„Der Fänger“ reißt einen mit und regt zum Nachdenken an

Zum Autor:

Andreas Franz war einer der erfolgreichsten deutschen Krimi-Autoren. Sein enger Kontakt zur Polizei und anderen Ermittlerkreisen machten seine Werke besonders authentisch. Bereits ein erster Erfolgsroman „Jung, Blond, Tot“ zog Krimileser in seinen Bann. Leider verstarb er im März 2011.

Daniel Holbe, der selbst in der Nähe Frankfurts lebt, war fasziniert von Franz´Romanen und verfasste irgendwann seinen eigenen Krimi. Als er ihn beim Droemer Knaur Verlag einreichte, reagierten die überraschend: Ob er sich denn vorstellen könne, ein Projekt von Andreas Franz zu übernehmen. Da er ein großer Fan war, stimmte er zu und durfte mit „Todesmelodie“ Bestseller-Erfolge feiern. Darauf folgten mehrere Werke, unter anderem „Der Fänger“, die alle erfolgreich verlegt wurden und sehr gute Verkaufszahlen brachten.

 

Über das Buch:

Der Fänger 

Verlag: Droemer Knaur Verlag
Erscheinungsdatum: 22.08.2016
Seitenzahl: 440
ISBN: 978-3-426-51649-2

 

Klappentext:

„Ein toter Verbrecher
Eine Wand aus Schweigen
Eine Spur, die es nicht geben darf

In einem Waldstück bei Frankfurt wird eine grausam verstümmelte Leiche eines Mannes gefunden, der seit Jahren verschwunden war. Die Ermittlungen ergeben, dass er zwar mehrfach wegen Sexualdelikten angezeigt, doch nie verurteilt wurde.
Selbstjustiz?

Julia Durants 16. Fall führt die Frankfurter Kommissarin an ihre Grenzen, denn sie stößt in den eigenen Reihen auf ein geheimes Netzwerk, das anscheinend bis in die Kreise von Politik und Justiz reicht.“

 

Cover:

Auf dem Cover von „Der Fänger“ sieht man ganz groß und in rot gehalten den Namen „Andreas Franz“. Darunter, kleiner und ebenfalls rot, den Namen des eigentlichen Autors „Daniel Holbe“. Über die Namen zieht sich eine Brücke, die rot beleuchtet scheint. Vermutlich eine Brücke in Frankfurt, wo die Geschichten um Julia Durant ja spielen. Im Hintergrund sieht man mehrere Gebäude einer Stadt.
Das Cover ist recht neutral gehalten und hat recht wenig Bezug zur Story, somit wird nichts versehentlich preisgegeben, das für die Story relevant wäre. Gut finde ich, dass alle Bücher von Franz bei Knaur das gleiche Layout haben, dadurch haben sie großen Wiedererkennungswert.

 

Inhalt:

Ein Spaziergänger findet in einem Fabrikgebäude einen Mann, der offensichtlich erschossen wurde. Als klar wird, dass es sich um einen lange gesuchten und verschwundenen Pädophilen handelt, stellt sich noch mehr die Frage, wer ihn erschossen haben könnte, aber auch, wo er die letzten zehn Jahre über war.

Julia Durant Ermittlungen stoßen auf Widerstand aus den eigenen Reihen, was den Fall noch verrückter macht. Wer steckt hinter dem Verschwinden des Mannes und warum ist er jetzt plötzlich wieder aufgetaucht?

 

Fazit:

„Der Fänger“ war mein erstes Buch von Andreas Franz. Dadurch kann ich nichts darüber sagen, in wieweit man den Autorenwechsel bemerkt oder wie sich dieser auswirkt. Was ich aber sagen kann ist, dass man problemlos auch mit dem aktuellsten Fall in die Story um die Ermittlerin Julia Durant einsteigen kann. Die Fälle sind in sich abgeschlossen, lediglich die private Geschichte der Ermittler baut aufeinander auf. Allerdings nicht so, dass man das Gefühl bekäme, es würde einem etwas fehlen oder man habe etwas verpasst, wenn man die vorherigen Bücher nicht gelesen hat.

Schade fand ich, dass das Buch nicht ganz hält, was es verspricht. Das Opfer wurde lediglich erschossen…“grausam verstümmelt“ ist für mich dann doch ein wenig anders. Man könnte jetzt sagen, dass ich aufgrund meines Lesegeschmacks etwas abgestumpft bin, aber „verstümmelt“ ist für mich einfach nicht „erschossen“.

Schwierigkeiten hatte ich mit der Vielzahl der auftretenden Figuren. Ich musste mir irgendwann Notizen machen, wer denn jetzt wer ist und in welcher Abteilung die Person arbeitet. In jedem Kapitel wechselt die Perspektive bzw. der Fokus, auf dem die Erzählung liegt. Da einige Namen sich stark ähneln, bietet das Raum für viele Verwechslungen und Verwirrung. Dadurch muss man echt am Ball bleiben und sollte keine zu großen Lesepausen einlegen.

Das ist aber nicht weiter schwer, da es wirklich ansprechend und spannend geschrieben ist. Man findet, trotz der vielen Figuren, schnell und leicht hinein in die Story und muss dann unbedingt dabei bleiben, da man ganz dringend wissen muss, wie sich das Geflecht weiter entwickelt. Außerdem ist die Idee hinter Story wirklich richtig gut.

Etwas enttäuscht war ich allerdings vom Schluss und der Auflösung des Ganzen. Ohne zu spoilern: Mir war die Erklärung und Lösung zu flach und unkreativ. Die Story wurde verdammt gut aufgezogen und der Spannungsbogen fast perfekt gespannt, um am Ende ein großes Feuerwerk abzubrennen. So richtig mit Wow-Effekt und „Krass, das ist ja echt hart“-Moment. Aber leider wurde dieses Potenzial nicht genutzt. Auch der Titel des Buches erklärt sich erst auf den letzten 3-4 Seiten, was ich persönlich nicht ganz so gerne mag.

Da es aber dennoch spannend war und mir auch die Idee sehr gut gefallen habe, vergebe ich 4 von 5 Funkelchen.

Von | 2017-08-12T11:20:38+00:00 August 12, 2017|Kategorien: Bücher und mehr, Gastblogger|Tags: , , , , , |0 Kommentare

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