„Alles, was folgte“ hat mich tief berührt und nachdenklich gestimmt !!

Renate Ahrens studierte Anglistik und Romanistik in Marburg, Lille und Hamburg. Sie arbeitete einige Jahre als Lehrerin bevor sie 1986 mit ihrem Mann nach Dublin zog, und begann als freie Autorin zu arbeiten. Renate Ahrens schreibt Romane, deutsch-englische Kinderbücher und auch Theaterstücke. Sie hat bereits viele Werke veröffentlicht, dazu gehören: „Fremde Schwestern“, „Der Wintergarten“, „Alles, was folgte“ und „Die Welt steht Kopf“. Im Laufe der Jahre wurden Renate Ahrens einige Auszeichnungen verliehen.

Klappentext:

„Mit dem Fall der Mauer gerät auch das Leben der 44-jährigen Hamburgerin Katharina Elbracht ins Wanken: Sie erhält ein Bündel Briefe aus Ostberlin, aus dem hervorgeht, dass die Frau, die sie ihr Leben lang ›Mutter‹ genannt hat, in Wahrheit ihre Tante war. Zutiefst erschüttert beginnt Katharina die Geschichte ihrer Familie zu enthüllen. Dabei stößt sie auf eine junge Liebe, die mit Swing-Musik begann und vom Krieg zerstört wurde, auf zwei Schwestern, die durch die Mauer getrennt wurden und einen lebenslangen, geheimen Pakt schlossen, und auf die Spur ihres Vaters, der 1945 als verschollen galt. Ihre Recherchen führen Katharina durch halb Deutschland und bis nach Irland, wo ihr unbekannter Vater einsam und zurückgezogen leben soll. Eines Tages steht sie vor einem alten Haus und streckt die Hand Richtung Klingel aus …“

Wichtige Informationen zum Buch:

Alles, was folgte

Autorin: Renate Ahrens
Erscheinungsdatum: 2. Mai 2017
ISBN: 978-3426281666
Verlag: Droemer

Cover:
Das Cover wurde sehr schlicht gestaltet, was aber wunderbar zu den sensiblen Themen passt, welche hier angesprochen werden. Vor einem lavendelfarbenen Hintergrund sieht man drei Möwen fliegen.

Inhalt:
Nachdem mir der vorherige Roman „Das gerettete Kind“ schon sehr gut gefallen hatte, wollte ich nun auch wirklich gerne das aktuelle Werk der Autorin lesen. „Alles, was folgte“ ist eine Familiengeschichte, die man als Betroffener sicher nur schwer verarbeiten kann. Ich stelle es mir extrem schwierig vor, wenn man von jetzt auf gleich sein ganzes Leben infrage stellen muss. Zumal die Person, die dafür verantwortlich ist, verstorben ist. Neben dem Gefühlschaos, welches ganz sicher entsteht, möchte man doch sicherlich auch die Beweggründe erfahren. Was kann eine Mutter dazu bringen, ihr einiges Kind, ja ich sage mal, zu verleugnen und es bei ihrer Schwester aufwachsen zu lassen? Es hat nicht den Anschein, als hätte es die Protagonistin Katharina Elbracht schlecht in ihrer Kindheit gehabt, aber alleine die Tatsache belogen worden zu sein, ist sicherlich nicht leicht zu verarbeiten. Ich glaube, in so einem Moment, bricht quasi alles über einem zusammen. Katharina erfährt durch Briefe von den wahren Ereignissen. Sie hat von Grund auf eine recht ausgeprägte Neugier, was ihr in ihrem Beruf sicherlich hilft, denn Katharina ist Foto in Krisen- und Kriegsgebieten. Ihren Beruf erlebt sie selbst als eine Art Aufklärerin, Angst verspürt sie bei der Arbeit jedoch selten. Ich konnte mich stellenweise ganz gut in sie hineinversetzen, auch wenn ich in vielerlei Hinsicht andere Einstellungen habe als die Protagonistin. Ihr Job hat immer schon viel Zeit in Anspruch genommen, worunter die Beziehung zu ihrem Sohn sehr gelitten hat. Auf der einen Seite möchte sie dies ändern, andererseits tut sie zunächst, meiner Meinung nach, dafür nur oberflächliche Dinge. Katharina ist ein sehr spannender Charakter, voller Widersprüche. Auch die weiteren Charaktere wurden interessant und liebevoll gestaltet.

Aufbau, Struktur & Stil:
Die Geschichte in „Alles, was folgte“ wird uns sowohl aus Katharinas Sichtweise, in der Ich-Perspektive als auch aus Oskars Sicht, in der dritten Person, erzählt. Die wechselnde Perspektive hat mir sehr gefallen, denn besonders die Gefühle der Protagonistin konnte ich so oftmals sehr gut nachvollziehen. Ich war schon nach kurzer Zeit von den Ereignissen wahnsinnig gefesselt. Renate Ahrens geht wirklich sehr behutsam und sensibel auf die Geschehnisse ein, die mich total berührt haben. Besonders gut hat mir auch der bildliche, aber dennoch wenig verspielte Schreibstil gefallen. Man spürt nahezu, welche Prioritäten die Autorin hier setzt. „Alles, was folgte“ habe ich innerhalb kürzester Zeit durchgelesen.

Fazit:
„Alles, was folgte“ kann ich jedem ans Herz legen, der eine berührende, bewegende aber keineswegs kitschige Familiengeschichte miterleben möchte. Mich hat Renate Ahrens einmal mehr überzeugt !

Ich gebe fünf von fünf Funkelchen.

Bewertungssteinchen

Von | 2017-07-07T14:09:58+00:00 Juli 6, 2017|Kategorien: Bücher und mehr, Gastblogger|Tags: , , , |0 Kommentare

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