Hallo liebe Susanne,ich darf dir anlĂ€sslich deines neusten Werks „Mord in Holtland“ einige Fragen stellen ;-), ich hoffe du hast gute Antworten parat 😉

1. FĂŒr alle unsere neuen Leser wĂ€re es lieb, wenn du dich kurz vorstellst 🙂 Wie kamst du zum Schreiben? Gab es einen bestimmten Zeitpunkt in deinem Leben, der deine EntscheidungdiesbezĂŒglich beeinflusst hat?

Na, das mache ich doch sehr gerne. Mein Name ist Susanne Ptak, ich bin Jahrgang 1964 und gebĂŒrtige DĂŒsseldorferin. Seit 2003 lebe ich mit meinem Mann in Ostfriesland, genauer gesagt in einem kleinen Fehnhaus vor den Toren der schönen Stadt Leer. Ich habe in meinem Berufsleben schon so einiges gemacht, angefangen bei der Ausbildung zur Anwaltsgehilfin, dann SekretĂ€rin, spĂ€ter Texterin und Illustratorin in einer Werbeagentur. 1994 machte ich mich mit einem Bastelladen selbstĂ€ndig, der den Umzug nach Leer jedoch nicht ĂŒberlebte. 1996 erfĂŒllte ich mir einen Traum, indem ich eine kleine SchafskĂ€serei eröffnete. Leider wurde dieser Traum zum Albtraum, denn die Arbeit mit den Schafen und dieHerstellung von leckerem SchafskĂ€se macht zwar unglaublich viel Freude, ist aber körperlich auch sehr anstrengend. ZusĂ€tzlich gestaltete sich die Vermarktung ausgesprochen schwierig, denn die Verbraucher geben zwar bei Umfragen in großer Zahl an, dass sie natĂŒrlich am liebsten Ware aus regionaler, möglichst kleiner Produktion möchten, sie kaufen dann aber doch bevorzugt die preiswertere Massenware im Discounter … Und an dieser Stelle kommen wir zum Schreiben: Es war an einem kalten, regnerischen Samstag im November. Seit 6.30 Uhr stand ich frierend und mit barbarischen RĂŒckenschmerzen auf dem Leeraner Wochenmarkt, als endlich gegen 10.00 Uhr die erste Kundin an meinen Stand kam. Sie probierte sich durch mein komplettes Sortiment, lobte die Ware in den höchsten Tönen und riet mir dann, es mit solch hohen Preisen doch lieber auf einem Markt in der Großstadt zu versuchen … Die Marktkollegen behaupteten spĂ€ter, die blanke Mordlust in meinen Augen gesehen zu haben … Und ich tat es! Ich brachte jemanden um! Auf dem Papier 😉 Nach Marktschluss fuhr ich nach Hause, aß zu Mittag und schrieb die ersten Kapitel von „GrĂŒnlandmord.“ Im Februar 2014 veröffentlichte ich das Buch im Selfpublishing, Ende MĂ€rz bekam ich das Angebot von Klarant-Verlag und schon Ende Mai konnte ich die SchafskĂ€serei aufgeben. Die Schafe leben allerdings immer noch bei uns. Sie verdienen sich ihre Rente als RasenmĂ€her und Wolllieferanten.

2. Ich habe mich ja sehr gefreut, dass Josephine wieder am Start ist ;-). Magst du kurz erzÀhlen, wer oder was dich bei ihrer Charakterisierung so inspiriert hat? Gibt es womöglich eine reale Person in deinem Umfeld, die ihren Anteil dazu beigetragen hat ;-)?

Ich denke, Josefine ist eine Kombination all meiner kriminalistisch ermittelnden „Helden“, alsda wĂ€ren: Miss Marple, Jessica Fletcher (Mord ist ihr Hobby), Dr. Quincy, Dr. Mark Sloane (Diagnose: Mord) und neueren Datums: Agatha Raisin. Allerdings hat die gute Josefine auch einige ZĂŒge meiner Mama 😊 <3

3. Sie ist ja Rechtsmedizinerin. Hattest du speziell fĂŒr sie eine bestimmte Recherche gemacht? Wie kamst du ausgerechnet auf eine Rechtsmedizinerin als Ermittlerin?

Eigentlich recherchiere ich immer wieder im Bereich der Rechtsmedizin. Anfangs habe ich mich natĂŒrlich darĂŒber informiert, welches Institut fĂŒr Ostfriesland zustĂ€ndig ist und was ein Rechtsmediziner genau zu tun hat. Da die RealitĂ€t fĂŒr die Leser grĂ¶ĂŸtenteils aber ziemlich langweilig wĂ€re, habe ich mich dann doch auch an Fernsehserien orientiert. Dass Josefine eine ehemalige Rechtsmedizinerin ist, liegt zum einen am bereits genannten Dr. Quincy, zum
anderen daran, dass ich eine „Hobbyermittlerin“ wollte, die tatsĂ€chlich auch mit Fakten aufwarten kann und der Polizei nicht einfach nur lĂ€stig ist.

4. Worum geht es denn in „Mord in Holtland“?

Noch wĂ€hrend Josefine und ihre Freunde den Umzugswagen ausladen, wird auf einem Feldweg ganz in der NĂ€he die Leiche von Clarissa Kaufmann gefunden. Da die Kommissare Steffen Köster und Werner Harms zu den Umzugshelfern gehören, versteht es sich von selbst,dass Josefine gleich in die Ermittlungen einbezogen wird. Wozu erst den Rechtsmediziner ausOldenburg kommen lassen? Auch Enkelin Jessica ist mit von der Partie, genauso wie – natĂŒrlich inoffiziell – die Freundinnen Theda und Britta. Eine erste Spur scheinen die Todesanzeigen zu sein, mit denen das Mordopfer sich kurz vor seinem Tod beschĂ€ftigt hatte. Doch auch unter den Mitgliedern der Hundeschutzorganisation, in der Clarissa Mitglied war, herrscht nicht nur eitel Sonnenschein. Josefine und Britta können ihre Neugier nicht zĂŒgeln und ermitteln auch auf eigene Faust im Kreise der VerdĂ€chtigen. Doch mit wem sie sich dabei wirklich anlegen, merken sie erst, als es zu spĂ€t ist …

5. Wie wichtig sind dir die zwischenmenschlichen Beziehungen in deinen Werken? Aber auch im echten Leben?

Sehr wichtig. Ich denke, gerade ein Krimi lebt davon, sind es doch oft gerade diese Beziehungen, die jemanden so weit treiben, dass er einen Mord begeht.Und natĂŒrlich sind sie mir auch im richtigen Leben Ă€ußerst wichtig. Ich habe glĂŒcklicherweiseeinen recht großen Freundes- und Bekanntenkreis. Viele dieser Freundschaften bestehen inzwischen seit mehr als dreißig, einige sogar seit fĂŒnfzig Jahren. Das macht mich sehr glĂŒcklich und ich möchte nicht eine dieser Freundschaften missen.

6. Liest du die Todesanzeigen in der Zeitung? Was macht das mit dir persönlich?

Nein, ich lese keine Todesanzeigen. Es liegt in der Natur der Dinge, dass ich mich beim Schreiben meiner Krimis mit dem Tod von Menschen auseinandersetzen muss. Ansonsten beschÀftige ich mich aber lieber mit dem Leben.

7. Und jetzt noch ein erfreuliches Thema: Wie lange mĂŒssen wir auf neue Krimis mit Dr. Josephine Brenner warten? Hast du schon Ideen?

🙂 Gar nicht so furchtbar lange. Zurzeit schreibe ich gerade am letzten „Spinnkrimi“, in dem aber auch Josefine eine Rolle spielen wird, da sie ja jetzt in Holtland und somit in direkter Nachbarschaft vieler Mitglieder der Spinngruppe lebt. Darum werde ich diese Serie auch einstellen und die Kommissare Harms und Köster sowie Britta, Martha und die anderen zukĂŒnftig gemeinsam mit Josefine ermitteln lassen. Und ja, ich habe sogar zwei Ideen und bin noch nicht sicher, welche davon ich als nĂ€chstes umsetzen werde. Entweder gibt es einen Todesfall auf Borkum oder in Norddeich. Wir werden sehen 😊.

Vielen lieben Dank fĂŒr deine spannenden Antworten und die Zeit, die du dir genommen hast. Liebe GrĂŒĂŸe, wir freuen uns auf weitere spannende Unterhaltung von und mit dir !!