Die Rolle der Frau im 19. Jahrhundert ( in den Jahren 1850- 1910)

Im Zuge der Blogtour zu Reginas Gärtners Roman „Der Glanz von Südseemuscheln“ hat sich Gastautorin Lena zum ersten  Mal an eine gemeinschaftliche Bloggeraktion gewagt. Dabei hat sie einen kleinen Artikel über die Rolle der Frau im 19. Jahrhundert verfasst, da die Handlung im Roman zu dieser Epoche stattfindet.

(Gastbeitrag)

Die Rolle der Frau im 19. Jahrhundert

Die Kaiserzeit war eindeutig bestimmt von der Präsenz der Männer. Es wurden hohe Summen ausgegeben, um vor geladenen Gästen standesgemäß bewirten und begrüßen zu können. Die Frau stand immer hinter ihrem Mann, förderte stets ihn und seine Karriere. Sie selbst war zunächst „nur“ Gattin und Mutter. Ausnahmen waren Bauersleute, dort war es üblich, dass auf dem eigenen Hof, jeder mit an packte. Der Mann stellte das klassische Familienoberhaupt.

1900 wurde die Stellung der Frau nochmals durch die kaiserlichen Gesetze bestimmt. Die verheiratete Frau durfte in dieser Zeit ohne die offizielle Zustimmung ihres Mannes weder arbeiten, noch über Geld (selbst wenn sie es selbst erarbeitet hatte) verfügen, geschweige denn hatte sie ein offizielles „Recht“ oder einen gesetzlichen Anspruch auf ihre eigenen Kinder. Absolute Treue gegenüber ihrem Ehemann hatte die „gute“ Ehefrau zu erfüllen, ebenso war es für die damalige Gesellschaft selbstverständlich, dass die den Geschlechtsakt als solchen nur über sich ergehen lassen  bzw. ihn nur durchführen sollte, um ihrem Mann damit eine Freude zu bereiten. „Gesunden“ Frauen wurde jegliche erotische Neigung (und das galt auch für die eigenen Wände und nicht nur für die Öffentlichkeit) streng untersagt.

Die Rolle der Frau im 19. Jahrhundert

Foto: pixabay.com

Sexuelle Erfahrungen nur im Ehebett

Außerehelichen Geschlechtsverkehr seitens ihres Ehemanns musste die Ehefrau billigen.
Von der Frau wurde erwartet, dass sie „unberührt“ die Ehe einging, dem Mann wurde größtenteils geraten sich möglichst vielseitig sexuelle Kenntnisse anzueignen. Die Lebensbedingungen vieler Frauen waren erschreckend einfach.

Wichtig war für die Gesellschaft lediglich, dass sie dem Mann viele Kinder gebaren und ihm seine Wünsche erfüllten. Sie hatten weder ein Wahlrecht noch ein Recht auf eine „höhere“ Bildung. Der Bildungsweg der Mädchen war vergleichsweise kurz, er endete mit 15 oder 16 Jahren mit der „Höhere Töchterschule“. Erst nach 1904 gab es in Deutschland eine einheitliche Erlaubnis, die Frauen/Mädchen zugestand ihr Abitur abzulegen.
Im Jahre 1908 wurde die erste soziale Hochschule eröffnet, hier hatten Frauen die Möglichkeit Lehramt oder Medizin zu studieren.

Generell wurde es zu dieser Zeit nicht gern gesehen, wenn Frauen bezahlter Arbeit nachgingen. Häufig waren es Frauen, die für niedere Schreib- oder Handarbeiten eingesetzt wurden, da diese einiges an Geschick erforderten. Frauen erhielten dabei nur einen geringen Teil des Gehalts, welches ein Mann für die gleiche Tätigkeit bekam.
Die Erwerbstätigkeit der Frauen stieg ab 1882 langsam an.

Erste Schutzgesetze verbesserten das Frauenbild

Ab Juli 1878 gab es die ersten Schutzgesetze, die sich auf das Arbeitsverbot von bald gebärenden Frauen bezogen. Sie legten fest, dass die Frauen drei Wochen vor und nach der Geburt nicht arbeiten durften.

Um 1860 bildeten sich drei größere Bündnisse, die allesamt für die Frauenrechte eintraten: Die bürgerlich gemäßigte Frauenbewegung, die bürgerlich radikale Frauenbewegung und die sozialistische Frauenbewegung. Die bürgerlich gemäßigte Frauenbewegung forderte ein kommunales Wahlrecht, sowie bessere Bildungsmöglichkeit und Aufstiegschancen für Frauen. Das bürgerlich radikale Bündniss wollte den Zugang zu Universitäten, sowie das volle nationale Wahlrecht erreichen. Dies forderte u.a auch die sozialistische Bewegung. Ab 1900 sank auch die Geburtenrate rapide ab. 1910 lag sie nur noch bei 4 Kindern, während des Krieges ging sie auf 2 Kinder zurück.

Gewinnt ein Printexemplar zu den Südseemuscheln

Gewinnspiel

Bild: Britt Toth (Blogtouren.de)

  • Teilnahmeschluss ist am 29. April um 23:59 Uhr.
  • Teilnehmen kann jeder, der über 18 Jahre alt ist und einen Wohnsitz innerhalb Deutschland hat.
  • Der Gewinner wird auf den Blogs bekanntgegeben, ihr erklärt euch mit der Nennung eures Vornamens einverstanden, wenn ihr am Gewinnspiel teilnehmt.
  • Für den Versand wird keine Haftung übernommen.
  • Der Rechtsweg sowie die Barauszahlung des Gewinns sind ausgeschlossen.
  • Alle Daten werden ausschließlich für die Durchführung des Gewinnspiels erhoben und verarbeitet. Sie werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben.
  • Ihr könnt jeden Tag, auf jedem Blog ein Los bekommen, also schaut unbedingt bei allen Stationen der Blogtour vorbei.

 

Quellen:

Lebensreform Frauenbewegung in der Jahrhundertwende (Zeit.de)

Bürgerlicher Moralkodex und Frauenbild

Frauenbewegung

Frauen im 19. Jahrhundert

Von | 2016-10-20T11:59:03+00:00 April 27, 2015|Kategorien: Blogtouren, Bücher und mehr|Tags: , , |21 Kommentare

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21 Kommentare auf "Die Rolle der Frau im 19. Jahrhundert ( in den Jahren 1850- 1910)"

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karin
Gast

Hallo und guten Tag,

wenn man das so liest sagt man sich auf der einen Seite „Gott sei Dank“ hat sich da bei uns schon einiges geändert.

Aber letztendlich, sorry ist es in Ländern auch heute noch so wie vor 100 Jahren.
Unberührtheit usw….

Und das macht mich echt sauer und traurig.

LG..Karin…

Lena
Gast

Hey Karin 🙂
oh ja ich mag mir gar net vorstellen in dieser Zeit gelebt zu haben.. zum Glück sind wir da seeeeehr fortschrittlich in Deutschland.
Allerdings muss ich dir zustimmen, wenn man sich viele arabische Länder ansieht, kann gewisse Parallelen zu der Zeit bei uns beobachten.
Ich finde das auch wirklich schlimm 🙁 aber toll dass es Mädchen wie Malala gibt, die für ihre Rechte einstehen und sich wehren.
Alleine das Schulrecht sollte weltweit für alle Menschen gelten !!!
Lg Lena

Sonjas Bücherecke
Gast

Hallo,

ich bin von deinem Beitrag total begeistert, war eine super Idee, sich mal mit diesem Jahrhundert auseinander zu setzen. Soviele interessante Informationen.
Einfach wunderbar.

Wünsche dir einen schönen sonnigen Nachmittag.
LG Sonja

Sonjas Bücherecke
Gast

Hallo,

hat das mit meinem Beitrag nicht geklappt. Noch ein Versuch.

Ich finde es toll, wie du dich heute mit diesem Jahrhundert beschäftigt hast. Und wie viele tolle Informationen. Es gibt einiges Neues. Hochinteressant.

Übrigens eine tolle Blogtour.

Wünsche dir einen schönen sonnigen Nachmittag.
LG Sonja

Silvia Borowski
Gast

Hallo Rabenmutti,

musste mich bei deinem Blog mal erst richtig durch klicken, dass ich die Blogtour und deinen Bericht gefunden habe. Es war wirklich etwas schwerer, als bei den anderen Bloggern. 😉
Dennoch sage auch ich dir, vielen lieben Dank für die Erklärungen zu der Rolle der Frauen im 19. Jahrhundert. Manches hat man ja schon in der Schule gehört, aber eine Auffrischung tat echt gut.

Dir noch eine gute Woche
Silvia B. aus B.

Die Rabenmutti
Webmaster

HI Silvia,

vielleicht hilft es dir, wenn ich dir einen Tipp gebe:
Nutze die Navigationsleiste 🙂
Diese ist für – man wird es nicht fassen – die Navigation da. Unter Literatur gibt es die Sparte „Blogtouren“ und da ist der Artikel dann auch direkt ganz oben zu finden 🙂

Für das nächste Mal hilft es vielleicht sich auf einer Webseite zurecht zu finden.

Liebe Grüße und einen super Start in die neue Woche!
Yasmin

karin
Gast

Hallo und guten Tag,

hm, ich hoffe mal nicht das Internet hat meinen Beitrag verschwinden lassen.

LG..Karin..

SaBine K.
Gast

Hallo,

toller Beitrag 🙂

Ist schon erschreckend wie das Leben einer Frau damals aussah.

LG
SaBine

Lena
Gast

Lieben Dank an dich, Sabine 🙂 ich finde es auch echt schrecklich, wie wenig die Meinung der Frau „wert“ war und wie sie sich unterordnen musste 🙁

Daniela S.
Gast

Danke für den interessanten Artikel.

Ich wünsche einen schönen Montag.

Liebe Grüße,
Daniela

Ute Z
Gast

Huhuhu,
sehr guter Artikel
fand ich mal wieder Interessant etwas Geschichte zu verpacken.
Danke schön
Liebe Grüße
Ute

Lena
Gast

Hallo Ute,
danke 🙂 mir hats auch Spaß gemacht, ein wenig zu recherchieren. Gerne und lieben Dank für deinen freundlichen Kommentar, lg Lena

Margareta Gebhardt
Gast

Hallo ,

ich finde diesen Beitrag sehr interesant und die Erklärungen zu der Rolle der Frauen im 19. Jahrhundert.
Ich wünsche schönen Abend .

Liebe Grüße Margareta

Lena
Gast

Hallo Margareta 🙂 vielen lieben Dank 🙂 das freut mich sehr, liebe Grüße Lena

Nadine
Gast

Ohh wenn ich das lese bekomm ich Gänsehaut, da bin ich froh das ich heute im hier und jetzt lebe.

Alles Liebe
Nadine

Lena
Gast

Das stimmt Nadine 🙂 kann ich dir nur zustimmen 🙂

Jette
Gast

Hallo,
ich bin total begeistert. Ich beschäftige mich selbst mit diesem Thema, denn diese Zeit hat soviel interessantes aber auch Dinge, die nicht vergessen werden sollten. Solche Bücher helfen dabei.
In diesem Buch steckt garantiert eine Menge Recherche zu dieser Zeit.
Würde mich riesig darüber freuen.

LG Jette from aftergrow

Lena
Gast

Hallo Jette,
mir waren viele Zusammenhänge gar nicht so bewusst, gerade was die Kolonien angeht. Ist definitiv ne gute Mischung aus Romantik und Geschichte :-), wir drücken die Daumen 🙂

Cappuccino-Mama
Gast

…und dennoch gab es auch schon damals emanzipierte Frauen – zum Glück! So z.B. Karoline Breitinger, die erste Ärztin in Baden-Württemberg – erst Lehrerin (Ende des 19. Jahrhunderts), dann Anfang des 20. Jahrhunderts durfte sie als Ärztin arbeiten.

Aber noch heute gibt es noch nicht die vollkommene Gleichberechtigung: Gleiche Arbeit aber unterschiedliche Löhne – natürlich verdient die Frau hier weniger als der Mann. Und ich habe noch nie gehört, dass ein Mann eine Arbeitsstelle nicht bekommen hat, weil er Kinder hat.

Ich liebe historische Romane. Unterhaltsam und zugleich lernt man etwas – was will man mehr!

LG,
Heidi, die Cappuccino-Mama

Die Rabenmutti
Webmaster

Hallo Heidi, leider hast du Recht: Gleichberechtigung gibt es auch heute noch lange nicht.. Das Beispiel mit der Arbeit passt hervorragend! Es ist ein Trauerspiel, wie Frauen ausgenutzt werden. Aber sie machen es auch mit sich machen. Zuletzt meinte wohne Mutter, dass sie auf Teilzeit arbeitet, ändert die gleiche Leistung wie Ihre Kollegen erbringt. Da kann ich nur mit dem Kopf schütteln…. Warum sollte man das tun? Gleiche Leistung für viel weniger Geld? … Traurig

Elke Meier
Gast
Elke Meier

Halli Hallo!
Ich fand diesen Beitrag wirklich sehr informativ, mir war gar nich bewußt wie schlimm das damals war.
Ich bin zutiefst erschüttert! Ich bin froh heute glücklich verheiratet zu sein. Mein Mann Wolfgang und ich feiern nächstes Jahr unsere Rosenhochzeit. Unser zweites Kind ist schon im Anmarsch. Namensvorschläge sind gerne gesehen (es wird ein Mädchen).
Euch allen einen schönen ersten Advent! 😉

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