Marc Elsberg, geboren 1967, arbeitete als Strategieberater und Kreativdirektor für Werbung in Wien und Hamburg sowie Kolumnist der österreichischen Tageszeitung »Der Standard«. Mit seinen Titeln „Blackout“, „Zero“ und „Helix“ erreichte er internationale Bestsellerlisten. Sein aktuelles Werk heißt „Der Fall des Präsidenten“.

Klappentext:

„Nie hätte die Juristin Dana Marin geglaubt, diesen Tag wirklich zu erleben: Bei einem Besuch in Athen nimmt die griechische Polizei den Ex-Präsidenten der USA im Auftrag des Internationalen Strafgerichtshofs fest. Sofort bricht diplomatische Hektik aus. Der amtierende US-Präsident steht im Wahlkampf und kann sich keinen Skandal leisten. Das Weiße Haus stößt Drohungen gegen den Internationalen Gerichtshof und gegen alle Staaten der Europäischen Union aus. Und für Dana Marin beginnt ein Kampf gegen übermächtige Gegner. So wie für ihren wichtigsten Zeugen, dessen Aussage den einst mächtigsten Mann der Welt endgültig zu Fall bringen kann. Die US-Geheimdienste sind dem Whistleblower bereits dicht auf den Fersen. Währenddessen bereitet ein Einsatzteam die gewaltsame Befreiung des Ex-Präsidenten vor, um dessen Überstellung nach Den Haag mit allen Mitteln zu verhindern …“

Wichtige Informationen zum Buch:

Der Fall des Präsidenten

Autor: Marc Elsberg
Erscheinungsdatum: 01.März 2021
ISBN: 978-3764510473
Verlag: Blanvalet

Cover:
Die Gestaltung des Covers ist sehr düster gehalten. Mitten in einer Stadt, mit vielen Straßenzügen, liegt die Patrone einer Waffe. Dadurch wirkt das Cover gleich noch sehr viel bedrohlicher.

Inhalt:
Mit „Der Fall des Präsidenten“ habe ich das erste Werk des Autors Marc Elsberg gelesen. Mich hatte der Klappentext sehr neugierig gemacht, aber auch die Gestaltung des Covers spielte in meinem Fall eine wichtige Rolle. Alleine die Situation, die hier als Ausgangslage genutzt wird, ist eigentlich schon spektakulär, oder? Es wäre doch wirklich, rein aus menschlicher Sicht, phänomenal, wenn ein amerikanischer Präsident, für die Auswirkungen, die seine Entscheidungen, vor einem internationalen Strafgerichtshof, verantworten müsste. Denn, wenn wir ehrlich sind, gibt es in jeder Konflikt, der mithilfe von Soldaten gelöst werden muss, eine Unzahl an zivilen Opfern. Da verliert eine Familie den Vater, die Mutter und erlebt zudem noch ein riesiges Trauma, welches man sicher nie überwinden wird. Vielleicht gehe ich zu weit, aber ich stelle trotzdem die Frage, ob sowas ungesühnt bleiben darf? Den Zweck und den Nutzen den die Angriffe haben, hin oder her.. Man sollte nie die Opfer vergessen. Daneben werden noch viele weitere Themen angerissen, die sozialen Medien bzw. die Medien und deren Einfluss auf die Gesellschaft. Diese sind nicht zu verachten, selbst Politiker können sich davon nicht freimachen. Hier wird aber auch die Frage aufgeworfen, wie ein Staat bzw. dessen Oberhaupt in einer solchen Situation handeln würde? Wieviel Risiko würden Staat und dessen politische Vertreter eingehen? Die junge Juristin Dana Marin kämpft hier für ihre absolute Überzeugung. Ich mochte sie recht gerne, insbesondere ihre eigene Vergangenheit und die daraus resultierenden Folgen für ihr Leben habe ich als spannend und interessant empfunden. Alle anderen Charaktere blieben für mich leider ein wenig farblos, da hätte ich mir an mancher Stelle einfach mehr Informationen gewünscht.

Aufbau, Struktur & Stil:
Die Handlung in „Der Fall des Präsidenten“ wird dem Leser aus Sicht verschiedener Charaktere des Werks geschildert. Dadurch erhält man einen sehr umfassenden Einblick, jedoch muss ich an dieser Stelle sagen, dass es mir an der ein oder anderen Stelle tatsächlich zuviel Nebenhandlungen gab. Natürlich zielen sie alle auf das große Finale ab, mir persönlich waren sie aber gelegentlich zu ausschweifend. Sie haben bewirkt, dass es immer wieder mal Längen in der eigentlichen Handlung gibt und das Tempo dadurch, für meinen Geschmack, verlangsamt wird. Diese Umstände finde ich widerrum echt schade, weil ich gerade zu Beginn des Thrillers, das Buch kaum zur Seite legen wollte und konnte. Nach und nach nimmt die Spannung aber leider stellenweise ab. Sehr gut gefallen hat mir jedoch das Ende des Buchs, mit den Entwicklungen hatte ich so gar nicht gerechnet und ich konnte absolut überrascht werden.

Fazit:
„Der Fall des Präsidenten“ greift eine spannende und interessante Thematik auf, die mich direkt neugierig gemacht hat. Leider schwanken Spannung und Tempo innerhalb der Handlung gelegentlich, sodass ich dem Buch, trotz vieler überraschender Entwicklungen, keine volle Punktzahl geben kann.

Ich gebe vier von fünf Funkelchen.