Martin Schäuble, der im Jahr 1978 geboren wurde, ist ein deutscher Journalist und Autor. Schon in Schulzeiten arbeitete er bei einer Lokalzeitung, nach dem Abitur absolvierte er ein Volontariat bei einer Tageszeitung. Anschließend studierte er Politikwissenschaften in Berlin, Israel und den Palästinensergebieten. Unter dem Pseudonym Robert M. Sonntag veröffentlichte er unter anderem „Die Scanner“ und „Endland“. Sein aktuelles Werk heißt „Sein Reich“.

Klappentext:

„Sommerferien, und alle verreisen – nur Juri nicht. Kurzerhand beschließt er, aufs Dorf zu seinem Vater zu fahren, zu dem er bisher kaum Kontakt hatte. Der vertritt zwar einige sonderbare Verschwörungstheorien, aber er führt mit seinen Freunden auch ein faszinierendes Leben: Es wird gejagt, geangelt und sie haben ein geheimes Projekt im Wald. Und dann ist da noch Jule, die Juri eines Abends am See kennenlernt … Aber sind sein Vater und dessen Kameraden wirklich nur harmlose Spinner? Als Juri sich endlich diese Frage stellt, ist es schon fast zu spät.“

Wichtige Informationen zum Buch:

Sein Reich

Autor: Martin Schäuble
Erscheinungsdatum: 4. März 2020
ISBN: 978-3737341943
Verlag: Fischer KJB

Cover:
Die Gestaltung des Covers gefällt mir sehr gut. Die Farben schwarz und rot stehen dabei im Mittelpunkt, im unteren Bereich des Covers setzt sich der Titel in seiner weißen Schrift gut vom schwarzen Hintergrund ab. Oben drüber sieht man die Umrisse eines Jungen, der einen Rucksack trägt sowie den eines Mannes neben ihm. Der Mond steht rund und voll am Himmel.

Inhalt:
„Sein Reich“ ist der allererste Titel, den ich vom Autor Martin Schäuble gelesen habe. Mich hat das Werk inhaltlich sehr angesprochen, sodass ich schnell wusste, dass ich es lesen mag. Womit beschäftigt sich „Sein Reich“? Es dreht sich um ein Phänomen, welches man leider in der Gesellschaft immer häufiger beobachten kann. Ich persönlich würde schon stutzig werden, wenn man Freunde oder Bekannte plötzlich als Kameraden bezeichnet. Sowas kenne ich selbst nicht und daher finde ich diesen Gebrauch recht ungewöhnlich. Juri, unser Protagonist, denkt sich nichts dabei. Für sein Alter erscheint er mir aber doch manchmal ein wenig naiv. Er will nur der Langeweile und auch ständig betrunkenen Lebensgefährten seiner Mutter, über die Ferien entfliehen. Also macht er sich auf den Weg zu seinem Vater. Der Vater führt ein recht autakes Leben, seine Kameraden und er wollen möglichst unabhängig von der Gesellschaft sein. Auf der einen Seite sicherlich erstrebenswert, keine Frage, nur die Art und Weise, wie es gehandhabt wird, lässt mich aufhorchen. Ganz besonders, wenn ich mir anschaue, wie sehr die anderen Menschen verteufelt werden. Und dabei bleibt es nicht, nein.. die BRD wäre eine Firma, sodass sie ihnen nichts vorschreiben kann und keinerlei Berechtigung habe, ist nur eine der vielen Verschwörungstheorien, die Juris Vater und seine Kameraden vertreten. „Reichsbürger“ fokussieren sich auf die Fortexistenz eines wie auch immer gearteten „Deutschen Reiches“ , aus diesem Grunde lehnen sie oftmals die Bundesrepublik Deutschland ab. Juri, der hier mehr oder weniger arglos hinein schlittert, kann einem wirklich leid tun, denn ihn überfordert die ganze Sache sehr offensichtlich. Ich mochte ihn von Beginn an, recht gerne leiden.

Aufbau, Struktur & Stil:
Die Handlung im Werk „Sein Reich“ wird dem Leser aus Sicht von Juri geschildert. Der Autor Martin Schäuble hat sich dabei für die Sichtweise in der Ich-Form entschieden, was mir sehr gefallen hat und ich als passend empfinde. So konnte ich eine recht intensive Verbindung zu Juri aufbauen und seine Gedanken gut nachvollziehen. Man befindet sich schnell im Geschehen. Der Schreibstil des Autors war zu Beginn ein wenig gewöhnungsbedürftig, ich würde fast sagen schon nahezu emotionslos und irgendwie distanziert. Andererseits spiegelt das die Beziehungen des Protagonisten auch sehr authentisch wider. Ich habe dennoch eine Weile gebraucht, um damit umzugehen. Sehr gut gefallen hat mir jedoch, wie bildgewaltig die Sprache von Martin Schäuble dann auch wieder ist, ich konnte mir die Situationen direkt vor Augen halten. Der Autor versteht es den Leser zu fesseln und Spannung aufzubauen, nachdem ich einmal begonnen hatte das Buch zu lesen, wollte ich es nicht wieder zur Seite legen.

Fazit:
„Sein Reich“ bedient sicherlich einige Klischees, dennoch hat es mich definitiv auch zum Nachdenken angeregt und wunderbar gefesselt !!

Ich gebe fünf von fünf Funkelchen.

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