist sie ein Engelchen. Wehe aber, wir sagen aus bestimmten Gründen „Nein!”. Ich versuche es so oft es geht zu vermeiden und zu umschreiben, zu erklären, wieso etwas gerade nicht geht. Aber sie macht sowieso keinen Unterschied. Zwei dieser Situationen stelle ich euch mal kurz vor, damit ihr versteht, worum es mir geht:

Wir müssen im Lidl noch eben Einkäufe erledigen, damit es am Montag Frühstück gibt (hach, ihr kennt das bestimmt…). Dort gibt es eine Backwaren-Theke. Claire kann sich auch stets immer ein Stück dort aussuchen, kein Problem. Ich habe Claire mit meinem Mann zu den Backwaren geschickt und wollte selber eben Tücher besorgen.

Nein aus Hygienebedenken

Diesmal wollte sie gern einen Berliner (Pfannkuchen, Krapfen – wie ihr es auch nennt) haben. Allerdings gab es nur noch Berliner, die bereits außerhalb des Kastens lagen. Er hatte so seine Bedenken: Wie oft wurden sie schon angefasst? Wie lange liegen sie dort? Hat vielleicht jemand krankes die Berliner angefasst? Da er das unhygienisch fand und nicht wusste, ob sie vielleicht sogar schon auf dem Boden lagen, kam er zu dem Entschluss, dass diese Berliner nicht essbar sind. Hier stimme ich ihm voll zu!

Er hat also „Nein“ gesagt und versuchte zu erklären, dass die „Bah“ (in Kurzform) sind. Das Geschrei konnte ich drei Gänge weiter auch hören. Schnell bin ich also dazu gekommen und fand ein schreiendes Kind und einen genervten Ehemann vor… Ich bat ihn doch schon mal Wurst und Käse zu besorgen – ich finde es wichtig den genervten Elternteil aus der Situation zu bringen, damit er sich einfach beruhigen kann und frischer Wind in die Sache kommen kann.

Augenhöhe? Ach leck mich Mama

Dann habe ich mich zu Claire in die Hocke gesetzt und nochmal gefragt, was los ist. Unter Tränen hat sie berichtet, dass sie einen Berliner will. Ich habe nochmal angesetzt und ihr zu verstehen gegeben, dass ich das gut nachvollziehen kann. Allerdings auch, dass der Papa richtig liegt: Die Berliner kann man nicht mehr essen. Damit ging es dann los. Sie fing an zu toben und zu weinen. Für mich erstmal ok, wenn da nicht der Mitarbeiter aufgetaucht wäre, der die Regale befüllen wollte. Und zwar genau dort, wo Claire getobt hat. Ich habe versucht sie wegzubewegen und habe ihr gesagt, dass der Mann dahin müsse. Alles Wurscht. Die Sirene war auf Alarmstufe rot. Der Papa kam hinzu. Ich nahm ihm die Einkäufe ab und bat, mit ihr draußen zu warten. Ich hegte die Hoffnung, dass sie sich beruhigen würde, wenn der „Ort des Geschehens“ gewechselt werden würde. Ja, Anfängerfehler, ich weiß…

Ich habe die Einkäufe bezahlt und bin zum Auto marschiert. Dort standen mein Mann und Claire: Er hatte Claire fest im Griff und hinderte sie daran auf die Straße zu rennen. Mit beruhigen war´s dann wohl nix. Im Gegenteil, sie hat sich schon voll hineingesteigert. Wild um sich schlagend und tobend bekommen wir sie unter Garantie nicht in den Kindersitz. Verzweifelt habe ich also versucht sie zu beruhigen. Ihr könnt´s euch denken: Hatte natürlich keinen Sinn. Also hatte ich gehofft, dass es vielleicht hilft, wenn man ihr „Freiraum“ gibt. Ich bat meinen Mann sie loszulassen und bin ihr dann im Sicherheitsabstand hinterher. Sie ist schnurstracks wieder gen Laden gelaufen und dann beinahe vor ein Auto (natürlich war ich da und konnte sie einfangen, mich hat nicht überrascht, dass sie im Zorn wirklich gar nichts beachtet hat).

Error – Jetzt ist Mama stur

Vor der Tür habe ich sie nochmal abgefangen und gefragt, was sie möchte. Sie wollte jetzt immerhin etwas anderes, als einen Berliner. Allerdings habe ich mich dann quer gestellt. Ich habe ihr gesagt, dass sie die Chance hatte und nicht wahrgenommen hat. Es gibt nun nichts mehr. Rückblickend weiß ich nicht, ob das gut oder schlecht war…. Einerseits möchte ich ihr zeigen, dass sie sich nicht so verhalten kann, uns verletzen kann und dann doch bekommt, was sie will. Andererseits wäre sie ja dann – wenn auch echt zeitversetzt – auf den Kompromiss eingegangen. Meine Reaktion war spontan, aus meiner Frustration heraus. Ganz klar. Aber selbst jetzt weiß ich nicht, was wirklich besser gewesen wäre… oder, ob wir es nicht von Anfang an schon versemmelt haben…

Natürlich war sie weniger erfreut und leitete den Super-Gau ein. (Onyxia is engaged würde ich meinem Mann nun sagen). Sie zerrte an mir, schlug zu. Also habe ich sie unter den Arm genommen und einfach auf dem Rücksitz des Autos geparkt, damit sie sich abregen kann. Ich habe mich nach vorn gesetzt, die Türen verriegelt und gewartet. Natürlich ist sie erstmal durch das Auto getobt. Nach einer Zeit hatte sie sich aber endlich beruhigt und auf etwas Anderes fokussiert. Sie wollte gern den Drachen haben, der bei uns im Auto hängt. Weil ich keine Kraft mehr auf einen erneuten Eklat hatte, bekam sie ihn… Anschließend konnte ich sie in aller Ruhe in den Kindersitz packen und endlich weiterfahren…. UFF!

Über das Wochenende waren wir bei Oma Anne. Freitag gab es auf der Hinfahrt Pommes, Samstag gab es bei der Geburtstagsfeier auch Pommes. Claire sitzt auf der Rückfahrt im Auto und möchte schon wieder Pommes haben. Ich erkläre ihr völlig normal, dass ich es verstehe, weil ich Pommes auch mag, es aber heute keine Pommes geben kann, weil es ja schon gestern und vorgestern Pommes gab und mehr als zweimal sehr ungesund ist. Da fing sie schon wieder an zu weinen… Ich habe dennoch weiter versucht mit ihr zu reden und bat sie zuzuhören und hatte versucht zu erklären, dass es einfach zu viel wird, sie aber stattdessen gern ihr “Elsa Müsli” oder was Anderes zu Hause haben kann. Das wollte sie aber nicht. Sie wollte Pommes.

De-Eskalation fehlgeschlagen

Ich habe nochmal versucht mit ihr zu reden. Sie fängt an nach mir zu treten und zu schlagen. Ich halte ihren Fuß fest (keine Sorge ich habe ihn nicht dabei abgerissen) und sage ihr klar, dass ich nicht geschlagen werden möchte, weil es mir weh tut. Claire macht aber weiter. Es half also nichts. Sie war weiter sauer, trat um sich, und hat getobt. Ich hatte dann auch keine Energie mehr (war nicht der erste Vorfall) und meinte nur, dass ich nicht geschlagen werden will und, dass ich wieder mit ihr reden würde, wenn sie sich beruhigt hat. Sie hat natürlich weitergemacht und mit ihrem Stoffhasen nach mir geschlagen. Habe mich dann weggedreht und versucht meine Wut abzulassen. Blubbernd in Gedanken natürlich, ohne Scheiben einzuschlagen…

Richtig? Falsch?

Vielleicht war nicht richtig, dass ich mich abwende, aber ansonsten hätte mich die Frustration erneut gepackt und ich wäre regelrecht explodiert. Es war schon der zweite Tobsuchtsanfall an diesem Tag und ich hatte einfach keine Nerven mehr dafür… Macht mich das nun zur unfähigen Mutter? Wäre der zusätzliche Stress mit Baby auf mich zugekommen, wäre ich wahrscheinlich geflohen. Einfach Sachen packen und ab dafür… Oder hätte mich heulend ins Bad eingesperrt. Wie halten das andere Mütter aus?

 

Was kann ich tun?

In diesen Situationen will sie weder angefasst werden, noch, dass ich mit ihr rede (eine Umarmung will sie auch nicht). Was hätte ich da noch tun sollen bzw. können? Oder was hätte ich lassen sollen? Im Gespräch mit anderen Müttern wurde mir empfohlen „die stille Treppe“ einzuführen. Eine andere sperrt ihr Kind bei derartig extremen Ausrastern ins Kinderzimmer und lässt das Kind abreagieren. Davon abgesehen, dass beides im Auto oder Laden nicht möglich ist, hat sich mein Magen dabei zusammengezogen.

Eigentlich will ich das nicht. Das sind für mich schon böse Strafen und keine Konsequenzen mehr… Irgendwie habe ich das Gefühl, dass es nicht richtig ist, das Kind „auszuschließen“, weil es sich falsch verhält. Ja natürlich muss man Grenzen abstecken. Ich bin selber ein Fan von Grenzen und finde, Eltern sind am Ende immer die, die vernünftig sind und das letzte Worte haben sollten. Aber nicht so… Mir war diese Isolation irgendwie… zu viel. Versteht ihr?

Unsere Wutecke hilft leider nicht

Wir haben eine Wutecke. Sie befindet sich auf der Couch. In unserer Nähe (also im selben Zimmer) aber dennoch abgegrenzt, damit wir zumindest ein paar Meter Abstand zueinander gewinnen. Abstand – Ja. Isolation – Nein.  Dort liegen auch Kissen zum abreagieren (ich sage ihr immer, sie darf Kissen schlagen oder werfen). Leider ignoriert Claire diese Wutecke und nimmt das Angebot, ihre Wut zu kanalisieren nicht wahr… Immer rennt sie davon…

Uns wurde geraten, sie dort eben festzuhalten, aber das würde nur dazu führen, dass sie sich in ihre Wut hineinsteigert. Dann wird sie bestraft, kann ihrer Wut nicht freien Lauf lassen und ist danach sogar noch wütender auf uns… Ich weiß nicht weiter.

Mein Bauch sagt mir, dass die stille Treppe oder das Zimmer nicht der richtige Weg sind. Leider sagt er mir nicht, was denn nun der richtige Weg ist.

Definitiv möchte ich mich auch nicht weiter von ihr schlagen lassen. Es muss also  eine Möglichkeit her, wie sie ihrer Wut freien Lauf lassen kann. Wie kann sie ihre Wut kanalisieren, ohne uns oder andere Dinge zu schädigen? Wie bringe ich ihr das bei? Toben und schreien ist übrigens ok, das sage ich ihr auch immer wieder, nur eben hauen, schlagen, Dinge werfen…das nicht.

Viele Don´ts aber kein Do in Sicht

Wie ihr merkt, kann ich auch nur mit Maßnahmen aufwarten, die ich nicht machen möchte. Die Idee, wie es anders geht, ist mir noch nicht gekommen… Und ich muss sagen, dass mir schon der Weg, den wir aktuell einschlagen echt fordert und nervt. Zu gern würde ich ihr manchmal einfach nur die Leviten lesen, einen auf „Kuchen“ machen und einfach bestimmen, was sie nun zu tun hat. Ohne Wenn und Aber. Mein Mann übrigens auch. Der hält von meiner “Weichspül-Pädagogik” nichts. Er fordert Strafen und Maßregelungen von mir.

Dementsprechend versucht er zwar meinen Weg mit zu gehen, ist aber deutlich schneller genervt als ich. Dann puffer ich plötzlich ihn und das Kind ab. Doppelte Belastung, die mich, gerade jetzt in der Schwangerschaft, richtig fordert. So sehr, dass ich dann letzten Endes auch keinen Weg mehr sehe und explodiere. Und dann schreie ich auch mal. Und ich sage ihr, dass ich keinen Bock auf sie habe. Dass sie mich nun in Ruhe lassen soll. Ist natürlich auch nicht hilfreich. Manchmal frage ich mich, ob ein härterer Weg dann wirklich besser wäre und damit solche Explosionen ausbleiben. Fragen über Fragen. Wie ihr merkt, bin ich in einer Sackgasse angekommen…

Im Anschluss an solche Explosionen finden wir übrigens immer eine ruhige Minute, reden mit Claire darüber, entschuldigen uns und hoffen auf ihr Verständnis. Das zeigt sie dann auch – bis zur nächsten Eskapade…

Support anderer Mütter? Besser nicht

JETZT genau jetzt würde ich mich unglaublich gern mit anderen Müttern darüber austauschen. Aber wisst ihr wovor ich Angst habe? Dass ich

a) dafür verurteilt werde, wie ich es mache,

b) dafür verurteilt werde, dass ich an meine Grenzen stoße,

c) dafür verurteilt werde, dass ich diese Trotzattacken überhaupt öffentlich erwähne und

d) sowieso als schlechte Mutter abgestempelt werde und ich mir das alles selbst zuschreiben soll.

Aktuell habe ich das Gefühl, dass ich seitens anderer Eltern keine Unterstützung, sondern nur Belehrungen, Beschuldigungen oder voreiligen Schlüsse erfahren kann (wenige Ausnahmen gibt es natürlich, aber die passen dann wieder nicht zu einem Gedankengut). Dabei möchte ich nur eines wissen: Wie regelt ihr das zu Hause eigentlich?

[Anmerkung] Wir wurden auf ein Problem mit der Kommentarfunktion hingewiesen. Wenn euer Kommentar einfach verschwindet und ihr KEINe Rückmeldung erhaltet, dass er noch freigeschalten wird, hat es leider nicht geklappt. Leider kann ich mich erst heute Abend um das Problem kümmern. Falls ein Problem auftritt, könnt ihr gern auf Facebook oder Twitter kommentieren. ich freue mich auch auf Mails mit Hinweisen, um das Problem schneller eingrenzen zu können!

By | 2017-02-06T11:02:36+00:00 Februar 6, 2017|Categories: Dies & Das, Mutterleiden|Tags: , , , |17 Comments

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17 Kommentare auf "Erziehung war früher leichter, oder? Meine Sackgasse"

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Nina
Gast
Nina

Ich kann dich gut verstehen, einiges erinnert mich an meinen Jüngsten, der auch einen ausgeprägten eigenen Kopf hatte… ich wünsche dir viel Kraft und aknn dir einfach immer wieder mein Ohr anbieten…

Lara
Gast
Ich würde nicht sagen, dass die Erziehung früher einfacher war. Sondern, dass es vielleicht der von dir beschriebene autoritäre Stil ist. Natürlich ist es irgendwo einfacher, wenn die Kinder parieren, die Frage ist nur um welchen Preis. Es gibt wohl nicht DAS Patentrezept, immerhin sind Kinder und Situationen unterschiedlich. Dass du deiner Tochter auf Augenhöhe begegnen willst und dies tust ist sicher die bessere Wahl, als ihr erstmal “einfach alles zu verbieten”. Oft sind die Kinder ja auch einfach frustriert, weil sie wie Claire eben nicht den Berliner bekamen. Da kann es eine Möglichkeit sein gemeinsam eine Lösung zu finden.… Read more »
Julia
Gast
Jetzt aber flott, bevor der neu-autonome Wonneknubbel aufwacht: Ich bewundere das Problem und habe keine Lösung. Manchmal habe ich einfach das Gefühl, Warten und möglichst wenig versemmeln ist der beste Plan. Wobei die Meinungen, was das “Versemmeln” mal wieder relativ ist. Weil keine Situation ist, wie die andere. Und keine Pauschalreaktion aus der Tüte gezaubert werden kann. Meine Herren der Schöpfung leben damit, dass ich mal Kuchen bin und mal Krümel. Aber ich versuche immer ehrlich zu sein. Im Zweifelsfall auch ehrlich scheiße. Was mich an deinem Text am meisten berührt, ist die Tatsache, dass Du -noch bevor der erste… Read more »
Eva-Maria Obermann
Gast
Liebe Yasmin, Mütter sind immer schnell darin, anderen Müttern “ihren” Weh als den perfekten vorzuzeigen. Das finde ich immer schwierig. Jedes Kind ist anders und ich kann dir maximal sagen, was bei uns geholfen hat. Mein erstes Kind war einfach nur brav. Er hat gemacht, was ich ihm gesagt habe, es gab kein Nein, keine Wut, kein Schreien. Bei ihm hat es geholfen, wenn ich ihm alles erklärt habe. Das mache ich bei ihm noch heute so (er wird jetzt 9) und er reflektiert das immer noch. Du Nudel dagegen ist eine Kriegerprinzessin. Sie weiß, was sie will und sie… Read more »
Kathi
Gast
Liebe Yasmin, ich kann dich wahnsinnig gut verstehen, denn ich befinde mich mit Schmatzipuffer in genau derselben Sackgasse. Es fällt ihm wahnsinnig schwer damit umzugehen, das eines seiner “Bedürfnisse” nicht erfüllt wird…dabei ist es egal, wie ich es ihm verweigere, ob Nein oder umschrieben ist völlig Hupe. Er schafft es einfach noch nicht mit einer Ablehnung umzugehen. Die negativen Gefühle überwältigen ihn und er hat nach wie vor noch keinen Weg gefunden damit umzugehen. Ich versuche ihn dabei beizustehen, aber oftmals möchte auch er nicht berührt werden und reagiert dann noch heftiger. Manchmal dauern diese Wutausbrüche so lange, dass auch… Read more »
Lisa Theresa
Gast
Hallo, ich finde es gut, dass du das Thema so offen darstellst. Ich glaube die größte Schwierigkeit für uns als Eltern in der heutigen Zeit ist es, herauszufinden wie Kindererziehung geht oder eben nicht geht. Früher gab es eher einheitliche Grundsätze und heute gibt es viele verschiedene Ansätze und egal wie man es macht, ob man das Kind anschreit, ignoriert oder tröstet, irgendwer findet es immer falsch. Jedes Mal versuchen wir aufs neue heraus zu finden was richtig ist oder was am besten funktioniert. Vielleicht spüren die Kinder auch unsere Unsicherheit, wir sind dann nicht klar genug. Die Grenzen verschwimmen:… Read more »
Annie
Gast
Annie
Schön, dass Du so offen sprichst. Unsere Große hat auch ganz genaue Vorstellungen davon, was sie wann will oder nicht will. In vielen Situationen geht es dabei vor allem darum, dass sie eigene Entscheidungen treffen will. Das mache ich mir zu Nutzen, indem ich sie einbinde und so umschiffe ich viele potentielle Trotzanfälle. Wenn ich sie morgens zum Beispiel entscheiden lasse, ob sie Outfit A oder B oder sich zu Hause oder in der Kita anziehen will, muss ich nicht mit ihr diskutieren, OB sie sich anzieht. Das funktioniert bei uns in ganz vielen Bereichen (aber nicht in allen und… Read more »
Calendula
Gast
Calendula
Hallo! Ich habe leider nicht viel Zeit, darum schreibe ich nicht so ausführlich. Das mit den Trotzanfällen kenne ich auch. Ich würde Dir gerne ein paar Tipps geben. Zum einen könntest Du mal zu einer Erziehungsberatung gehen. Dort gibt es erfahrene Fachleute, die Dir gute Tipps geben können. Zum anderen, lies doch mal das Buch: Die ersten Lebensjahre, von Elisabeth Plattner. In einem Kurs habe ich gelernt, dass ein Kind, das einen Trotzanfall hat, total verzweifelt ist. Ich habe auch selbst Kinder, und meiner Erfahrung nach mögen Kinder oft ein klares Wort lieber als wenn man lange auf sie einredet.… Read more »
wpDiscuz

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