John Boyne wurde in Irland, Dublin, geboren. Auch heute lebt er dort mit seiner Familie. Er studierte englische Literatur und kreatives Schreiben und erhielt bereits als Student erste Auszeichnungen für seine Arbeiten. Nachdem er zahlreiche Kurzgeschichten geschrieben hatte, veröffentlichte er nun mittlerweile sieben Romane, drei von ihnen sind auch in deutscher Sprache erhältlich. Sein wohl bekanntester Roman ist „Der Junge im gestreiften Pyjama“, welcher auch erfolgreich verfilmt wurde und weltweit über fünf Millionen Leser gefunden hat. „Der Junge auf dem Berg“ ist sein aktueller Roman.

Klappentext:

„Als Pierrot seine Eltern verliert, nimmt ihn seine Tante zu sich in den deutschen Haushalt, in dem sie Dienst tut. Aber dies ist keine gewöhnliche Zeit: Der zweite Weltkrieg steht unmittelbar bevor. Und es ist kein gewöhnliches Haus: Es ist der Berghof – Adolf Hitlers Sommerresidenz. Schnell gerät der Junge unter den direkten Einfluss des charismatischen Führers. Um ihm seine Treue zu beweisen, ist er zu allem bereit – auch zum Verrat.“

Wichtige Informationen zum Buch:

Der Junge auf dem Berg

Autor: John Boyne
Erscheinungsdatum: 24. August 2017
ISBN: 978-3737340625
Verlag: Fischer

Cover:
Das Cover macht auf den ersten Blick einen eher unscheinbaren Eindruck, es fällt jedoch aufgrund der vorwiegenden roten Farbe dennoch auf. Man sieht eine Berglandschaft, die von Stacheldraht umgeben und eingezäunt ist. Sowohl Flieger als auch Vögel sind in der Luft zu erkennen.

Inhalt:
Ich muss sagen, dass ich seit dem Werk „Der Junge im gestreiften Pyjama“ wirklich ein Fan seiner Bücher geworden bin. Selten hat es ein Autor geschafft, mich emotional so stark zu berühren und mitzureißen. Es war daher ohne Zweifel klar, dass ich John Boynes neustes Buch „Der Junge auf dem Berg“ unbedingt lesen wollte. Der Autor spricht hier sehr wichtige Themen an und ich fände es großartig, wenn ein Buch wie „Der Junge auf dem Berg“ oder „Der Junge im gestreiften Pyjama“ eine Pflichtlektüre in der Mittelstufe wären. Ich glaube, diese Werke können soviel mehr bewirken als ein Buch wie beispielsweise „Frühlingserwachen“ oder ein anderes Reclamheft ;-). Die Geschichte spielt zur Zeit des Zweiten Weltkriegs und spiegelt das Leben der Menschen sehr authentisch wieder. Es werden kritische Stimmen gegen Hitler laut, die im Keim erstickt werden. Man erfährt aber auch Details aus Hitlers Leben und seinem Charakter. Im Mittelpunkt der Handlung steht jedoch Pierrot, ein Junge, den ich als sehr intelligent bezeichnen würde. Durch einige tragische Wendungen in jungen Jahren, unter anderem den Verlust seiner Eltern, seines besten Freundes und seiner gewohnten Umgebung, wächst er bei seiner Tante auf. Diese arbeitet auf dem Berghof, wo er ebenfalls unterkommt. Durch den Umgang mit den Soldaten, aber auch Hitler selbst, verändert sich nach und nach seine Ideale, Wünsche und sein Wesen. Die Entwicklung seines Charakters, vor allem die Sehnsucht nach Anerkennung, dass bei Pierrot stark ausgeprägt ist, habe ich in seiner Lebenssituation als authentisch empfunden.

Aufbau, Struktur & Stil:

Die Handlung in „Der Junge auf dem Berg“ wird aus Sicht des Charakters Pierrot, in der dritten Person, geschildert. Mich hätte hier persönlich auch die Ich-Perspektive gereizt, weil ich mich dadurch oftmals enger mit den Personen verbunden fühle. Durch den sensiblen, berührenden und dennoch authentischen Schreibstil des Autors konnte ich mich aber auch so gut in Pierrot hineinversetzen und seine Gefühle größtenteils gut nachvollziehen. Die Geschichte hat mich von Beginn an gleichermaßen fasziniert und gefesselt, als auch abgeschreckt. Abgeschreckt ganz besonders, wenn man spürt, wie authentisch und wahrscheinlich sich eine solche Macht eines Menschen auf ein Kind oder auch andere Mitmenschen auswirken kann. Der Autor John Boyne beschreibt viele der Situationen sehr bildgewaltig, sodass ich die Szenen wie einen Film vor meinen Augen ablaufen lassen konnte. „Der Junge auf dem Berg“ hat mich voll in seinen Bann gezogen. Am Ende des Buchs wurde ich angenehm überrascht, mit dieser Entwicklung hatte ich nicht gerechnet.

Fazit:
„Der Junge auf dem Berg“ hat mich in seinen Bann gezogen, jedoch auf vielfältige Art und Weise. Die Geschichte fasziniert mich einerseits, andererseits regt sie sehr stark zum Nachdenken an. Mich persönlich hat sie auch dazu bewegt, meine eigenen Handlungen im Alltag öfter zu reflektieren.

Ich gebe volle fünf Funkelchen.