Dank meiner Stilldemenz habe ich unsere Küche damals mehrere Male beinahe abgefackelt. Davon möchte ich euch nun zu gern erzählen, den die liebe Nätty hat zur Blogparade“Schwangerschaftsdemenz und äh … dingens … Stilldemenz!aufgerufen – was ich natürlich auch X-Mal vergessen habe. Denn nach der Stilldemenz kommt die After-Stilldemenz. Ein Teil meines Gehirns scheint einfach weggenuckelt zu sein. Davon möchte ich euch nun gern erzählen.

Bilderbuch Blogparade

„Schon wieder die Milch auf dem Herd vergessen“, Frauen – besonders Schwangere oder Stillende – werden das sicherlich kennen. Ständig vergisst man Kleinigkeiten und weiß nicht, wo der Kopf steht. Normalen Menschen passiert das natürlich auch, aber nicht ständig. Es fing bei mir tatsächlich schon in der Schwangerschaft an. Ich habe gemerkt, dass meine Akkus schneller leer waren und ich ein paar Probleme mit der Konzentration hatte. Das war recht ärgerlich, da auch meine Arbeit litt. Ich erinnerte mich nicht mehr an Abmachungen und fing an Post-Ist zu nutzen – die ich dann auch verlegt habe. Das konnte doch nicht schlimmer werden, dachte ich. Tja, falsch gedacht. Als das Baby da war, hatte ich die ersten Stage Unterstützung durch meinen Mann und die Hebamme. Ich musste an nicht viel denken, außer dem Baby eine gute Mutter zu sein und die Milchbar stets allzeit bereit zu halten. Die ersten Wochen lag ich meistens auf der Couch oder im Bett und habe die Maus gestillt, da ich Dank des Kaiserschnitts so große Schmerzen hatte, dass ich sie nicht Tragen konnte. Gott sei Dank. Womöglich hätte ich sonst mit der gefährlichen Mischung aus Stillwahnsinn und Müdigkeit das Haus in die Luft gesprengt.

Und dann explodierte alles mit einem lauten Knall

An einem Sommertag wollte ich beispielsweise frisches Mineralwasser trinken. Wir hatten diesen 6-er Pack aus Plastikflaschen gekauft. Da ich das Plastik nicht mit der Hand auseinander bekomme – ja ich bin eine Pussy – nahm ich beherzt ein Messer und stach zu. Voll in die Plastikflasche, die mit einem lauten Knall und sehr viel Spritzwasser explodiert ist. Claire lag gerade gemütlich im Tragetuch und hatte geschlafen. Dank der kalten, unerwarteten Dusche war sie aber blitzschnell wach. Naja und ich auch…  Ich habe mich kurz wie eine senile, unfähige Oma gefühlt, das Ereignis aber auf meine Ungeschicktheit geschoben…

Irgendwann später hatte ich Hunger und wollte Kochen. Ich habe also das Ceranfeld angeschalten – die Schutzplatte aus Glas aber vergessen herunterzunehmen. Interessanterweise habe ich nicht mal daran gedacht einen Topf aufzustellen. Nein. Wozu sollte das notwendig sein?!?  So kam es, dass ich gerade gemütlich im Wohnzimmer saß und Charmed geschaut habe, als es in der Küche ganz laut krachte. Die Glasplatte war in Tausend kleine Glassplitter zersprungen. Ganz schön bitter. Noch am Auszug hatten wir einige Splitter unter der Küche entdeckt. Das war echt kein Spaß und mega gefährlich! Hätte ich mich zu dem Zeitpunkt im Raum befunden…

Stilldemenz

Jetzt könnte man denken, dass ich nach dem Vorfall vorsichtiger geworden wäre. Könnte. Nicht aber die Frisch-Mama, vollkommen übermüdet, mit ausgelutschtem Gehirn und starker Konzentrationsschwäche. Wieder wollte ich kochen, wieder habe ich den Herd angeschalten: Das Upgrade: Immerhin hatte ich an einen Topf mit Wasser gedacht. Zu blöd, dass ich aber in meinem Wahn die falsche Herdplatte angeschalten hatte. So gab es kein heißes Wasser, sondern heißes, zerschmolzenes Plastik. Von meinem Mikrowellensterilisator. Warum das wichtig ist, erfahrt ihr auch gleich… Nun stank die gesamte Küche nach Plastik, es hat sich ein richtiger (giftiger) Nebel gebildet. Das war nicht wirklich lustig… Den Herd konnte ich zum Glück aber retten.

Wie ich allen Flaschen den Garaus gemacht habe

Irgendwann später musste ich Flaschen sterilisieren. Da mein Gerät für die Mikrowelle aus irgendeinem Grund nicht einsatzfähig war, bin ich dazu übergegangen die Flaschen im Topf zu sterilisieren. Also: Topf auf den Herd, Wasser zum Kochen bringen, Flaschen und Schnuller in den Topf legen. Jeay. Geschafft. Alles richtig gemacht. Dann bin ich „kurz“ ins Wohnzimmer verschwunden und habe die Flaschen vergessen. Ihr ahnt es… Als der Nebel aus der Küche herausquoll war mir klar, dass das mächtig was schiefgelaufen ist. Ich habe all meine Flaschen und Schnuller mal eben in den Topf eingebrannt… Der gute WMF-Topf, mehrere Schnuller und 3 Sets Flaschen waren im Eimer. Die Küche voller Nebel. DAS war ja mal so richtig ärgerlich.

Kein normaler Mensch ist SO vergesslich. Ich war es vor meinem Kind auch nicht. Wirklich. Sie hat mir buchstäblich das Hirn weggesaugt. Anders kann ich es mir nicht vorstellen. Selbst jetzt, knapp 3 Jahre später bin ich nicht auf demselben Leistungslevel wie vorher. Meine Konzentrationsfähigkeit leidet enorm. Die Schwangerschaft hat mich ein kleines bisschen dumm gemacht. Wenn ich mir vorstelle, dass ich 5 Kinder hätte, würde ich wohl nur noch sabbernd in der Ecke liegen und meinen Namen tanzen. Echt jetzt. Beim Lesen und erzählen klingt das alles total lustig. Aber eigentlich ist es mega-gefährlich. So weich in der Birne zu sein, hat eigentlich nichts Lustiges an sich. Es ist einfach nur richtig, richtig schlecht. Mir passieren immer wieder kleine Missgeschicke, die ins Auge gehen können. Daher muss ich meinem Schutzengel (ich bin der Meinung, dass es meine Oma ist) ganz dolle danken. Ich hatte die letzten Monate echt mehr Glück als Verstand. Das sagt einem niemand, wenn man schwanger ist. Uff.

PS: Ich hab die Blogparade total vergessen und bin daher zu spät dran. Offiziell lief sie bis 3. Juni. Pssst, verratet mich nicht!

Stilldemenz Probleme