Marie hilft mir beim Wickeln

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Am Anfang war alles noch recht simpel: Wenn Marie Hunger hatte, bekam sie die Brust. War sie dreckig, habe ich ihre Klamotten gewechselt. Wenn sie in die Windel gemacht hat, wurde sie halt gewechselt. So. Jetzt ist meine Maus aber kein willenloses Baby mehr. Sie ist in der Autonomiephase (einige bezeichnen es auch als Trotzphase). Das heißt, sie entwickelt ihren eigenen Willen. Ihren eigenen Lebensplan. Und damit ist gar nichts mehr einfach. Nicht einmal mehr das Windeln wechseln!

Singen, spielen, Windeln wechseln

Als Marie jünger war, habe ich „Windel-Popo!“ mit fröhlich-glucksender Stimme angekündet, sie sanft auf die Couch gelegt und ihr dann – manchmal singend, manchmal brabbelnd, manchmal stumm – die Windel gewechselt. Ganz ohne Zauberei. Meist habe ich die Windel-Wechsel-Pause noch für ein schönes Fingerspiel, wie die „10 Zappelmänner“ genutzt. Sie lag ja eh gerade so schön auf dem Rücken. Das geht heute nicht mehr. Wenn ich jetzt ankündige „Marie, lass uns den Windel Popo machen“, grinst sie, sagt „Nein!“ und braust davon.

Ich gestehe ihr durchaus zu, dass sie darüber entscheiden kann, dass ich nicht zu jederzeit in ihren Intimbereich vordringen darf. Ist ja schließlich ihr Körper. Aber ich habe auch die Pflicht und Verantwortung dafür zu sorgen, dass sie regelmäßig trockene Windeln am Po hat, ehe der Po schmerzhaft wund wird. Das ist einfach so. Aber was tun? Früher – also bei Claire – haben wir da einen Fehler gemacht. Einen riesengroßen Fehler. Wir haben sie gezwungen. Wenn sie sich die Windeln nicht wechseln lassen wollte, haben wir sie dennoch auf die Couch gelegt. Oft mussten wir sie dann dabei festhalten.

Der Druck war groß

Damit haben wir nicht nur Gewalt angewandt (durch das Festhalten), sondern haben auch ihren Willen bewusst übergangen. Bei einer Sache, die total wichtig ist: Ihre körperliche Selbstbestimmung. Das war scheiße. Wirklich richtig scheiße. Aber wir wussten es nicht besser. Auf uns lastete der Druck „gute Eltern“ sein zu wollen. Und gute Eltern sorgen doch dafür, dass das Kind immer eine saubere Windel hat und nicht wund wird. Richtig? Wenn es sein muss, eben unter Zwang. Der Zweck heiligt die Mittel.

Heute weiß ich, dass das Blödsinn ist. Dass das größte Problem nicht die dreckige Windel, sondern der Druck war, den ich mir gemacht hatte. Aber früher, da war ich halt noch nicht so weit. Claire mein Schatz: Es tut mir Leid! Wirklich unglaublich leid, dass ich dich übergangen habe. Dass ich dir gewaltvoll die Windeln gewechselt habe, wo es doch so viel bessere Wege gibt. Sanftere Methoden. Wege, die deine Selbstbestimmtheit nicht verletzen.

Ablenkungen beim Wickeln

Nein heißt Nein

Ihr denkt euch jetzt vielleicht, ich übertreibe. Schließlich ist sie ja ein Kleinkind gewesen und „das muss halt sein!“. „Kinder vergessen sowas ja“. Fakt ist aber, dass es nicht stimmt. Sie merken, dass ihre Bedürfnisse übergangen werden. Sie verstehen, dass ihre Bedürfnisse in dem Moment egal sind. Und es brennt sich ihnen ein.

Und das kann fatal sein. Gerade im Zuge der Nein ist Nein-Debatte, sollte ein Nein aus tiefstem Herzen kommen können. Claire und Marie müssen sich im Klaren darüber sein, dass nur sie allein bestimmen dürfen, was mit ihrem Körper passiert. Da darf ich mich – auch als Mutter – nicht drüber hinwegsetzen. Zumindest nicht dauerhaft (JA! es gibt Ausnahme-Situationen. Die gibt es immer).

Nein zum Windel wechsel

Was mache ich jetzt aber, wenn Marie „Nein“ zum Windel-Wechseln sagt, dieser aber bitter nötig ist? Ich habe mittlerweile mehrere Strategien. Eine klappt immer. Anfangs war es beispielsweise Maries Wunsch, sich nicht auf den Rücken legen zu müssen. Sie hat endlich gelernt allein aufzustehen, zu gehen. Sie wollte die Welt von oben betrachten, nicht rücklings im Liegen.

Klar hat sie sich dann beim Hinlegen entsprechend gewehrt. Ich entschied dann einfach, sie im Stehen zu wickeln, wenn sie denn nur Pipi gemacht hatte. Ich habe die Wickelunterlage unter sie gelegt, sie drauf gestellt und dann eben stehend gewickelt. War super.

Claire wickelt Marie

Ablenkungen schaffen

Bei Stuhlgang natürlich etwas unpraktisch (vor allem mit Stillstuhl). Da habe ich eine wahre Schandtat betrieben! Ich habe ihr Dinge zur Ablenkung in die Hand gegeben: Den glitzernden Kamm ihrer Schwester, das Lieblingskuscheltier, meinen Schlüssel oder – wenn alle Stricke gerissen sind – mein Handy! Oh Gott! Die High Mütter-Society wird jetzt laut aufschreien, von Elektrosmog und Gehirnschädigung sprechen.

Ich dagegen freue mich, so einen Weg gefunden zu haben, die Windeln ohne Gewalt zu wechseln. Und verheimliche besser, dass Marie ohnehin hin und wieder Medien mit ihrer großen Schwester konsumiert. Am Ende habe ich das Jugendamt noch vor der Tür 😉

Geduld, Geduld, Geduld

Das Wickeln im Stehen klappt aber nicht immer. Was könnte man noch tun? Geduldig sein. Ich kündige einen Windel-Wechsel immer an. „Marie, deine Windel ist voll… ich möchte sie wechseln“. Kommt ein „Nein“, warte ich ab. Meist ist sie gerade mitten im Spiel und will nicht abbrechen. Das ist natürlich doof.

Ich sage ihr nach ein paar Minuten noch einmal, dass es jetzt Zeit ist, die Windel zu machen. Manchmal lenkt sie ein. Manchmal nicht. Oft biete ich ihr dann an, selbst zu entscheiden, wo sie die Windel gewechselt haben will. Sie ist zwar „erst“ 20 Monate alt, aber schon ziemlich clever. Das versteht sie gut.

„Marie, wir müssen die Windel JETZT (betont) wechseln. Sonst wird dein Po wund. Gehen wir auf die Couch oder den Boden?“.

Kooperation durch Entscheidungsgewalt

In dem Moment lenkt sie oft ein, weil sie wohl merkt, dass es wichtig ist, sie aber dennoch noch irgendwo eine Entscheidungsgewalt hat. Manchmal biete ich ihr auch zwei verschiedene Windeln an, oder sage ihr, dass sie sich gleich wieder den Popo eincremen kann. Sie dürfe sich selbst mit dem Tuch abwischen oder oder oder. Ich zeige ihr, dass es mir wichtig ist, es getan werden muss, sie aber eben nicht völlig ausgeliefert ist und mitmachen kann. Das wirkt oft wahre Wunder.

Was auch immer wieder klappt ist, Claire einzubeziehen. Von ihrer großen Schwester gewickelt zu werden, findet Marie irgendwie cool. Da macht sie gern mit. Vielleicht, weil sie sieht, wie liebevoll sie immer ihre Puppen wickelt? 😉

Was ist die Motivation hinter dem Nein?

Mittlerweile ist es in 3 von 5 Fällen so, dass ich sage „Marie, Windelpopo, leg dich bitte hin“ und sie legt sich sofort auf den Boden oder die Couch und reckt die Beine in die Höhe. Das klappt, ohne, dass ich sie je gezwungen hätte, die Windel zu wechseln. Ich denke, wir sind da auf einem ganz guten Weg. Es ist einfach wichtig, hinter die Motivation zu sehen: Warum möchte das Kind die Windeln nicht gemacht bekommen?

  • Ist es noch im Spiel gefangen?
  • Fühlt es sich in seinen Bedürfnissen übergangen?
  • Hat es ggf. Schmerzen, weil der Po wund ist (und möchte nicht angefasst werden?)
  • IrgendeinandererGrunddeneinfachnurKinderverstehenkönnen

Egal welcher Grund angeführt wird, wichtig ist, dann nicht mit dem Kopf durch die Wand zu brechen. Mögliche Wege könnten sein:

  • Im Stehen wickeln
  • Kind mit einem besonderen Spielzeug (welches es z.B. nur beim Wickeln gibt) abzulenken
  • Kind durch Singen/Fingerspiel auf das Wickeln einstimmen
  • Dem Kind Mitspracherecht geben (Wickelort, Windel, Zeitpunkt – bis zu einem gewissen Grad (!)…)
  • Das Kind „mithelfen“ lassen (Po eincremen, Aus- und Anziehen,  Abwischen – nachdem bereits vorgesäubert wurde…)
  • Das Wickeln schmackhaft machen, indem eine Puppe gewickelt wird
  • Große Geschwister einbeziehen und Wickeln lassen

Was tun, wenn´s brennt?

Jetzt kommen wir aber an den Punkt mit den Ausnahmen. Was ist, wenn ich keine Zeit habe, weil genau DANN der Stuhl in der Windel landet, wenn ich zu einem wichtigen Termin hetzen muss? Ich will nicht sagen, dass es dann ok ist, das Kind gegen seine Willen zu wickeln. Allerdings bin ich dann auch etwas nachdrücklicher und sage Marie ganz klar, dass wir jetzt die Windel schnell machen müssen – und drücke dann das Handy in die Hand.

Bisher (!) hat es immer geklappt. Wie es weitergeht, kann ich nicht sagen. Ich hoffe, dass mich auch dann wieder die Muse küsst und ich Ideen entwickeln kann, um aus dem Wickeln keinen Machtkampf werden zu lassen. Auf jeden Fall braucht es eine ordentliche Portion Geduld! VIEEEEL davon. Und ein gutes Time-Management, welches mir erlaubt, geduldig zu bleiben.

Die neuen HIPP Babysanft Windeln

Wir testen HIPP Babysanft Windeln

Und mit was wickeln wir gerade? Auf den Bildern habt ihr vielleicht schon erkannt, dass wir andere Windeln nutzen. Die kennt ihr auch bestimmt noch nicht, denn die sind ganz neu auf dem Markt. Sie heißen HIPP Babysanft Windeln. Ja, HIPP macht auch Windeln. Die machen nicht nur Babynahrung 😉 Ich war auch überrascht, da ich HIPP nie mit Windeln in Verbindung gebracht habe. Wir haben die neuen Windeln vorab zum Testen zugeschickt bekommen und möchten euch erste Eindrücke näher bringen.

 

Die Konfektionsgröße zählt

Und die nächste Überraschung folgt auch direkt. Zum ersten Mal – zumindest für mich – wird die Windelgröße anhand der Konfektionsgröße ermittelt. Sonst muss man sich ja nur am Gewicht orientieren, allerdings stimmt das immer hinten und vorne nicht bei uns. Mit dem neuen Größenindikator kommen wir besser zurecht.

Marie trägt Klamotten in Größe 86/92. Darum habe ich mich für Windelgröße 5 entschieden. Die Größe 4 würde auch noch passen, allerdings ist mir das zu knapp. Tagsüber, wenn ich die Windeln regelmäßig wechseln kann, ist das ok. Nachts gehe ich auf Nummer sicher, damit die Maus auch mal 8 Stunden am Stück unbehelligt schlafen kann – ohne, dass ich an ihrer Windel herumwerkel. Das klappt bisher auch gut.

Die Größentabelle im Überblick

  • Größe 1: Newborn (Gewicht 2-5 kg, Konfektionsgröße 50-56)
  • Größe 2: Mini (Gewicht 3-6 kg, Konfektionsgröße 56-68)
  • Größe 3: Midi (Gewicht 6-10 kg, Konfektionsgröße 62-80)
  • Größe 4: Maxi (Gewicht 8-14 kg, Konfektionsgröße 74-92)
  • Größe 5: Junior (Gewicht 11-17 kg, Konfektionsgröße 86-104)

Kein Parfum und Co.

Die wohl wichtigste Eigenschaft der Windel soll ihre Hautverträglichkeit sein. Gerade für Kinder, die besonders sensibel auf Windeln und zugesetzte Stoffe reagieren, könnten die Babysanft Windeln eine gute Alternative sein. Frei von Parfum und Lotion beinhalten sie keine reizenden Stoffe. Das wäre sicherlich ideal für Claires anfälligen Po gewesen, der leider ständig wund war.

Außerdem ist die Windel sehr weich. Kennt ihr die Szene aus „Asterix und Obelix“ in der das Waschmittel auf dem Olymp beworben wird? Der eine Wäschehaufen ist recht hart, der andere kuschlig weich. So ungefähr könnt ihr euch das mit den Windeln auch vorstellen. Im direkten Vergleich wirkte die Oberfläche meiner Drogerie-Windel recht rau. Die Oberfläche der HIPP Babysanft Windeln fühlt sich an, als wäre ein feines Vlies darüber gelegt.

Babysanft Windeln von Hipp

Weich wie ein Wattebausch

Noch wichtiger sind aber die inneren Werte. Da war ich sehr überrascht. Stellt euch das in etwa so vor: Meine Drogerie-Windel fühlt sich in etwa so an, wie ein billiges Taschentuch. Nicht besonders hart, aber auch nicht wirklich weich. Die Babysanft Windel ist dagegen weich wie ein Wattebausch. Das ist tatsächlich ein Unterschied den man fühlen kann, probiert es gern mal aus.

Die neuen HIPP Babysanft Windeln sind ab 1. April 2019 im Handel erhältlich – kein Scherz 😉

Gut für sensible Kinder?!

Womöglich sind die Babysanft Windeln auch eine Lösung für Kinder, die die Windeln sonst ablehnen. Durch einen Passformverschluss sollen sie flexibel an Bauch und Beine angepasst werden können. Womöglich zwickt und zwackt es dadurch weniger und die Windel wird nicht als Störfaktor wahrgenommen? Einen Versuch ist es Wert denke ich.

Egal welchen Weg ihr gehen werdet, haltet euch immer vor Augen: Die Windelzeit ist begrenzt. Irgendwann kommt das Trockenwerden von ganz allein. Also bleibt geduldig und entspannt.

[Anzeige] Vielen Dank an HIPP für die Bereitstellung der Babysanft Windeln zum Testen.