„Bighead“ ist Edward Lee-Horror vom Feinsten und macht richtig Spaß

Zum Autor:

Edward Lee wurde am 25.Mai 1957 als Edward Lee Seymour in Maryland geboren. Sein Dienst bei der U.S. Army führte ihn auch nach Deutschland. Anschließend arbeitete er als Polizist und Nachtwächter, bis er mit dem Schreiben seinen Lebensunterhalt finanzieren konnte.

Seine Story „Mr. Torso“ wurde 1995 für den Bram Stoker Award nominiert. Heute lebt er in St. Petersburg Beach, Florida.

Zum Buch:

Bighead

Verlag: Festa-Verlag
Erscheinungsdatum: 15.08.2012
Seitenzahl: 352
ISBN:9783865521613

Klappentext:

„Nachdem sein Großvater gestorben ist, sitzt Bighead ganz alleine in der Hütte irgendwo im tiefen Wald von Virginia. Als das letzte Fleisch verzehrt ist, treibt ihn der Hunger hinaus in „die Welt da draußen“, von der er bisher nur von seinem Opa gehört hat…

Wer oder was ist Bighead? Wieso hat er einen Kopf so groß wie eine Wassermelone? Ist er ein mutierter Psychopath? Was er auch immer ist, Bighead ist unterwegs und hinterlässt eine Spur aus Blut und Grauen.“

 

Cover:

Auf dem Cover sieht man das komplett in weiß gehaltene Gesicht eines Mannes und dessen Schultern. Die Augen sind lediglich schwarze Höhlen und es ziehen sich schwarze Linien über das gesamte Gesicht. Auch die Schrift des Titels ist in weiß gehalten.

Da die Beschreibung des Gesichtes von Bighead im Buch etwas anders ist, als auf dem Cover abgebildet, finde ich die Abbildung etwas irreführend. Da sie aber ansprechend ist und eigentlich nicht weiter für Verwirrung sorgt, finde ich das nicht so schlimm.

 

 

Inhalt:

Bighead lebt mit seinem Großvater im Wald, bis dieser stirbt. Aus Neugierde macht er sich auf den Weg in die „Welt da draußen“, was auch immer ihn dort erwarten wird.

Charity und Jerrica fahren zusammen zu Charitys Tante Annie, wo sie gemeinsam im Gästehaus wohnen werden und mit ihren ganz persönlichen Geistern fertig werden wollen: Jerrica ist sexsüchtig, Charity hat quasi das gegenteilige Problem. Nach dem ersten Sex mit ihr, meldet sich kein Mann je wieder. Im Gästehaus treffen sie auf einen Priester und den hauseigenen Gärtner. Die beiden Männer stellen die Frauen vor ihre ganz eigenen Herausforderungen.

Währenddessen vergewaltigt und frisst sich Bighead durch den Wald.

Auch die zwei Hinterwäldler Dicky und Balls treiben dort ihr Unwesen. Sie verschleppen und misshandeln alles, was ihnen in die Quere kommt.

Fazit:

Wie soll man ein Buch von Edward Lee anders beschreiben als „krass“?!

So natürlich auch dieses Werk. Nachdem ich „Das Schwein“ und „Das Snuff-Haus“ von ihm gelesen habe, freute ich mich in diesem Werk besonders über die ausgefeiltere Story. Wo die anderen beiden Werke quasi durch die Handlung hetzten und man eigentlich nur von Grauen zu Grauen gereicht wurde, ist dieses Werk eine deutlich ausgefeilter und besitzt mehrere Handlungsstränge.

Wie für Lee typisch ist auch diese Story sehr sexlastig, was einen doch hin und wieder schlucken lässt, ob der Obszönität und Brutalität der Beschreibungen. Man kommt nicht umhin, sich alles bis ins kleinste Detail vorzustellen, denn Lee versteht es, perfekt zu inszenieren und überaus plastisch zu erzählen.

Anfangs bereitete mir die sprachliche Gestaltung Schwierigkeiten, da die Kapitel aus Sicht der Hinterwäldler und Bighead sehr umgangssprachlich und einfach geschrieben sind. Die bewusst gewählten falschen Schreibweisen mancher Wörter grenzen fast schon an Wortneuschöpfungen (Beispiel: Psüscherpat statt Psychopath). Allerdings muss ich sagen, sobald man sich daran gewöhnt hat, macht genau das den Charme des Buches aus. Erstens weiß man schon aufgrund der Sprache aus wessen Sicht das aktuelle Kapitel geschrieben ist und zweitens ist es einfach sehr amüsant. Mal davon abgesehen, dass es eine literarische Höchstleistung ist, dass diese besonderen Kapitel keineswegs plump oder nervig, sondern – im Gegenteil – immer noch sehr authentisch sind.

Einziger Wermutstropfen ist das Ende. Keine Sorge, ich werde nicht Spoilern…würde ich nie tun. Ich will nur erwähnen, dass ich das Ende und die damit verbundenen Auflösung vieler Fragen sehr enttäuschend fand.

Summa summarum macht das 4 von 5 Funkelchen von mir und euch wünsche ich viel Spaß beim Gruseln 🙂

Von | 2017-06-18T11:52:10+00:00 Juni 18, 2017|Kategorien: Bücher und mehr, Gastblogger|Tags: , , , |0 Kommentare

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