Buchtipps im Dezember: Dreimal Erziehung bitte!

Buchtipps im Dezember: Erziehung

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Kurz vor dem Start ins neue Jahr möchte ich euch noch ein paar Bücher ans Herz legen, die mich in diesem Jahr begleitet haben. Leider schaffe ich es aus Zeitgründen nicht, sie in dem Maße zu rezensieren, das sie verdient hätten. Dennoch ist es mir wichtig zumindest erwähnt zu haben, dass es sie gibt. Es sind drei überraschende Bücher zum Thema Erziehung und Kinder. Es geht um Sicherheit im Netz, emphatische Bewältigung der Trotzphasen und das Handling hochsensibler Kinder im Alltag.

Tipp 1: Alle Antennen auf Empfang

Klappentext: „Vielfühler: Empfindsame Kinder besser verstehen! Zu laut, zu ungewohnt, zu viel: Hochsensible Kinder haben extrem feine Antennen für ihre Umgebung und erleben daher schnell eine Reiz-Überflutung. Das löst bei ihnen puren Stress aus sie reagieren mit Angst, Wut oder Abschottung. Dieser Ratgeber hilft euch als Eltern dabei, mit den Herausforderungen souverän umzugehen: Was geht in meinem Kind vor? Wie helfe ich, Stress-Situationen aufzulösen oder von vornherein zu vermeiden? Wie stärke ich mein Kind? Die hilfreichen Tipps und praktischen Ideen lassen sich direkt und unkompliziert im Alltag umsetzen.“

Kurz-Rezension: Ihr sucht nach einem Buch, welches Hochsensibilität bis zur letzten Synapse erklärt, mit wissenschaftlichen Studien um sich wirft und das Kind zum Forschungsobjekt macht? Dann seid ihr hier an der falschen Adresse. Mira und Deva haben für euch einen alltagstauglichen Ratgeber voller Praxistipps zusammengetragen.

Mira ist selbst Mutter einer hochsensiblen Tochter und weiß, wovon sie schreibt. Manch Situation im Alltag die für andere Kinder völlig normal sind, wird mit einem hochsensiblen Kind (kurz: HS-Kind) zum Spießrutenlauf. Wer selbst nicht hochsensible ist vermag sich zunächst nicht in die Lage des Kindes hineinversetzen können. Oft schlagen den HS-Kindern Unmut, Unverständnis und sogar Wut entgegen. Warum kann es nicht hören? Warum verhält es sich so widerspenstig? Eltern reagieren mit Frustration auf ihre Kinder, weil sie nicht hinter die Fassade blicken können, von alten Glaubenssätzen angetrieben werden und dem Kind ein „böswilliges Verhalten“ nachsagen.

Der Blick auf das Wesentliche

Dabei ist es ganz anders! Deva und Mira erklären, was in den Kindern vorgeht, wie man emphatisch auf Problemsituationen reagieren kann und lösen alltägliche Krisenherde mit Herz und Emphatie auf. Mir gefällt vor allem der achtsame Blick auf Augenhöhe, die die Autoren auf die Kinder haben. Es geht nicht um „nicht gehorchen“ oder „böse Absicht“. Es geht um Überforderung, Verständnis und gaaanz viel Geduld.

Eltern, die vermuten ein HS-Kind zu haben können im Buch eine Art „Selbsttest“ machen. Ihnen wird mit diesem Ratgeber ein softer Einstieg ins Thema ermöglicht. Die Tipps sind situativ und daher teilweise allgemein gehalten. Wer mehr Hilfe benötigt, braucht sicherlich weiterführende Lektüre zum Thema oder auch Hilfe von Experten. Doch manchmal helfen allein die Impulse aus, um das Familienleben wieder in die richtigen Bahnen zu lenken.

Kleiner Pluspunkt: Ich mag das moderne Design der Illustrationen sehr. Man merkt dem Buch an, dass es mit viel Herzblut verfasst wurde – mit Blick auf das Wesentliche: Liebe.

Alle Antennen auf Empfang Rezension

Alle Antennen auf Empfang: Der praktische Ratgeber für Eltern von hochsensiblen Kindern (Amazon-Link)

Verlag: Humboldt

Alter: Für Eltern, Erzieher und alle, die ins Thema HS einsteigen möchten

Preis: 19,99 Euro

Autor: Mira Mondstein & Deva Wallow

Tipp 2: Ich! Will! Aber! Nicht!

Klappentext: „Ich will aber nicht! Das kann ich schon alleine! Eltern von Trotzphasenkindern kennen es nur zu gut. Die so genannte Trotzphase ist eine der meist gefürchtetsten Phasen der kindlichen Entwicklung. Die ersten beiden Lebensjahre sind rasant vergangen, bis zu dem Zeitpunkt, an dem das Kind deutlich den eigenen Willen zeigt und seine Eltern damit vor schwierige Herausforderungen stellt. Die Autorin und Bloggerin Susanne Mierau verrät uns die besten Rezepte, damit der Alltag sich wieder entspannt und die Wutigel vertrieben werden. Dazu braucht man die richtigen Geheimzutaten: Hinsehen – Verstehen – Annehmen, sie dürfen in keinem Rezept fehlen. […]“

Kurz-Rezension: Erziehungs-Ratgeber gibt es viele auf dem Markt. Warum sollte man sich also gerade dieses kaufen? Tja nun. Das Buch ist sicherlich nicht für Jedermann gedacht. Ihr denkt, Kinder brauchen strenge Regeln, Bestrafungen, Drohungen und Belohnungs-Systeme? Dann wird das Buch mit ziemlicher Sicherheit schnell im Mülleimer bei euch landen. Oder im Kamin.

Hier geht es darum die Welt mit Kinderaugen zu sehen. Dem Kind respektvoll und auf Augenhöhe zu begegnen. Susanne Mierau ist selbst Mutter (und Bloggerin) und zeigt auf sehr einfühlsame Art, wie man Zugang zu wütenden Kindern finden kann, ohne sie ins Zimmer zu schicken oder auf den Strafstuhl zu setzen.

Lebenssituationen anderer Elternblogger

Dabei geht die Autorin auf die kognitive Entwicklung der Kinder ein und beschreibt anhand von Beispielen anderer Eltern(-Blogger), wie schier unlösbare Alltagskonflikte aufgelöst werden können. Gewaltfrei. Ich finde es toll, dass keine konstruierten Fälle betrachtet werden, sondern lebensnahe Alltagssituationen und Aussagen berücksichtigt werden, die Susanne mühevoll zusammengetragen hat (unter anderem ist auch ein Zitat von mir enthalten).

Ich finde es ist eine gute Einsteigerlektüre, wenn man mit dem Thema erst oberflächlich in Berührung kam und erste Impulse sucht. Als vertiefende Lektüre würde ich dann die Wunschkind-Bücher empfehlen.

Ich will Aber Nicht Rezension

Ich! Will! Aber! Nicht!: Die Trotzphase verstehen und gelassen meistern  (Amazon-Link)

Verlag: GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH

Alter: Für Eltern

Preis: 16,99 Euro

Autor: Susanne Mierau

 

Tipp 3: Ab ins Netz?!

Klappentext: „Hilfe: Mein Kind will vor den Bildschirm! Irgendwann ist es so weit, der Nachwuchs soll einen Einstieg in die digitale Welt finden. Eltern fürchten dort allerhand Gefahren – reale und weniger reale. Sich-Heraushalten oder Kontrolle scheinen oft die einzigen Alternativen. Katja Reim weiß, dass es auch anders geht. Sie erzählt mit viel Know-How und Selbstironie, wie man Kinder schon im Kindergartenalter auf virtuelle Spielplätze begleiten kann. Dann sind sie nämlich sicher unterwegs, wenn sie später nichts mehr auf den Rat der Eltern geben.“

Kurz-Rezension: Kinder und digitale Medien sorgen für genauso viel Zündstoff wie das Impf-Thema. Eltern sind sich hierbei absolut uneinig. Von Walddorfpädagogik-angelehnten Eltern, die digitale Medien im (Klein-)Kindalter verteufeln und nicht einmal fernsehen dürfen, da sie sonst Ärger in der Kita bekommen (tatsächlich kürzlich erst geschehen). Bis hin zu Digital Natives, deren Babys bereits die Kaffeemaschine via App bedienen können, ist alles möglich.

Was ist nun richtig? Was ist falsch? Soll man die Kinder möglichst lange von den Medien fernhalten? Soll man sie selbstbestimmt Medien konsumieren lassen (wie ich es bei Unerzogen-lebenden Eltern oft höre) oder soll man die Kinder nur häppchenweise ins Netz lassen. Die Antwort ist: Irgendwo ist alles richtig. Und falsch.

Autorin Katja Reim hat diese Frage für sich so beantwortet: Ehe sie das Kind ins unendliche Internet-Meer stürzen lässt und es von den Fluten fortgespült wird, packt sie die Schwimmflügel aus und geht samt Kind ins Planschbecken. Schritt für Schritt wird es so an Medium „Internet“ herangeführt.

Wie verhalte ich mich richtig?

Im Buch geht sie nun in den verschiedenen Kapiteln auf die Gefahren des Netzes ein (Falschmeldungen, Privatsphäre, Cybermobbing) und gibt Tipps, wie man sie umschippern kann. Außerdem hat sie wertvolle Impulse parat, wie das Kind es sich eigenständig aber doch unter Anleitung eine gute Medienkompetenz erarbeiten kann.  Ihr erfahrt, wie ihr das Internet für eure Kinder sicherer machen könnt, welche Webseiten besonders kinderfreundlich (z.B. spezielle Suchmaschinen) sind und wie ihr Internet-Zeiten abstecken könnt.

Was mir besonders gefallen hat, war der persönliche Bezug der Autorin. Sie konnte immer wieder Situationen aus dem Alltag einfließen lassen, was das Thema noch greifbarer gemacht hat. So hat sie beispielsweise einen wundervollen Anreiz gegeben, wie man Kindern vermitteln kann, wie schnell und weit sich Bilder im Netz verbreiten können! Die Idee ist richtig toll und kann gut nachgestellt werden. Ganz nebenbei kann man sich dann direkt mit Shitstorms und Trolling befassen 😉

Katja´s Buch liefert eine unverfängliche Anleitung Kinder mit dem Netz vertraut zu machen, holt den Leser mit seinen Fragen genau dort ab, wo er steht und vermittelt sie Inhalte humorvoll und interessant. Aufgelockert werden die Kapitel von optisch ansprechenden Sketchnotes von Diana Meier-Soriat, die Illustratorin und ebenfalls Bloggerin ist.

Ab ins Netz Rezension

Ab ins Netz?!: Wie Kinder sicher in der digitalen Welt ankommen und Eltern dabei entspannt bleiben (Amazon Link)

Verlag: Kösel-Verlag

Alter: Für Eltern und Pädagogen

Preis: 14,99 Euro

Autor: Katja Reim

 

Einen Kurz-Überblick findet ihr übrigens auch auf der Netzofant-Seite. Sie liefert ebenfalls Tipps zur Medienkompetenz für Pänz 🙂

Von |2018-12-31T01:22:27+00:00Dezember 31, 2018|Kategorien: Bücher und mehr|Tags: , , , , |0 Kommentare

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