Bevor ihr meine Rezension zu „Praxiswissen E-Commerce“ lest möchte ich voranstellen, dass mir die Autoren des Buches nicht unbekannt sind. Im Gegenteil: Ich arbeite für sie. Allerdings nicht als Bloggerin, sondern als Volontärin im Bereich Onlinemarketing. Da ich das Buch für Recherchen für meine Arbeit zugezogen habe, fiel der Entschluss das Buch auch auf meinem Blog zu rezensieren. Ich werde dafür nicht bezahlt und ich wurde dazu auch nicht gedrängt. Das Entschluss kam aus meiner eigenen Entscheidung – nur um Kritik oder Zweifel an meiner Objektivität von vorneherein entgegen zu stehen: Wer also ein Problem damit hat, dass ich für die Autoren arbeite oder meint, ich sei dadurch befangen, der sollte die Rezension einfach wegklicken und sich an einem anderem Artikel erfreuen 🙂 Allen anderen wünsche ich aber viel Spaß beim Lesen, genau den empfand ich nämlich beim Lesen des Ratgeber für Shopbetreiber 😉

Praxiswissen E-Commerce

Kurzbeschreibung:  Jede Firma – ob klein oder groß – steht heutzutage vor der Aufgabe, ihr Warensortiment auch übers Internet anbieten zu müssen. Um dabei erfolgreich zu sein, ist eine maßgeschneiderte strategische wie auch praktische Lösung ein Muss.

Dieses Buch ist ein umfassendes Grundlagenwerk, das das Thema E-Commerce von A bis Z behandelt. Alle Prozesse – von der Konzeption über die Einrichtung eines Online-Shops bis hin zu den Marketingaktivitäten und zum Kundenservice – werden lückenlos abdeckt. Ganz wichtig: Das Buch ist nicht gebunden an eine spezielle Shop-Software, sondern befasst sich plattformunabhängig mit Fragen, auf die alle Shopbetreiber Antworten finden müssen.

Praxiswissen E-Commerce: Das Handbuch für den erfolgreichen Onlineshop

O´Reilly Verlag

Tobias Kollewe und Michael Keukert

Praxiswissen E-Commerce ließ mich schmunzeln

Was steckt hinter “Gratis-Versand“ oder „Best-preis-Garantie“? Wie sind Kundenbewertungen einzuschätzen und warum ändert sich das Seitenlayout bei vielen Shopseiten, sobald man im Warenkorb ist? Als Verbraucher lernt man Onlineshops mit ganz anderen Augen zu betrachten. Sicherlich war mir auch schon vorher klar: Vieles ist Marketing und kein Shopbetreiber schenkt mir freiwillig etwas. Doch die Grundgedanken und Motivation dahinter, waren mir oft nicht klar. Das hat sich mit dem Praxiswissen E-Commerce Handbuch geändert. Einen Schaden gibt es dennoch: Auf zukünftige Rabattaktionen werde ich nicht mehr so entzückt reagieren, weil nun immer der negative Nachgeschmack bleiben wird.

„Zahlungsausfälle haben einen direkten Einfluss auf Ihre Liquidität und Ihre Laune.“

Im ersten Teil des Buches stellen sich die Autoren Michael und Tobias vor und geben ein paar kurze Eckdaten zu Onlineshops und dem Online-Handel in Europa wieder. Im zweiten Teil des Buches wird sehr konkret auf die Shop-Planung und Konzeption eingegangen. Das finde ich sehr gut und wichtig, denn oft erhalten viele Händler Tipps und Tricks, ab dem Punkt, an dem sie bereits einen Shop haben – und dann ist es manchmal schon vieeeel zu spät 😉 Die Autoren geben Hilfestellung die passende Agentur zu finden, geben Ratschläge, wie es von der Idee zum Ziel kommt und ermuntern den Leser seinen guten Menschenverstand einzusetzen und keine Angst zu haben, dass ihre Idee ggf. geklaut werden könnte.

„Diese Angst ist aber oft unbegründet. Ihre Idee gibt es nämlich schon.“

Es gibt keine neuen Ideen – auch im E-Commerce nicht

Tja, wie das im Internet so ist, werden Ideen nun mal 100-fach neu überarbeitet, die Basis aber bleibt. Nur noch selten gibt es wirkliche Pioniere, die grundlegend neue Konzepte auf den Markt bringen, acht aber nichts, es kann trotzdem laufen. Auch ganz lapidare Problemstellungen, wie die Miete eines Lagers werden aufgegriffen. Der Shopbetreiber wird also tatsächlich von Anfang an an die Hand genommen und durchlebt sämtliche Stationen, die er abklappern muss und erhält dabei immer konstruktive Ratschläge, um Fehler zu vermeiden. Wer schon weiter ist, überspringt die Kapitel einfach und kann sich mit den Fragestellungen befassen, die auf seien Situation passen: Welches Shop-System soll ich nutzen? Wie finde ich die passende Warenwirtschaftssoftware? Wie funktioniert das eigentlich mit Domains und wie kann ich mir meinen Namen sichern?

Das Handbuch für den erfolgreichen Onlineshop

Im nächsten Teil werden alle Fragestellungen zum Kaufprozess beantwortet, auch hierbei haben es sich die Autoren nicht nehmen lassen detailliert auf die einzelnen Gesichtspunkte wie Produktattribute, Navigation oder Gütesiegel (wie Trusted Shops oder Veristore) einzugehen. Auch rechtliche Aspekte wurden nicht außen vor gelassen.
Der beste Shop nutzt aber nichts, wenn er nicht beworben mit. So widmet sich ein ganzes Kapitel den After-Sales in puncto Werbung und Marketing. Dabei gehen sie auch auf mein Lieblingsthema SEO sowie Affiliate-Marketing ein. Auch Infos zu Shop-Blogs und Co. finden sich wieder.

Das Buch arbeitet alle relevanten Themen umfassend ab

Das Buch bietet noch sehr viel mehr, aber das aufzuzählen, würde den Rahmen meines Beitrages sprengen, am besten ihr studiert einfach mal die Inhaltsangabe des Buches, um festzustellen, ob das Thema auch angesprochen wird, das euch interessiert. Insgesamt kann ich nur sagen, dass das Buch inhaltlich wirklich sehr viel ergibt und sich nicht in theoretischen Geblubber verliert, sondern einfache, praktische Tipps gibt. Ein Buch für Macher also 😉

Praxiswissen Ecommerce CoverStilistisch finde ich es super, dass das Buch eben keiner wissenschaftlichen Arbeit entspricht, dementsprechend gibt es auch selten nachweise derr Aussagen. Muss es auch nicht: Diese entstanden schließlich aus knapp 20 Jahren persönlicher Erfahrungen im eCommerce und Onlinemarketing. Die Autoren erklären locker-flockig aber dennoch glaubhaft die einzelnen Aspekte des Online-Shops und geben ihre Erfahrungen teilweise amüsant an den Leser weiter. Das ist kein Buch durch das man sich quälen muss, das ist ein Buch, das beim Lesen Spaß macht.

Die fachliche Kompetenz der Autoren ist unumstritten – das sage ich jetzt nicht nur, weil ich von ihnen bezahlt werde 😉 Tatsächlich merkt man ihnen an, dass sie wissen, wovon sie schreiben und ein Verständnis für die Problematiken der Shopbetreiber haben. Das ist allerdings auch kein Wunder, wenn man auf jahrelange Erfahrung zurückblicken kann. Wer sich für den Hintergrund der beiden interessiert oder aber auch sicherstellen müssen, dass sie kompetent sind, sollte einen Blick auf die Agentur-Seite werfen. Wirft man einen Blick auf die Referenzen, wird schnell klar, dass es kein hohles Gelaber ist, sondern fundierte Kenntnisse, die schon manch Shopbetreiber zum Glück verholfen haben 😉

Fazit: Ich lege jedem Shopbetreiber, bzw. denen, die es werden möchten nahe, das Buch zu kaufen (ja, bitte kaufen, nicht downloaden), um ihr Grudnwissen aufzupeppen. Sicherlich gibt es den ein oder anderen Tipp und Kniff, den der Händler noch nicht kannte. Das Buch ist sehr dick, was auf die geballte Ladung Wissen zurückzuführen ist. Dennoch wird es nicht langweilig beim Lesen, da es einfach recht legeré verfasst worden ist. Euch erwartet also keine wissenschaftliche Arbeit, sondern ein lockerer Ratgeber mit einigen Stellen, an denen ihr Schmunzeln werdet. Ich spendiere 5 von 5 Funkelchen 🙂

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